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Danzig
Hasen und die Vorstadt Neufahrwasser liegen.Die Motlau bildet die sogenannten Speicher-rnseln, welche mit Waarenmagazinen bedeckt sindund wo sich der Handel der Stadt concentrirt.Diese ist alterthümlich und unregelmäßig gebaut,mit engen, winkeligen Straßen, mehreren ausge-zeichneten Gebäuden und nur einigen kleinen öffent-lichen Plätzen. Von den öffentlichen Gebäuden sinddie große und schöne Marienkirche mit vielen Kunst-werken, das große Rathhans, das Regierungshaus,Gouvernementshaus, das Theater und der aus denZeiten der Hansa herrührende, jetzt als Börse be-nutzte, alterthümlich gebaute Artus - oder Junkern-hof die bemerkenswerthesten. Ferner ist hier eineSternwarte, eine Bildergallerie, zwei Gymnasien,zwei Realschulen, eine Gewerbsschule, mehrerewissenschaftliche Sammlungen und Wohlthätig-keitsanstalten. Danzig ist .die Endstation der Dir-schau-Danziger-Eisenbahn, durch welche es mit dergroßen oft-preußischen Staatsbahn in Verbindungsteht, auch ist durch die Bahn von Thorn nach Lo-wicz eine directe Eisenbahnlinie von hier nachWarschau hergestellt. Die Industrie ist lebhaft undes sind zahlreiche Fabriken für Taback, Stärke, Oel,Chemikalien, Gewehre, Maschinen, Gold-, Silber-und Bernsteinwaaren vorhanden. Sodann bestehenEisengießereien, große Bäckereien für Schiffszwie-back, Danipfmühlen, zahlreiche Bierbrauereien,Branntwein- und Likörbrennereien; letztere liefernden berühmten Danziger Aquavit, im Mundedes Volks Dauziger Goldwasser aus demLachs, dem Wappen der ältesten Fabrik, genannt.Der Lebensnerv dieses Platzes ist sein Handel.Danzig ist nicht nur der Hauptsitz der preußischenKriegsmarine, deren Werste in den letzten Jahreneinen sehr großen Umfang erreicht haben, sondernauch der erste Seehandelsplatz der preußischen Mo-narchie. Im Waarenhandel, nicht aber im Getreide-und Holzhandel, ist es jedoch in neuerer Zeit vonStettin überflügelt worden. Sein Handelsverkehrbleibt im Wesentlichen aus drei Branchen beschränkt:auf. das Getreide-, das Holz- und das Rhedereige-schäft. Die wichtigsten Ausfuhrartikel sindnach Getreide und Holz: Hülsensrüchte, Oelsaaten,Oel, Oelknchen, Knochen, Spiritus, Jopenbier,Likör u. s. w. Die Hauptrolle unter den Körner-früchten, welche Danzig verschifft, spielt der polnischeWeizen. Die Einfuhr besteht in der Hauptsachein Heringen, Steinkohlen, Eisen, Eisenbahnschienenund Eisenwaaren, Soda, Potasche, Farbehölzer undFarbwaaren, Talg, Kaffee, Reis, Wein u. s. w.Der Werth der im Jahre 1862 seewärts eingegan-genen Waaren betrug 5,685,343 Thaler, der derAusfuhr 28,382,846 Thlr. Der eigentliche Hafenist „Neufahrwasser", welches einen Leuchtthurmund Dampfverbindung mit der Stadt hat. Einge-laufen sind daselbst im Jahre 1862:3151 Seeschiffeund zwar 1123 beladene, 2028 mit Ballast; ausge-laufen sind 3200, inclusive 21 mit Ballast. Unterven angekommenen waren 834 aus Preußen, 790aus Dänemark, 580 aus Großbritannien, 297 ausHolland, 193 aus Hannover, 116 aus Meklcnburg,278 aus Schweden und Norwegen. Im Jahre1854 kamen 1504 Segelschiffe au und 1500 liefenaus, mithin hat sich die Zahl der ein- und ausge-laufenen Schiffe seitdem mehr als verdoppelt, Fluß-wärts kamen in 1862 an: 4126 Strom-Fahrzeugeund 136 Dampfböte. Unter den Dampfschiffsahrts-verbindungen ist diejenige mit Amsterdam insofern
besonders wichtig, als sie den Verkehr des Rheinesmit dem deutschen Osten erleichtert. Am Schlüssedes Jahres 1863 bestand Danzigs Rhederei aus123 Segelschiffen und 13 Dampfschiffen, enthaltend34,765 Normallasten. Im Bau begriffen waren:
2 Pinken, 3 Barken und 1 Schoonerbark.
Wechselpreise. Man nolirt hier folgendeCourse:
auf Amsterdam in Thalern für 250 nieder!. Fl.aus Hamburg in Thalern für 300 Mark Banco,auf London in Thalern und Sgr. für 1 PfundSterling.
