Copaivabalsam
346
Copct
nette genannt. Jetzt sind diese Zenge, wenigstensin Deutschland, fast ganz anßer Gebrauch gekommen.
Copaivabalsam, Copahn- oder Capivi-balsam, lialsaiuns Copaivas. ist das durchtiefe Einschnitte aus mehreren zur PstauzeugattungCopailora gehörenden Bäume gewonnene flüssigeHarz, von der Consistenz eines Zuckersaftes. DieseBäume wachsen in Südamerika, namentlich in Bra-silien und auf den Antillen, und hauptsächlich ist esCopaifera officinalis, welche den Balsam liefert.Dieser fließt aus den gemachten Einschnitten, beson-ders während der Regenzeit, sehr reichlich aus, so daßein einziger kräftiger Baum oft binnen wenig Stun-den 12 Pfd. liefern soll. Sein spezifisches Gewichtschwankt zwischen (W—0,,>g 7 . Es ist anfangs einweißer Saft, der aber mit der Zeit hellgelb, klar,einem dicken fetten Oele ähnlich wird. Nach längererZeit verliert er seine Durchsichtigkeit nnd wird zähernnd dnnkier. Er hat einen eigenthümlich unange-nehmen, aromatischen, durchdringenden Geruch undeinen bitteren, starken, etwas scharfen und heißenGeschmack. Der meiste und beste kommt aus Bra-silien ; er ist völlig durchsichtig, ganz blaßgelb undvon schwacher Sirupsdicke; geringer, dunkler vonFarbe, zäher und von widrigem, terpentinartigemGeruch und Geschmack ist der von den Antillen, deraber nur selten in den Handel kommt. Er muß sichin Aether und Alkohol von 90" völlig auflösen undin Wasser getröpfelt in Kugelgestalt zu Boden sinken,'aber bald wieder emporsteigen und sich auf der Ober-fläche verbreiten. Bist Aetzkalilauge muß er eineklare Mischung geben; bildet sich eine weiße, dickliche:Masse, so ist er mit einem fetten Oele, (Terpentin-,Mohn- oder Nußöl,) vermischt. Um die Verfälschungmit Ricinusöl zu entdecken, ist diese Probe jedochnicht hinreichend, denn er bleibt dann ebenfalls hell;man muß ihn daher in einem Porzellanschälchenunter vorsichtigem Erhitzen abdampsen, wobei derächte einen colophoniumähnlichen Rückstand giebt,der sich zu Pulver reiben läßt, während der Rück-stand immer klebrig bleibt, wenn der Balsam mitRicinus- oder andrem fetten Oele vermischt war.Er wird in der Medizin als nervenstärkendes, urin-nnd bluttreibeudes, auch Wunden heilendes Mittel,in neuerer Zeit besonders gegen Tripper gebraucht;außerdem auch zu Firnissen und in der Oel-malerei. Durch Destillation erhält man das farb-lose, dünnflüssige, aromatische Copaivaöl, dessenspezif. Gewicht 0,885 ist, und welches mit Salzsäureden Copaivakampher (färb- und geruchlosePrismen) liefert. Beim Destilliren bleibt ein hartesHarz zurück; war jedoch der Copaivabalsam durchOele verfälscht, so ist der Rückstand eine fette, schmie-rige Masse. Die Copaivasänre wird gewonnen,wenn man den Copaivabalsam mit Ammoniak dige-riren läßt. Es scheiden sich achteckige, farblose, weichePrismen ab, die an der Luft sich trüben. Sie bildenmit Salzbasen mancherlei copaivasanre Salze.
