Dampfmaschinen
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Dampfschiffahrt
richtungen ein fortwährendes Hin- und Hergehenoder Auf- und Absteigen der Kolbenstange erzeugtund diese mit bedeutender Kraft ausgeführte Be-wegung benutzt werden, um Maschinen der verschie-densten Art oder auch nur Räder in Bewegung zusetzen. Dies ist in der Hauptsache das Prinzip derDampfmaschinen, welche demnach in zwei Klassenzerfallen, nämlich in solche, bei denen der Dampf ab-wechselnd über und unter dem Kolben in den Cylindertritt, und in solche, bei denen er durch eingespritztes )kaltes Wasser in Wasser verwandelt oder verdichtet j; conden sirt) wird. Die ersteren nennt man ;Hochdruck-, die letzteren Niederdruckma-!s ch i n e n. Diese arbeiten mit weniger Kraft als die!Hochdruckmaschinen, die man bis zu einem achtfachen IAtmosphärendruck steigern kann. Je nach der Thä-!tigkeit der Maschinen unterscheidet man noch einfach jwirkende und doppelt wirkende. — Man ist cigent- ilich schon im 16. und zu Anfang des 17. Jahrhun-|derts und selbst noch viel früher aus die Idee gekom-!men, den Dampf als bewegende Kraft zu benutzen; jeine wirkliche Dampfmaschine baute aber erst der [englische Hanptmanu Thomas Savary im Jahr j1668, welcher daher als der eigentliche Erfinder der-selben zu betrachten ist. Sie war jedoch noch sehrunvollkommen und wurde auch meist nur in Berg-werken angewendet; Andere aber brachten fort-während Verbesserungen an derselben an, und be-sonders James Watt in England, der im Jahr1769 ein Patent aus seine Maschine nahm. Indessenwurden auch diese verbesserten Dampfmaschinenlange Zeit nur als Pumpen iir Bergwerken, beiWasserleitungen rc. angewendet, und erst im jetzigenJahrhundert und nach Wiederherstellung des Welt-friedens hat man sie zum Treiben anderer Maschinenbenutzt. Durch diese letztere Verwendung aber habensie die Fabrikindustrie aus eine früher nie geahneteHöhe gebracht und sich in der ganzen civilisirtenWelt außerordentlich verbreitet. Mau benutzt sienicht allein zu Pumpwerken aller Art und zunr Auf-ziehen von Lasten, namentlich in Bergwerken, son-dern auch zunr Bewegen von Spinn- und Webe-maschiuen, von Mühl-, Harnmer- und Walzwerken,von Dreh- und Bobrmaschinen, von Gebläsen inHüttenwerken, von Maschinen zur Fertigung vonPapier, zur Verrichtung sehr vieler Dienste inBuchdruckereien, Brauereien, Brennereien, Zucker-siedereien und dgl. Ost verrichtet eine einzige Danipf-maschine in einer großen Fabrik eine Blenge, selbstin mehreren Gebäuden auszusiihreude Arbeiten, zudenen mehrere Hundert Menschen erforderlich seinwürden, und sie verrichtet sie regelmäßiger, sichererund ununterbrochener, als es durch Menschenhändegeschehen könnte, glicht minder wichtig ist ihre An-wendung zu Dampfschiffen und Dampswagen (Loko-motivenl auf Eisenbahnen, bei denen die Maschineunmittelbar auf die Räder wirkt, durch welche dieLast (das Schiff oder der Wagenzug) in Bewegunggesetzt und selbst mit dieser fortbewegt wird (s.Dampsschifsfahrt und Eisenbahnen). Inähnlicher Weise, als tragbare (transportable) Damps-maschinen wendet man sie in neuerer Zeit auch zumPflügen, zum Mähen des Getreides und dgl., jaselbst bei Geschützen zum Schießen an und hat be-rechnet, dgß man 420 Schüsse damit in einer Minutethun könne. Doch sind die dazu gebrauchten Ma-schinen für den Felddienst sehr schwerfällig, mögenaber auf Dampfschiffen die besten Dienste leisten. —Der Haupttheil einer Dampfmaschine ist ein großer
cylindrischer Kessel, der aus 3—4 Linien dicken unddampsdicht zusammengenieteten Eisenplatten bestehtund ohngefähr aus 2 / 3 mit Wasser gefüllt ist. Er istöfters inwendig mit Röhren versehen, durch welchedie Hitze strömt, die dann mit Wasser umgeben sind.
