Damasquinas
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Damast
dessen Namen führt; Bäver, prächtige Häuser. Eswerden hier herrliche Seiden- u. Goldstoffe, Shawls,Seife, Tauwerke, Lcderwaaren, Eisenwaaren (dieberühmten Damascener Klingen werden hier nichtmehr verfertigt), Silber- und Goldwaaren, Juwelir-arbeiten, Rosenwasser rc. sabricirt. Die Zahl derverschiedenen Handwerker belief stch vor dem Aufruhrim Jahre 1860 auf mehr denn 3000, jetzt ist sie auf1500 zusammengeschmolzen, denn der größte Theilder reichen christlichen Kaufleute und der industriellenBevölkerung hat sich seit der letzten Christenverfol-gungen in Beirut angesiedelt. Die Zahl der Web-stühle für gemischte Baumwollen- und Seidenzcugewird auf 4000 angegeben; die für Baumwolle alleinauf 400. Der Hanvel ist noch immer bedeutend, dennDamast ist der Stapelplatz von persischem Tabak,Indigo, indischen Stoffen und verschiedenen euro-päischen Waaren. Letztere gelangen direct hierher;die von Persien über Bagdad und die von Indienüber Suez und Aegypten. Ein Karawanenzug gehtjährlich einmal nach Mekka und zurück, zwei oderdrei derselben gehen nach Bagdad auf der Straße nachMesopotamien; nach Aleppo gibt es fast jeden Monatzweimal Gelegenheit. Die hauptsächlichsten Export-artikel sind gedörrte Aprikosen, Zibeben, Seiler-waaren rc.
Rechnung und Münzen wie in den anderentürkischen Provinzen, (s. Türkei). Die Course derletzteren sind fortwährenden Schwankungen unter-worfen.
Maße und Gewichte. Gewichte wie in Kon-stantinopel, nur sagt man statt 2 Okken 1 Rottoli,welches in l2 Unzen eingetheilt ist. Ein Quintalvon 100 Rottoli — 200 Okken in Kvnstantinopel.Goldgewicht. Ein Metikal—IVsDramm in Kon-stantinopel.— Längenmaß ist der Pik = 0, 710Centimetre.
Damasquinas heißt eine ausgezeichnete Art Ci-tronen, nicht groß, länglich u. von sehr angenehmemGeruch, die besonders in der Gegend von Cordovain Spanien wachsen.
Damassin nennt man in Frankreich einen sehrreichen und schweren seidenen Damast mit goldenenund silbernen Blumen, der in Lyon, Tours rc. ver-fertigt und zu Priesterornaten verwendet wird.
Damast ist ursprünglich ein schwerer, künstlichgewebter Seidenstoff mit atlasartigem Grunde undeingewebten taffetartigen Blumen, Ranken und ähn-lichen Mustern, wogegen aus der linken Seite umge-kehrt die Muster wie Atlas und der Grund wie Tasteterscheint. Der eigentliche Damast ist immer nur ein-farbig, denn wenn er mehrere Farben hat, gibt manihm andere Namen. Man verwendet ihn jetzt haupt-sächlich zu Tapezierungen, Drappirungen und zuMöbelüberzügen in Prachtzimmern; zu Kleidern, zudenen man früher besonders den mit kleineren Musternnahm, wird er jetzt wenigstens in Europa selten odergar nicht mehr gebraucht. Ueberhaupt aber wird erviel häufiger im Orient, in China, Ostindien rc. alsin Europa verfertigt; auch soll er in Damast inSyrien zuerst gewebt worden sein und daher seinenNamen erhalten haben. In Europa unterscheidetman nach der Art des Gewebes französischen, hollän-dischen und italienischem, von denen der erstere derschwerste ist. Die italienischen Fabriken in Genua,Florenz, Lucca, Turin, Venedig rc. waren von jeherin diesem Artikel vorzüglich berühmt, jn Frankreichbesonders die von Lyon und Tours; jetzt aber wirder auch in Krefeld, Berlin, Wien und an anderen
