Band 
Erster Band.
Seite
372
JPEG-Download
 

Dntts

372

Datteln

ständische Papiere, Actien oder Obligationen ano-nymer Gesellschaften, namentlich von industriellenoder Kreditunternchmungen soumissioniren, erwer-ben, verkaufen, vertauschen oder verpsänden, auchAnleihen oder öffentliche Unternehmungen ganzoder theilweis übernehmen oder sich dabei betheiligenund deshalb Schuldscheine in Umlauf setzen rc. Anden Generalversammlungen können nur die Besitzervon wenigstens 20 auf den Namen lautender Actientheilnehmen. Die Bank hat Filiale und Comman-diten in Frankfurt «. M., Mainz, Mannheim, Ber-lin , Breslau, Leipzig, Paris, Rew-Zsork rc. — 2)Die „Darmstädter Bank für Süddeutsch-land", eine im Jahre 1855 auf die Dauer von 25Jahren errichtete Notenbank, mit einem Kapital von20 Millionen Gulden, eingetheilt in 20,000 Actienä 250 Fl. Sie hat die Befugniß, an allen OrtenFiliale oder Agenturen zu etabliren, sowie andereBankinstitute und Bankhäuser mit Einlösung ihrerNoten rc. zu beauftragen; ferner Bankanweisungenaus Ordre und Banknoten auf den Inhaber lautendin Beträgen von 10 bis 500 Fl. auszugeben; außer-dem sind der Bank Discvnt-, Depositen-, Darlehens-und Wechselgeschäste gestattet. — 3) Eine Reuten-nnd Lebensv ersicherungs-Anstalt, 4) eineHandelskammer, 5) eine höhere Gewerbe-schule und Gewerbehalle.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Hessen, Groß herz ogthum.

Datis, s. Doutis.

Datiscin, ein tiefgelber Farbestofs, der aus denWurzeln von Datisca cannabina in Ostindien ge-wonnen wird. Dort werden diese, wie die Blätterder Pflanze in Frankreich zum Gelbfärben der Seidebenutzt. Die Stengel lassen sich wie Hanf bearbei-ten. Die Pflanze blüht gelb, schmeckt widrig bitter.Das Datiscin krystallisirt in seidenartigen Nadeln,welche mit essigsaurem Bleioxyd und Zinnchloridgelbe, mit Kupfersalzen grünliche und mit Eisenoxyd-salzen grünlichbranne Färbung geben. Das ausdem Datiscin gewonnene Datiscetin krystalli-sirt in farblosen Nadeln, färbt stärker und besser alsDatiscin. Mit esfigsaurem Bleioxyd gibt es tief-gelbe Färbung.

Datteln, vaotyli, sind die langovalen, röth-lichgelbeu Früchte der Dattelpalme oder desDattelbaumes, Phoenix dactylifera, einesgroßen, majestätischen, 50—60' hohen Baumes von6—9' Umfang, mit schöner Blätterkrone. DerStamm ist nackt, walzenförmig, höckricht, von denUeberbleibseln der etwa 10' langen Blätter, welcheunten absterben und oben wieder durch neue ersetztwerden. Dieser Baum wird in warmen Ländern,besonders in der nördlichen Hälfte von Afrika, ineinigen Theilen Asiens, auf den kanarischen In-seln rc., aber auch in den südlichsten Theilen von Spa-nien , Portugal, Sicilien, Italien, Griechenland rc.angetroffen. Er gelangt ungefähr im 30. Jahre zufeiner Vollkommenheit und trägt von da an bis ge-gen das 100. Jahr jährlich 15—20 große Frucht-trauben , jede von 15—20 Pfd. Gewicht; späternimmt sein Ertrag ab. Da der Baum ganz ge-trennte Geschlechter hat, so tragen nur diejenigenFrüchte, welche weibliche Blüten hervorbringen; diemit männlichen Blüten sind unfruchtbar, müssen je-doch in der Nähe der weiblichen stehen, wenn dieseFrüchte tragen sollen. Die Fruchttrauben sind beider Reife gegenP Fuß lang; jede hat bis 80 Stieleund an jedem stiele wachsen bis 30 Blüten, doch