An allen Dampfkesseln niüssen Sicherheitsapparate,gläserne Röhren, die die Wasserhöhe im Kessel an-zeigen , Ventile rc. angebracht sein, um das Zer-springen zu verhüten. Dieses wird durch starkesFeuer in Dampf verwandelt und durch ein gewöhn-lich von der Maschine selbst in Bewegung gesetztesPumpwerk fortwährend ersetzt; der Dampf geht inden Cylinder und treibt den Kolben desselben unddessen Wtange auf die schon oben erwähnte Art aufund ab oder horizontal hin und her. Die auf undab steigende Bewegung, welche von den meistenDampfmaschinen bei senkrechtem Stande des Cylin-ders erzeugt wird, läßt sich durch Kniehebel in einehin und her gehende und durch Kurbeln in eine kre^sende (rotirende) verwandeln und so je nach Bedarfauf andere Maschinen fortpflanzen. Alan hat jedochnicht immer unbewegliche Cylinder, sondern auchschwingende (oscillirende) und drehende (rotirende).
Bei den Dampswagen und den Dampfschiffen mitSchaufelrädern ist die Pumpcnstange unmittelbar ander kurbelsörmig gekrümmten Radaxe drehbar be-seitigt und versetzt sie aus diese Weise in eine rotirende ,Bewegung. Ein näheres Eingehen in die Mechanikder Dampfmaschinen gehört nicht in unser Werk undwürde auch ohne Zeichnungen kaum verständlich sein.
Bei den in London 1862 ausgestellten Dampfma-schinen erregten diejenigen besondere Aufmerksamkeit,welche den Ranch vollständig verzehrten, und auchder sich selbst speisende Tender von Rains Bottom,welcher dem Dampfkessel Wasser zuführt, ohne daßder Zug zu halten nöthig hat. — Die Kraft einerDampfmaschine wird gewöhnlich nach Pserdekräftenangegeben, doch ist die Größe einer Pferdekraft sehrunbestimmt und verschieden. Am häufigsten verstehtman darunter diejenige Kraft, welche erforderlich ist,um eine Last von 33,000 englische Pfund in einerMinute einen Fuß hoch zu heben; zuweilen schätztman sie auch, wie in Frankreich, nach Dynamen,oder nach der Kraft, durch welche 100 Kilogrammenin einer Sekunde 1 Meter hoch gehoben werden, undrechnet 75 Dynamen auf eine Pferdekraft, durchwelche also 750 Kilogrammen in der Sekunde 1 De-cimeter hoch gehoben werden, was mit jener Angabe iohugefähr übereinstimmt. Berechnet wird die Kraft !einer Dampfmaschine aus dem Flächeninhalte oder !dem Durchniesser des Kolbens, aus dem wirksamenDrucke auf denselben, der Höhe des Kolbenhubesund der Anzahl der Kolbenbewegungen in einerSekunde. — Dampsmaschinen werden jetzt von denmeisten Fabriken verfertigt, welche überhaupt großeeiserne Maschinen liefern, worüber man das Näherein dem Artikel Maschinen findet.
Dampfmesser, Manometer, sind Maschinen,welche die Spannung des Dampfes in den Dampfekesseln abmessen.
Dampfschifffahrt ist die Fortbewegung vonSchiffen durch die Kraft des Dampfes, also unab- >hängig vom Winde und von der Wasserströmung-Die Einführung derselben hat daher die Schifffahrtaußerordentlich erleichtert und gesichert und den Ver-kehr auf Flüssen und Landseen, noch mehr aber aufdem Bleere, in hohem Grad gefördert, beschleunigtund vermehrt. — Die erste Idee, ein Schiff ohneHülfe von Segeln und Rudern, nur durch die Krall