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Erster Band.
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Diamant

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Diamant

und Metalloxyden Salze, hat aber bis jetzt nurchemisches Interesse.

Diamant oder Demant, Adamas, einfalten äußeren Eigenschaften nach zu den Edelsteinengehörendes Mineral, das aber eigentlich reiner kry-stallisirter Kohlenstoff ist. Wegen seiner Schönheitsowohl als wegen seiner Seltenheit ist er der geschätz-teste und theuerste Edelstein, und seine ausgezeichnetenEigenschaften machen ihn dieses Vorzugs vollkommenwürdig und zum höchsten Schmucke geeignet. Zuseinen merkwürdigsten Eigenthümlichkeiten gehörtseine außerordentliche Härte, in welche er alle ande-rn Körper übertrifft, denn er ritzt alle Steine undselbst das Glas, wird aber von keinem geritzt undkann nur wieder durch Diamantsand und mit Dia-wantspath geschliffen werden. Zu dem schönstenSchmucksteine aber macht ihn die ihm eigene starkeStrahlenbrechung und die Eigenschaft, die verschie-denen farbigen Lichtstrahlen ungewöhnlich stark zuzerstreuen, wodurch sein herrliches Farbenspiel ent-steht, sowie der ihm'eigenthümliche, jeden andernübertreffende Glanz. Durch Reiben wird er elek-fasch und durch Bestrahlung phosphorescirend, in-dem er das starke Licht, dem er ausgesetzt wird, ein-sangt und dann eine Zeitlang im Dunkeln leuchtet,•p« starker Hitze und unter Zutritt der Luft ver-brennt er, wobei er kohlensaures Gas entwickelt undfanen merklichen Rückstand läßt. Sein spezi-stlches Gewicht ist 8,55, selten bis 3 , 6r> . Im natür-lichen Zustande ist er immer krystallisirt und seineGrundform ist das regelmäßige Oktaeder, dochkommt er auch in anderen, mit diesem in nahem Zu-sammenhang stehenden Krystallformen vor, z. B.dem RautendodekaLder, dem Tetraeder, dem Pyra-tnidenoktaöder rc.; auch findet er sich in rundlichen,kugligen Körnern und in Krystallen mit gekrümmtenoder gestreiften Flächen. Dabei besitzt er eineneigenthümlichen vierfachen Blätterdurchgang nachden Richtungen der Oktaöderflächen, so daß mau auseinem unregelmäßig geformten Diamanten mitleichter Mühe ein Oktaeder heransspalten kann, wo-durch seine Bearbeitung als Schmuckstein sehr er-leichtert wird; auch ist er in Folge dessen trotz seinerMoßen Härte spröde, so daß er sich im Mörser pul-. ern läßt. Ain häufigsten und im reinsten Zustandelst er völlig farblos und durchsichtig, doch kommt erauch zuweilen mit schwacher oder stärkerer Färbungb°r, namentlich vom kaum merklichen Gelb bis zum"tronengelb, hellblau, aber niemals sehr lebhaft,strun, hellbraun, seltener dunkelbraun und äußerstwften schwarz und rosenroth. Die letzteren werdenUnter den farbigen Diamanten, die im Allgemeinenwenige geschätzt sind als die farblosen, am höchstenbnd wenn sie vollkommen schön sind, oft noch höhera jg yie Wasserklaren. Diese koinmen amen vor und werden auch am meisten gesucht«ud am besten bezahlt. Die rohen Diamanten sindbttk einer weniger durchsichtigen Rinde umgeben,welche durch das Schleifen entfernt werden muß.■pfan Ankauf derselben kommt es besonders darauf?.lt, den Stein trotz dieser Rinde beurtheilen zuwnnen. Er muß sogleich dem Anscheine nach völlig^osserklar sein und von seiner Mitte heraus lebhastesMUer verrathen und einen starken, lebhaften Licht-chunmer zeigen. Ist die Rinde glatt und hell undws Grünliche spielend oder auch grün wie Bouteillen-8>as, so ist er in der Regel fehlerfrei und von guter^urte, auch oft sogar vom ersten Wasser; nur darfbto grünliche Farbe nicht ins Gelbliche spiele», denn