auf Paris in Thalern für 300 Franken,auf Warschau in Thalern für 90 S. Rubel,auf Wien in Thalern für 150 Fl. österr. W.
Von Geldsorten werden Friedrichsd'or und anderePistolen, sowie Dukaten in Thlr. und Sgr. pr.Stück, russische Rubel und polnische Gulden in Sgr.pr. Stück notirt.
Platzgebräuche, Stückgüter. Man rechnethier zwar allgemein wie in ganz Preußen (s. d.), in-dessen werden doch die Preise einiger Waaren, z. B.Getreide, Eisen, noch wie früher in Dauziger Gul-den notirt, wobei dieser Gulden zu 10 Sgr. gerechnetwird, obgleich er ehemals nur 1 h Thlr. preuß. Crt.galt, denn es gingen 56 auf die Mark f. Silber. —Maße und Gewichte sind ebenfalls die preußischen(s. Preußen), indessen ist darüber Folgendes zu be-merken : Getreide wird eigentlich nach der alten hie-sigen Getreidelast verkauft , welche 60 Scheffel ä51,703s Liter enthielt und daher — 56, 1433 preuß.Scheffel war; es werden dafür immer 56V» preuß.Scheffel gemessen, obgleich man sagt, daß die Last60 Schsfl. habe. Roggen wird seit 1859 für125psündige Waare (d. h. der Scheffel zu 125 altenAmsterdamer Psd. Gewicht) mit der Bedingung ver-kauft, daß für jedes Pfund pro Scheffel Mehr- oderMindergewicht V- Sgr. Differenz gerechnet wird.
Das ausländische Salz, dessen Beziehung Monopolder Regierung ist und durch die Seehandlung besorgtwird, empfängt man nach der Last von 18 Meß-tonnen oder 6000 preuß. Psd. und verpackt undverkauft es in Tonnen von Nto. 405 Psd. altespreuß. Gewicht. Beim Weine rechnet man auf dieLast 2 Faß oder Fuder, oder 4 Both oder Sektpipen,oder 4 4 /r, span. Weinpipen, oder 8 Oxthost ä 1V>Ohm ä 4 preuß. Anker. Der alte Weiustoof enthielt1,7>>« Liter und war — 1, 4 uw Preuß. Quart.; wenner aber jetzt noch vorkommt, rechnet man ihn nur zu1 preuß. Quart, oder zu 1 Anker. Spiritus-Preis-norm (s. Branntwein); Preis in Thalern. —Nach Zollgewicht werden verkauft: Colouialwaaren,Mandeln, Alaun, Salpeter, Schwefel, Salz, Stein-kohlen, Oel, Sirup, Honig, Pech, Theer, Weinstein,Harz, Talg, Farbholz, Färberröthe, Flachs, Hanf,Wolle, Eisen, Stahl, Zinn, Blei, Galmei, Messing-draht u. s. w.; Pipen-, Oxhoft-, Boden- und ,Branntweiustäbe, Klapp- und Franzholz, fichtene >Dielen, nach dem Schock von 60 stück; Masten nach idem engt. Fuß und nach Verhältniß ihrer Dicke', !
eichene Planken »ach dem engl. fU Fuß und nach !
Verhältniß der Dicke, auch nach dem Schock von i720 Knbikfuß; Splittholz nach dem Faden von 6engl. Fuß Höhe und Breite; fichtene Balken undeichenes Knieholz nach dem engl. Kubikfuß. — ®> eTonne Heringe hat 13 Wahl zu 80 Stück oder1040 Stück. Das Sechzig Wageuschoß sind 60Hundert. Der Ring ist 2 kleine Hundert ä 2 schock^Das große Hundert Klappholz hat 12 Ring oder 48