Qïülontrn
333
Làphoiiium
Nitfstifie betrachtet werden. Früher waren sie nurGegenstände des Luxus, deren Genuß sich nur derReiche verschaffen konnte, aber die vermehrte Erzeu-gung und die Erleichterung des Handels durch Ver-vollkommnung der Schifffahrt, durch das Aushörender Seekriege rc. haben die Preise derselben auf einenw niedrigen Stand gebracht, daß sie auch demAermsten zum Bedürfniß geworden sind und derverbrauch derselben sich fortwährend vermehrt hat.Auch werden sie durch kein europäisches Erzeugniß"fetzt, mit alleiniger Ausnahme des Zuckers, fürden man in der neuesten Zeit zwar aus der Runkel-rübe ein völlig genügendes Surrogat gewinnt, dasaber demohngeachtet den ausländischen Zucker wohlnie ganz verdrängen wird, weil es in Europa anBodenraum zu Erzeugung der nöthigen QuantitätNeben der zur Ernährung der Bevölkerung unent-dehrlichen Menge der Cerealicn und anderer Boden-erzeugniffe zu fehlen scheint. Der Colonialwaaren-handcl ist daher einer der wichtigsten Geschäftszweigedesauders an den Seeplätzen in England, Holland,Frankreich, Deutschland rc., sowie auch im Innernder Länder.
. Colonie» sind Niederlassungen eines Bolks oderemzelner Glieder desselben in einem fremden Lande,theils um sich daselbst nur zu ernähre», theils umdie Produkte desselben zu gewinnen und Handel da-uiit zu treiben. Die Colonicn zerfallen daher infolgende Klaffen: 1) Ackerbaucvlonien, weichehauptsächlich zur Betreibung des Feldbaues von Co-wnisten angelegt werden, die sich aus Mangel anGrund und Boden in ihrem Baterlandc entweder jfreiwillig oder aus Veranlassung ihrer Regierung >Nach einem fremden Lande begeben. GewöhnlichWachsen diese Colonie», wenn sie gedeihen, durchEinwanderungen nach und nach bedeutend an, sodaß die Colonisten eine selbstständige Nation werdenund sich vom Muttcrlande unabhängig machen.Golonien dieser Art sind die Nordamerikanischen Frei-staaten , Canada, Australien, das Borgebirge derSuren Hoffnung k. 2) Pslanzercolonien,deren Zweck die Erzeugung der dem fremden Landeeigenthümlichen Produkte und der Handel damit nachdem Mutterlande oder nach anderen Ländern ist.äuch in den Ländern, in welchen diese Colonicn an-stiegt wurden, hat dieeingewandcrte cnropäischeBe-bolkerung meist, wenn auch nicht der Zahl nach, dochdurch ihre Macht und ibre Intelligenz das Ueberge-.stewicht gewonnen und mehrere derselben haben sich !u»m Mutterlande unabhängig gemacht, wie daS |§?B e Drittel- und Südamerika, während in West- und !Ostindien die Herrschaft des Mutterlandes noch auf- >'îcht erhalten ist. Da es den Colonisten gewöhnlich?» der nöthigen Anzahl Menschen zur Bearbeitung ie ? Boten« fehlte und die Europäer sich in den jrasten und zum Tbeil ungesunden Klimate» nichta^îu eigneten, so zwangen sie die Eingeborenen, für !or>t? U leiten, holten auch mit Gewalt Arbeiter ausLändern, besonders Sieger von der asrika-uschen Küste, und so entstand der Sklavenhandel,a die Anzahl der Neger in diesen Colonicn die derden ?är meist bei weitem überwiegt, so gelang eskell e ^ tereu ost nur mit Biühe, sie in Unterwürfig-Uvt ^ U - "galten; auf St. Domingo aber mußte sie >uterliegen, wodurch auf dieser Insel ein unabhän- |u!?. et -ftegerftaat entstand, der aber seitdem eine *lstzwthschast treibt, durch welche er sich ohne Zweifel !Une* îst>3 oder lang selbst vernichten und wieder!uler die Herrschaft einer civilisirten Station bringen s