Copal oder Copalgummi, 6nmmi Copal,ist das Harz verschiedener, noch nicht ganz sicher be-stimmter Bäume in Südamerika, Afrika, Ostindienund der Levante , das hauptsächlich zu Lackfirnissen,außerdem auch zuweilen zum Räuchern und zuPflastern verwendet wird. Im Handel kommen be-sonders 2 Sorten vor: 1) Westindischer, ame-rikanischer, brasilianischer, weißer oderKugelcopal, soll von dem in Mexiko und Süd-amerika wachsenden Copalsnmach, Uhus copal-linum, kommen. Er ist weiß bis blaßgelb von Farbe,
hell und durchsichtig, oft fast farblos, und bestehtmeist aus unregelmäßig geformten, zuweilen rundenoder ovalen oft wolkig getrübten Stücken, bis zurGröße einer Hand, die sich leicht zerbrechen lassen,auf dem Bruche glänzend wie Glas, muschelich ge-schmacklos sind und angezündet einen angenehmenGeruch geben. Je größer, weißer, durchsichtigerund härter er ist, desto mehr wird er geschätzt. Eskommen selbst Pfundschwere Stücke vor. Der besteund reinste heißt Pancop al; oft enthält er im In-nern Rindenstückchen und Insekten. Er löst sich i»Lavendel- und Rosmarinöl und absolutem Alkoholauf, ohne daß er geschmolzen zu werden braucht undgiebt daher den hellsten und weißesten Firniß, derjedoch weniger hart ist, als der von der folgendenSorte, auch leicht abspringt. Der undurchsichtige,milchweiße löst sich schwerer auf. Im natürlichenZustande sind die Stücke mit einer thonartigenRinde überzogen, die sich jedoch durch Schaben da-von entfernen läßt und dann nennt man ihn ge-schabten, geschälten, gereinigten, tnunda-tum, mit der Rinde ungeschabten, ungeschäl-ten, rohen, ncm mundatum oder naturale. 2)Ostindisch er, orientalisch er, levantin er,gelber, gepreßter, harter oder Stein-copal, zuweilen auch ägyptischer genannt, an-geblich von Valoria indi'ca stammend, besteht ausmehr flachen, breiten Stücken von verschiedenerGröße, die mit einer röthlichen, sandigen Rinde um-geben sind, welche sich durch Waschen mit Soda-oder Potaschenauslösung davon entsernen läßt. Erheißt dann gewaschener und hat eine rauhe, auskleinen Erhabenheiten gebildete Oberfläche. Er istsehr hart, läßt sich zu Drechslerarbeiten gebrauchen,hell weingelb bis röthlich von Farbe und aus demBruche glasglättzend. Er löst sich auf kaltem Wegenicht auf, sondern muß geschmolzen werden, giebtdann aber einen äußerst dauerhaften Lack. DieserCopal ist der geschätzteste. Er kommt in Kisten vonea. 200 Pfd., hauptsächlich über Trieft, und derPreis ist nach der Größe der Stücken und nach derReinheit sehr verschieden. — Außerdem unterscheidetman auch zuweilen noch eine dritte Sorte unter demNamen afrikanischer, welche dem westindischenim Aeußeren und den übrigen Eigenschaften ziemlichgleich kommt. — In betn Copal hat man 8 SortenHarze gefunden: ein in absolutem Alkohol lösliches,ein in Aether und Alkohol unlösliches und ein ganzunlösliches. Wird der Copal geschmolzen, so giebter ein flüchtiges Oel. Der Cvpalfirniß ist fürLackirer sehr wichtig; er wird meist aus Copal, Ter-pentinöl und Alkohol in verschiedenen Mischungs-verhältnissen bereitet.
Copakchiriitdc, Copalke oder Copalchi-china, Cortex Copalchi oder Cortex ama -rus, heißt eine Rinde von gewürzhaft bitterem Ge-schmack und angenehm aromatischem Geruch, welcheder Cascarillrinde ähnlich, vor einiger Zeit aus Me-xiko, wo sie als Fiebermittel gebraucht wird, in 1—2Fuß langen und 2 Zoll dicken Röhren von zimmt-brauner Farbe mit aschgrauer Oberhaut nachEuropa gebracht wurde, aber nicht in Anwendunggekommen ist.
Copatanza, s. Zimmtcassia.
Copccs, Copis oder Coupis, ostindischeBanmwollenstoffe für den Handel mit Asrika, dieman jetzt auch in Rotten rc. fabricirt.
Copct, früheres Getreidemaß in den KantonenWaadt und Neufchatel.