CocosnuM 331 QTojäng
deutender Fabrikationsartikel ist. Auch kommt esnach England, wo man es ebenfalls häufig zuStricken, Fußdecken, Bürsten und dgl. verarbeitet.Die sehr feste, dichte, hellbraune, gelb marmorirteHolzschale des Kerns, welche eine schöne Politur an-nimmt , wird zu allerhand Drechsler- und Schnitz-arbeiten: Gefäßen, Schalen, Näpfen, Büchsen,Dosen, Löffeln, Stock- und Rockknöpfcn, Cigarren-spitzen, Schirmgriffen, Rosenkränzen, Schachspielenund vielen anderen Dingen verwendet. — Sehr vielEocosnüsse werden von Ceylon, besonders nach Ost-indien, ausgeführt; nach Europa kommen sie meistaus Westindien, wo die Schiffskapitaine sie gewöhn-Käj mitnehmen, um die Räume zwischen den Fracht-stücken damit auszufüllen, daher in der Regel wenigoder gar keine Fracht dafür bezahlt wird und sie inEngland oft sehr häufig und woblfeil find. EineArt kleiner Cocosnüsse von der Größe eines Hühner-eies , die sonst meist über Lissabon kamen und daherauch Cocosnüsse von Lissabon genannt wur-den, heißen Coquillanüsse und kommen von eineranderen An der Cocospalme, Cocos lapidea. Sieenthalten keine Milch und werden, wie die gewöhn-lichen , zu Drechsler- und Galanteriearbeiten benutzt.
Cocosnußöl oder Cocosbntter, wird aus denreifen Kernen der Cocosnüsse gewonnen, indem mansie entweder auspreßt, oder mit warmem Wasser zueiner Milch zerreibt, auf deren Oberfiäche es sich ab-setzt. Es ist gelblich weiß von Farbe, bei gewöhn-licher Temperatur von einer butterartigen Consistenz,hat einen eigenthümlichen schwachen Geruch und einenGeschmack nach Butter und Käse. Es kommt jetztin großen Quantitäten aus Ostindien und Afrika,besonders aus Java, nach Europa, wo es zur Seifen-bereitung (f. Seife), zu Pomaden und dgl. verwen-det wird. Durch Pressen läßt es sich, wie anderesFett, in Stearin und Olein zerlegen und das ersterezur Verfertigung von Kerzen, das letztere wie ge-wöhnliches Öel zum Brennen, zum Einschmieren rc.verwenden. In ihm ist die Capronsäure, einedünne Flüssigkeit enthalten, sehr sauer, nachträglichsüßlich schmeckend.
Cocospalme oder Cocosbaum, Cocosnu-°ifera, eine zwischen den Wendekreisen beider He-misphären einheimische Palmengattung, die ursprüng-lich nur aus Ostindien stammt, aber theils durchAnpflanzung, theils durch das Anspülen der NüsseMit den Meereswellen nach Westindien u. den übrigenTropenländern gekommen ist. Sie hat einen schlan-gst, hm und her gebogenen, 60—80 Fuß hohenStamm, aus dem 10—12 grüne, gefiederte, 12—16§uß lange Blätter mit zahlreichen, 3—4 Fuß langenschmalen, lanzetsörmigen Seirenblättcheu die Kronebilden. Der untere Theil des Stammes besteht ausAr hartem Holze, das Uebrige aber nur aus einerstet harter, biegsamer, holziger Fasern, welche durchMi bräunliches Gewebe mit einander verbunden sind.Er eignet sich daher nicht gut zu eigentlichem Bau-bvlz, wird aber zu Kähnen, zu Latten und Bretern,^ur Dachdeckung rc. und als Feuerungsmaterial ver-wendet. Die Blätter, welche getrocknet sehr festbleiben, werden sehr mannichfaltig benutzt, besondersgckt man die Dächer damit und verfertigt Matten,Schirme, Körbe, Hüte, Mützen, Schuhe, Stäbe,Wilder, Tabaksröhren rc. daraus; die jungen durch-scheinenden Blätter benutzt man in Ceylon zu LaternenUnd als Papier, um darauf zu schreiben, und wennIw noch zart und unentwickelt sind, werden sie alsSalat oder Kohl gegessen; die netzsörmigen Adern