wird. 3> Bergwerkscolouien, deren Haupt-^ zweck die Gewinnung von Gold und Silber, Edel-steinen rc. ist. Dies waren ursprünglich die meistenColonien der Spanier und Portugiesen in Mittel-und Südamerika, welche aber grvhtentheils zuI Pflanzercolonicn geworden sind, weil der Ertrag desBergbaues durch den Mangel an Arbeitskräften,
> durch unzweckmäßige Verwaltung oder durch Er-: schöpfung der Gruben ungenügend wurde. In den' meisten dieser Colonien sind die Ureinwohner durchübermäßige Belastung mit Arbeiten, zu denen dieColonisten sie zwangen, völlig aufgerieben worden.Jetzt sind dergleichen wieder in Calisornien und aufReuholland entstanden. 4) Haudelscolonien,welche eigentlich nur den Zweck haben, mit den Ein-geborenen des fremden Landes Handel zu treibenund daher ursprünglich bloße Factoreien der Regie-rung oder von Kaufleuten des Mutterlandes waren.Der Gegenstand ihres Handels sind meist Colonial-waaren, außerdenr auch Gold, Pelzwaaren und be-sonders früher Sklaven, und sie tauschen diese in derRegel gegen Manufaktur- und Fabrikerzeugnisse desMutterlandes aus. Diese Colonicn sind jedoch meistbei ihrem ursprünglichen Zwecke nicht stehen ge-blieben, sondern sie haben Grund und Boden er-worben, haben Pflanzungen angelegt und sind zumTheil, wie namentlich das englische Ostindien, zumächtigen Reichen emporgewachsen. In der ur-sprünglichen Forni bestehen noch Haudelscolonien,besonder« auf der Westküste von Afrika, deren größereAusdehnung aber meist durch da« für Europäer un-gesunde Klima verhindert wird. — Die Colonienhaben auf die Lage und den Zustand der europäischenLänder den wichtigsten Einfluß gehabt, und dieseverdanken ihnen einen großen Theil ihrer jetzigenMacht und ihres Wohlstandes, was ganz besondersvon England gilt. Hauptsächlich haben sie zurHebung der europäischen Industrie wesentlich beige-tragen , indem sie den Erzeugnissen derselben ganzneue und bedeutende Absatzwege eröffnet haben undsie mit den ihr nöthigen Rohprodukten zu billigenPreisen versehen, ohne die sie sich nie aus ihrenjetzigen Standpunkt emporgeschwungen haben würde.Aus der anderen Seite haben sie europäische Kulturnach den fremden Welttheilcn gebracht und einerMenge thätiger Bewohner Europas, welche bei derllebervölkerung ihres Vaterlandes sich nur kümmer-lich in demselben ernähren konnten, ein neues, ihnenWohlstand gewährendes Vaterland eröffnet.
Colonnato,s. Piaster.
Colontepieholz, s. Tigerholz.
Colophonit, Rothofsit oder brauner Gra-nat heißt eine Art des gemeinen Granats von röth-lich-, gelblich- und schwärzlichbrauner bis pechschwar-zer Farbe, die sich in mehreren Gegenden Deutsch-lands, namentlich in Thüringen, im Orenwalde, inTirol rc., sowie am Vesuv, in llngarn, Rußland,Sibirien, Schweden und Norwegen, meist in Kör-nern, fast ohne Krystallisationskorm findet. AlsSchmuckstein wird er nur selten benutzt.
Colophonium oder Geigenharz ist ein gerei-nigtes und besonders von dem darin enthaltenen fluch-tigen Oele befreites Fichtenharz, das aus dem bei derBereitung des Terpentins bleibenden Ruckstande ge-wonnen wird. Man schmelzt denselben unter Um-rühren so lange, bis das darin enthaltene Wasserverdunstet ist und schöpft dann das klare Harz vondem schmutzigen Bodensätze ab. Es ist mehr oderweniger braun von Farbe, halbdurchsichtig, spröde