Band 
Erster Band.
Seite
338
JPEG-Download
 

Conge

338

Continent

von etwas nehmen; mit Jemandem (über den Standeiner Rechnung, über den Saldo rc.) conform gehen,mit ihm übereinstimnien.

Conge, Corge, Carge, Koorje, Kortsch,Coden, nennt man in Ostindien und auf denInseln eine Anzahl von 20 Stück, namentlich Manu-fakturwaaren und dgl.; auf Sumatra, Singapore rc.40 Körbe Taback.

Congce heißt eine Art ostindischer Stärke, welchezuweilen nach England kommt.

Conger, s. Aal.

Congo, Congso oder Congsu, s. Thee.

Coniin heißt das im gefleckten Schierling, Co-nium maculatum, enthaltene Alkaloid, das durchDestillation der frischen Blätter oder der Samen-körner mit Kalilauge gewonnen wird. Es ist inreinem Zustande und bei gewöhnlicher Temperatureine farblose, durch den Luftzutritt sich gelblich fär-bende, ölartige Flüssigkeit von durchdringendem,widerlichem Schierlingsgeruche, löst sich schwer inWasser, leicht in Weingeist, Aether, fetten und äthe-rischen Oelen auf und ist höchst giftig. Sein spezif.Gewicht ist 0,87. Es wird wie der Schierling in derMedizin angewendet. Eine zweite, in dem Schier-ling neben dem Coniin auftretende Pflanzeubafe, istdas Conhydrin, weniger giftig als jenes. Esenthält mehr Atome Wasser und krystallisirt in farb-losen Blättchen. Das C y n a p i n ist in dem Garten-schierling enthalten.

Conium maculatum, s. Schierling.

Conjunctur heißt ein Zusammentreffen von Er-eignissen und Zeitumständen, im Handel auch über-haupt jedes aus denselben und namentlich auf denStand der Waarenpreise Einfluß habende Ereigniß.-Alan nennt es eine günstige Conjunctur, wenn eseine Erhöhung, eine ungünstige, wenn es eineErniedrigung der Preise zur Folge hat. DasVoraussehen und Benutzen der Conjuncturen ist diegrößte, aber auch schwierigste Kunst der Spekulation.

Connossament, s. Fracht.

Conohoriarinde, auch Fieberrinde oderCascarille von Neuandalusien genannt,Cortex Conolioriae c us p a , eine Art falscheChinarinde, dünn, blaßgelb und von stärkerem, aberangenehmer bitterem Geschmack als China und wiediese wirkend, von einem in Neuandalusien wachsen-den Baume aus der Familie der Violaceen. Siekommt selten oder gar nicht in den Handel.

Conservcn nennt man frische Blumen, Kräuterund andere Pflanzentheile, welche zu einem feinenBrei zerquetscht und dann mit so viel Zucker ver-rieben sind, daß das ganze eine bröckelige Consistenzerhält. Dies geschieht besonders, um die flüchtigenund heilenden Theile der Pflanzen zu erhalten, oderum ihnen einen besseren Geschmack zu geben, meistaber nur mit solchen Pflanzentheilen, welche durchdas Trocknen ihre Kraft verlieren. Man hat haupt-sächlich Rosen-, Löffelkraut-, Brunnen-kressen-, Wurm- (von Wurmmoos), Sade-baumblätter-Conserve.

Consignireil heißt überhaupt Waaren an einenAuswärtigen senden, besonders aber sie ihm zumVerkauf in Commission zuschicken. Die Zusendungheißt daher Consignation und man sagt auch,Jemandem eine Waare in Consignation senden(s. Commission, auch Beilast). Der Absenderder Waare heißt Consignant und der EmpfängerConsignatar. — Einen Schiffer an Jemandenconsignireu heißt ihn an einen Geschäftsfreund

in einem Hafen) den er während seiner Reise anzu-laufen gedenkt, oder auch in einem Nothhafen adref-siren, damit er von demselben nöthigensalls Geldoder andere Unterstützung erhalten kann.

Consolidirte Fonds, s. Staatspapiere.

Consomme, s. Gallerte.

Consorten ist der veraltete Ausdruck für Hand-lungsgesellschafter oder Compagnons.

Constantiawein, s. Capweine.

Constanzer Leinen nennt man die im Breisgauund auf dem Schwarzwalde gewebten feinen dichtenLeinen, welche meist in Constanz und St. Gallengebleicht und appretirt werden. Sie sind 1 S U brab.Ell. breit, in Stücken von 57 brab. Ell. Länge, ent-weder in der ganzen Breite buchförmig gelegt und inblaues Papier geschlagen, oder in der halben Breitein runde Bällchen gepreßt.

Consulent, Berather, ein Rechtskundiger, derin besonderen Fallen zu Rathe gezogen wird und inder Regel bei den Handelstribunalen oder Handels-schiedsgerichten den Vorsitz führt.

Consumiren heißt verzehren, verbrauchen; daherCosument Derjenige, welcher die von dem Pro-ducenten erzeugten Rohstoffe der Jndustriepro-dukte verbraucht, sie also, nachdem er sie gekauft hat,nicht wieder verkauft. Consumo oder Con-sumtion heißt der Verbrauch, die Berzehrung, undist der Production oder der Erzeugung entgegen-gesetzt. Auf dem Verhältniß zwischen beiden beruhthauptsächlich die größere oder geringere Lebhaftigkeitdes Handels, der Stand der Waarenpreise rc.

Consumtionshandel, s. Handel. Consum-tionszoll, Consumozoll, s. Zoll.

Contaillesoder Solos contailleg nennt manin Frankreich die geringste Flock- oder Wirrseide.

Contant oder Comptant,s. Baarzahlung.

Contanten heißt so viel als baares Geld.

Contaria nennt man in Italien die venetia-nischen Glasperlen und Schmelz und unterscheidetContaria di peso, welche nach dem Gewicht und 6.di conti, welche nach der Anzahl der «schnüre ver-kauft werden.

Contatsche Weine oder comtatscheWeineheißen diejenigen, die in der Gegend von Avignonund Carpentras, dem ehemaligen Comtat vonAvignon und Benaissin, erbaut werden. Die bestenGattungen, wie ChLteauneuf du Pape, Closde la Nerthe, Clos de Saint-Patrice,Saint-Sauveur, CöteauBrulo deSor-gue s rc. sind feine rothe Weine erster Klasse. Dieübrigen Gewächse von Sorgues und ChLteauneuf deGadagne gehören zur zweiten, die von Avignon undMorieres zur dritten Klasse. Von Beaume kommensehr angenehme Muskatweine, und von Mazan ge-kochte süße Weine, G r e n a ch e genannt.

Content heißt mit Gewürz vermischtes Reismehl,das mit Milch gekocht eine nährende Speise giebt.

Contenten, Coutentenlisten heißt man inSeestädten die Listen oder Verzeichnisse von Waaren,die auf Schiffen angekommen sind.

Conteperdrix, ein angenehmer und auch imAuslande beliebter Wein aus der Provence.

Conterie heißen in Frankreich und namentlichin Marseille die Glasperlen und die kleinen Glas-spielwaaren, welche besonders nach der afrikanischenKüste gehen.

Continent wird das Festland oder feste Land ge-heißen; es ist das, was ununterbrochen zusammen-hängt , insbesondere die großen Massen Landes auf