0- Fort's Univ.,Lexicon.

dann kann man ziemlich gewiß darauf rechnen, daßes ein weicher zäher Stein ist, der beim Schleifenschlecht ausfällt. Hat er eine rauhe Rinde, die dasInnere undurchsichtig bedeckt, und ist diese weiß undvon einem Aussehen, als hätte man sie künstlichrauh gemacht, ist er ferner frei von Rissen, Adernund fleckigen Stellen, die sich leicht erkennen lassen,wenn man den Stein gegen das Licht hält, so kannman ebenfalls annehmen, daß ergut ist. Auch wenner mit einem gelblichen, rostähnlichen Anfluge bedecktist, aber gegen das Licht gehalten im Innern reinund klar erscheint, ist er gewöhnlich gut, und sollteer Adern oder Flecken haben, so wird man diese leichterkennen, wenn man ihn gegen das Licht hält. Steinevon milchigem Ansehen mit einem Stich ins Bläu-liche, sie mögen äußerlich glänzend oder matt sein,werden immer eine geringe Härte haben und dasSchleifen derselben mit der Gefahr verbunden sein,daß sie zersplittern. Sollte dies aber auch nicht derFall sein und sie ganz bleiben, so werden sie dochimmer ein todtes nebliches Ansehen und nur einengeringen Werth haben. Alle Diamanten, die einezimmtbraune Oberfläche haben, sind unsicher.Spielt die Farbe bei glänzender Oberfläche etwasins Grünliche, so kann man den Stein für entschie-den schlecht halten. Hat dagegen der Stein einerauhe, licht zimmtbraune Oberfläche und ist er dabeidurchscheinend oder halbdurchsichtig, so ist er in derRegel sehr hart und zeigt nach dem Schleifen unge-mein viel Feuer; doch sind solche Steine zuweiienbraun oder auch schön gelb. Rauhe Diamanten sindhäufig strahlig, d. h. sie sind im Innern von einersolchen Menge Streifen und Adern durchsetzt, daßsie durch keine Kunst und Mühe eine ordentliche gutePolitur annehmen. Gute Diamanten dürfen nieeinzelne weiße oder grauliche neblige Flecken haben,müssen auch frei von rothen oder braunen Körnchensein, die zuweilen auf der Oberfläche oder im Innernvorkommen. Sie müssen ferner einen normalenBlätterdurchgang haben, weil aus der Richtigkeit des-selben ihre richtige und leichte Spaltbarkeit vor demSchleifen beruht. Auch muß man auf die Combi-nation oder Krystallgestalt selbst achten, da besondersbei Zwillingsgestalten häufig krummflächige Spal-tungsebenen zum Vorschein kommen, in deren Folgeder «stein sich nur schwierig schleifen und Polirenläßt, mithin auch von geringerem Werthe ist. DasSchleifen geschah früher nur mit dem eigenen, beimSchleifen zurückbleibenden Pulver, Diamautbo rtgenannt, welches von ächten Diamanten graulichoder schwärzlich, von unächten weiß von Farbe ist;jetzt aber schleift man ihn auch mit Diamautspath(s. Korund). Der zu schleifende Stein wird mitZiunloth (Soldir) in einer Hülse (Doppe) be-festigt und gegen eine sich horizontal drehende Stahl-scheibe gehalten, wobei man ihm die Richtung ver-mittelst eines Quadranten giebt und so jede ge- .wünschte Facette daran schleifen kann. Die letzteP olitur bekommt er aus freier Hand. Das Spalten(Klosen oder Klieven) geschieht, indem mau ihnlangsani erwärmt und in Kalkwasser abkühlt; da-durch bekommt er Spalten, in die man einen feinenStahlmeisel setzt, auf den man sauft schlägt. Zu-weilen wird er auch zersägt, was mit einem Stahl-draht und Diamantbort geschieht; oder er wird be-schnitten, indem man zwei rohe Diauranten an ein-ander reibt, wodurch die Facetten aus dem Grobengebildet werden, die man hernach mit dem abgerie-benen Staube auf der Maschine rein schleift. Durch

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