Orten in Deutschland ebenso schön versertigt. Früherkam auch ostindischer Damast, gewöhnlich unter demNamen Rolldamast, nach Europa, der aber jetztnur noch im Handel nach den ostindischen Inseln,nach Afrika und Amerika vorkommt. — Die Damast-Weberei hat man schon seit längerer Zeit auch aufwollene, gemischte und leinene Stoffe angewendet,und diese sind jetzt in Europa viel wichtiger, als dieseidenen Damaste. Besonders hat die Fabrikationder gemischten, aus Wolle, Baumwolle, Leinen undSeide, in den verschiedensten Formen u. Zusammen-setzungen , theils einfarbig, theils bunt, am häufig-sten aber zweifarbig in der neueren Zeit in Deutsch-land außerordentlich an Ausdehnung gewonnen undhat der Erfindungsgabe und dem Geschmacke derFabrikanten ein weites Feld eröffnet, das sie auchsehr fleißig ausgebeutet haben. Chemnitz , Wien,Berlin und Reichenberg sind die Orte, die es indieser Fabrikation am weitesten gebracht haben, ob-gleich es auch noch an manchen anderen Orten Fa-briken gibt, welche Ausgezeichnetes leisten. DieseDamaste sind besonders zu Möbelüberzügen, zu Ta-peten , Vorhängen und anderen Drappirungen undzu Tischdecken bestimmt, und sie zeichnen sich sowohldurch Schönheit des Gewebes, der illuster und Fär-bet: , als durch Dauerhaftigkeit und verhältnismäßigeWohlfeilheit aus. Zu den nämlichen Zwecken undin ähnlicher Art werden auch viele baumwollene Da-maste verfertigt, die allerdings viel weniger haltbar,aber auch bedeutend billiger sind. — Unter Leinen-damast oder Damastleinen versteht man eineArt höchst veredelten Zwillich, der sich von letzterembesonders durch die eingewebten viel künstlicherenMuster und Verzierungen, sowie durch Feinheit undGlanz auszeichnet. Der Hauptsitz dieser Manufakturist von jeher die sächsische Oberlausitz und besondersdie Orte Großschönau, Neuschönan und Zittau, w»man Tafelgedecke und Kafseeservietten theils mitaußerordentlich künstlichen und complicirten wieder-kehrenden Plustern, theils mit eingewirkten Land-schaften, Figuren, Wappen, Arabesken, Namens-zügen und dergl. versertigt, die noch nirgends über-trossen worden sind. Sie zeichnen sich besonders durchden Glanz der hervortretenden Figuren, durch Milde,Dauer des Gewebes und vortreffliche Bleiche aus>Jetzt werden sie fast durchgängig mit der Jacquard-maschine gewebt, nur zu den größten und künstlich-sten Mustern bedient man sich noch des Zugstuhls-Außer der sächsischen Oberlausitz liefern die benach-barten schlesischen Fabrikorte: Schmiedeberg, Greifen-berg und Landshut, sowie Warnsdorf in Böhmen,Bielefeld und Brake in Westphalen ebenfalls vortreff-liche Waare, und ebenso auch Frankreich, Belgienund Holland. Besonders aber ist in neuerer ZenEngland ein bedeutender Coucurrent in diesem Är-tikel geworden, obgleich sein Erzeugniß dem sächsische"in Bezug auf Glanz und Haltbarkeit des schönenAnsehens in der Wäsche nicht gleichkommt, denn.dasletztere verdankt diese Vorzüge besonders der Verar-beitung des ausgesuchtesten Handgespinnstes, wäh-rend das englische Maschinengarn sich weniger MHerstellung eines vollkommenen Fabrikates eignet-Die deutschen Damaste werden entweder-in Schockenoder Weben versertigt, oder in Garnituren von einemTaseltuch mit Vs, 1, 2, 3 oder 4 Dutzend Serviettenvon gleichem Muster, nur ist das zu den Serviettengewöhnlich in kleinerem Maßstabe als das zum Tisch-tuche. Eine P o st nennt man 1, 2 oder 3 Garni-turen von gleichem Muster, welche zusammen gewebt