derselben dienen in manchen Gegenden als Strickwerkzu Wiegen, Hängematten rc. Aus Einschnitten, dieman in den Stamm macht, fließt ein wohlschmeckenderSäst, aus dem man besonders in Sumatra ein an-genehmes kühlendes Getränk, Toddy genannt, be-reitet. In gutem Boden und besonders bei nasserWitterung blüht der Baum alle 4—6 Wochen, sodaß man fast zu jeder Zeit Blüten und Früchtedaran findet. Die ersteren kommen büschelförmigzwischen den Blättern hervor und auch die Cocosnüssebilden Büschel von 5—15 Stück; unter günstige»Umständen trägt ein Baum jährlich 80—100 Stückderselben. Ehe die Blüten sich entwickeln, bilden sieeinen, von einer Scheide umgebenen Kolben, ausdem, wenn man die Spitze abschneidet ». die Wundetäglich erneuert, eine Menge Saft ausfließt; dieserwird in angehängten Gesäßen aufgefangen und durchGährung ein süßes, weinartiges Getränk daraus be-reitet, welches S uri oder Syra genannt wird undaus dem man durch anderweitige Behandlung Essig,Honig und Zucker gewinnt; der letztere wird in Ost-indien Japery genannt. Auch wird aus diesemSafte und aus dem der Nüsse durch Destillation derArac bereitet. Das junge saftige Mark vom Gipfeldes Baumes, P a l m'ko h l oder P a lm h ir n genannt,ist eine wohlschmeckende, beliebte Speise.
Code de Commerce heißt der den Handel be-treffende Theil des aus Napoleons Befehl ausgear-beiteten französischen Gesetzbuchs, Code Napoleongenannt, welcher am 1. Januar 1808 in Kraft trat.Es ist trotz seiner Mangel eines der besten Handels-gesetzbücher welche existiren, ist auch, außer in Frank-reich, mit wenigen Abänderungen, in Belgien, denNiederlanden, in Spanien rc. eingeführt.
Code!» heißt eine in geringer Menge im Opiumenthaltene Salzbase, die man angefangen hat, in derMedizin zu benutzen, wobei aber der sehr hohe Preisdesselben ein Hinderniß ist. Es bildet durchsichtigefarblose Nadeln, welche bitter schmecken, sich im Was-ser leicht auflösen und bei 150" ohne Gewichtsverlustschmelzen. Das Obige gilt auch vom s a l z s a u r e nund schwefelsaurenCvdein, das als ein farb-loses, in Wasser und Weingeist auflösliches Salz er-scheint. Mit Salpetersäure gibt das Codeln hell-braune, seidenglänzende Nadeln; das Jodcodein sindrubinrothe, glänzende Tafeln. Auch kennt man eineVerbindung desselben mit Cyan, welche glänzende,6 seitige Blättchen bildet.
Coden, s. Cong e.
Codiäjini heißt eine Art feiner italienischer Würst-chen, die in Ferrara verfertigt werden und auch zu-weilen nach Deutschland kommen.
Code, spanisches (castilisches) Längenmaß, dieHälfte der Vara.
Cölestin, s. Strontian.
Coeur fleuri nennt man in Frankreich einenfeinen gebleichten Zwillich mit eingewirkten, kleinenrechtwinkeligen Mustern.
Coffein, s. Kasfeein.
Coffino, Getreidemaß auf der Insel Cypern.
Costa, s. Koffala.
Cognac heißt die beste Sorte des aus Wem-trestern gebrannten französischen Branntweins oderFranzbranntweins, der besonders in der gleichna-migen Stadt im Departement Charente fabrizirtwird; doch Pflegt man in Deutschland den Franz-branntwein im Allgemeine» Cognac zu nennen. —S. Franzbranntwein.
Cojäng, s. Koyan.