fallen viele Blüten und auch viele Früchte vor derenReife ab. Die letzteren brauchen 5 Monate zu ihrervölligen Ausbildung und werden im August reis.Wenn man sie aufbewahren und versenden will,nimmt man sie vor ihrer völligen Reife ab, schüttetsie in Haufen und läßt sie in der Sonne nachreifenund abtrocknen. Sie sind besonders für die Bewoh-ner Arabiens das unentbehrlichste und für viele daseinzige Nahrungsmittel; die arabischen Hausfrauenund Köche wissen sie aber auf so mannichsaltige Artzuzubereiten, daß man sagt, eine gute Hausfraukönne ihrem Manne einen ganzen Monat lang täg-lich ein anderes Dattelgericht vorsetzen. Man drücktin Arabien die völlig reisen, hochrothen Früchte ingroße, gegen 2 Centner haltende Körbe, so daß sieeinen festen Teig bilden, welcher Adschu genanntwird. Dieser wird auf die Märkte gebracht undnach dem Gewicht verkauft; er gehört zur täglichenNahrung aller Bolksklassen, wird auf Reisen mitge-nommen und gibt, in Wasser aufgelöst, ein süßes,erfrischendes Getränk, auch nehmen die aus-Arabiensegelnden Schiffe viel davon mit. Der Dattelteigvon Basra am persischen Meerbusen, welcher nochbesser ist als der arabische, ist in kleinen Körben von10 Psd. Nach Europa kommen die Datteln nur ingetrocknetem Zustande; sie müssen groß und lang,recht voll, frisch, fleischig und glänzend, ohne Run-zeln sein, eine dünne Haut und unter dieser einröthliches, nach dem Kerne zu weißliches Fleisch vonsüßlichem, angenehmem, etwas schleimigem Geschmackhaben und beim Schütteln nicht klappern. Siesind überhaupt leicht dem Verderben unterworfen.Diebesten sind die sogenannten Königsdattelnaus Tunis. Die meisten konmien aus Acgypten,von denen die Alcxandrinischen als die besten bezeich-net werben, und aus Syrien über Genua, Livornound Trieft nach Deutschland; sie sind jedoch meistschon alt, mehr oder weniger vertrocknet und einge-schrumpft , auch wohl von Milben zerfressen. AusRatolien kommen schwarze Datteln, KaraKhourma genannt, mit denen in den türkischenLändern am schwarzen Meere und in anderen Ge-genden der Levante ein starker Handel getriebenwird. In Valencia in Spanien unterscheidet man2 Sorten: Candits oder süße, und Äcreletsoder bittere; die letzteren haben 48 Stunden inWeingeist gelegen, wodurch sie einen sehr angeneh-men Geschmack erhalten, aber nach 6—8 Tagen ver-derben sie gewöhnlich schon. Beide Sollen werdenmeist im Lande verbraucht, doch auch zuweilen inkleinen Quantitäten nach Madrid, Barcellona rc.versandt. In Deutschland ißt man sie meist nur alsLeckerei oder zuweilen zum Dessert; in den Apothe-ken werden sie unter die Brustspecies gebraucht. Inihrem Vaterlande gewinnt man auch durch Auspres-sen einen dicken Saft oder Dattelhonig (Dibs)daraus, der entweder wie Butter zum Brode zogestsen, oder aus dem ein weinartigeS Getränk, sowieauch guter Branntwein und Essig bereitet wird.Den eigentlichen Dattel wein bereitet man jedochaus dem safte der Bäume, den man durch Anboh-ren besonders alter unfruchtbarer Bäume gewinnt-In Nubien verfertigt man einen Dattelwein, indem

man reife Datteln 2 Tage lang ununterbrochen m

Wasser kocht, die abgeklärte Brühe in irdene Krügegießt und diese 10—12 Tage lang, wohl verschlossenin die Erde vergraben, gähren läßt. Er hat einenangenehmen süßen Geschmack, ist sehr dick, hält stwaber nur ein Jahr lang. — Außer den Früchten