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Erster Band.
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Diamant

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Diamant

das Schleifen verliert der rohe Diamant in derRegel bis zur Hälfte feines Gewichts. Es giebt dreiverschiedene Hauptformen oder Schnitte, in denenein Diamant geschliffen werden kann; die Bril-lant-, die Rosetten- und die Tafel st ein form.Die Brillantform ist die schönste und kostbarste,weil die dicksten Steine dazu gehören. Die Formeines solchen Steines gleicht zwei mit ihren Grund-flächen verbundenen abgestumpften Kegeln von un-gleicher Höhe und ungleichen Abstumpfungsflächen.Die Kante, bei welcher die beiden Kegel zusammen-stoßen und die mithin die größte horizontale Peri-pherie bildet, heißt die Rund ist e; an ihr wird derStein beim Fassen befestigt. Der Theil über derRundiste, welcher über der Fassung herrusragt, heißtderPavillon, Obertheil oder Oberkörper,oder auch die Krone, der untere Theil, der in dieFassung zu stehen kommt, die Culasse, Unter-theiloder Unterkörper. Die obere Fläche, welcheden Pavillon bildet und die mit der Ebene der Run-diste parallel liegt, heißt die Tafel, die untereFläche der Culasseheißt die Calette. Die Culasseist höher als der Pavillon, und mithin die Tafelgrößer als die Calette. Bei einem völlig regelrechtgeschliffenen Brillanten soll der Durchmesser derTafel */ 5 bis % des Durchmessers der Rundisteund der der Calette 7s des der Tafel betragen.Die Räume zwischen der Rundiste und der Taselund der Calette sind durch dreiseitige Flächen aus-gefüllt, welche Facetten heißen, von denen amPavillon eine Reihe mit der Grundfläche an dieRundiste stößt; die ersteren heißen Stern sacetten,die letzteren Ouerfacetten.. Solche Brillanten,welche am Pavillon 2 Reihen oder Zonen dreisei-tiger Facetten, gewöhnlich 24, an der Culasse aber8—12, theils drei-, theils sünfseitige Facetten haben,werden zweifache Brillanten oder zwei-faches Gut genannt; dreifache Brillantenoder dreifaches Gut dagegen heißen solche, diezwischen Tafel und Rundiste 3 Reihen Facetten, ge-wöhnlich 32 zusanimen, haben, nämlich zwischen denbeiden Reihen dreiseitiger Stern- und Ouerfacetteneine Reihe vierseitiger, und an der Culasse gewöhn-lich auch 32 oder nur 24 drei-, vier- und sünfseitige.Am vollkommensten sind die, welche am Pavillonund an der Culasse 32 Facetten haben und die sichmöglichst genau gegenüberstehen, indem ein solcherStein das Licht am schönsten bricht und zerstreut.Halbbrillauten oder Brillanetten nenntman solche, die bloß aus dem Pavillon bestehen undkeine Culasse haben. — Die Rosetten oder Rosensind Halbbrillanten, die aber nicht in eine Tasel,sondern in eine Spitze ausgehen, und zwischen dieserund der ebenen Grundfläche mehrere Reihen Facettenüber einander haben. Bei den holländischenoder gekrönten Rosetten laufen 6 dreieckige Stern-facetten in die Spitze aus und unter diesen befindensich 18 andere. Weun die Sternfacetten eine sehrstumpfe Spitze bilden, so nennt man den Stein einebrabanter Rosette. In Holland heißen krui-nige Moderoozen Steine mit 6 Stern- und 12Ouerfacetten, und vlakke Moderoozen, solchemit 6 Stern- und 6 Quersacetten. Eine Rosere-c oup e e bet Franzosen hat 12 >L>tern- und 24 Quer-sacetten. Die Grundfläche der Rosetten ist immer rund,weicht aber gewöhnlich mehr oder weniger von derKreissorm ab; wenn sie länglichrund und an dereinen Seite etwas schmäler ist als an der andern, heißtder Stein birnförmig. Der Werth der Rosetten

richtet sich nach dem Verhältniß der Höhe zur Grund-fläche, wosür man gewisse feste Grundsätze hat; ammeisten geschätzt ist immer die geometrisch regelmä-ßigste. — Den dünnen Steinen, die sich weder zumBrillant- noch zum Rosettenschnitt eignen, giebt mandie Tafelsteinform und nennt sie dann auchDünn sie ine. Sie haben oben und unten seinemeist vierseitige ebene Fläche mit abgeschnittenenEcken und zwischen der oberen und unteren Flächegewöhnlich an jeder Seite 2 lange vierseitige Tafel-facetten. Da sie fast ganz ohne Glanz und Feuersind, so sind sie wenig beliebt und von sehr geringemWerth, weshalb sie jetzt auch nur noch selten imHandel vorkommen. Etwas besser sind die soge-nannten Dicksteine, eine etwas dickere Art Tafel-steine, die an der oberen und unteren Fläche eineReihe Facetten, gewöhnlich 8 im Ganzen haben.Sie haben nur ein schwaches Lichtbrechungsvermögenund man giebt ihnen gewöhnlich dadurch ein etwasbesseres Ansehen, daß man sie in ein Kästchen setzt,welches mit einem schwarzen Firniß saus Weingeist,Mastix und gebranntem Elfenbein ausgestricheu ist. —Birnen oder Pen belog u es sind Steine, welchenach oben und nach unten kugelig rund zulaufen;sie sind auf ihrer ganzen Oberfläche mit dreiseitigenFacetten bedeckt und ihr Werth bestimmt sich, wennsie sonst schön und fehlerfrei find, allein nach ihrerGröße und ihrem Gewichte. Die meisten Diamant-schleifereien find in Holland, namentlich in Amster-dam und Antwerpen; außerdem in London undParis. — Mit dem Ausdruck Wasser bezeichnetman die Durchsichtigkeit und die Farbe eines Dia-manten. Ein Stein vom ersten Wasser heißtein solcher, der völlig durchsichtig und farblos ist;hat er Spuren von Färbung, so ist er vom zweitenWasser, das auch Beiwasser genannt wird;vom dritten Wasser oder vom zweiten Bei-wasser heißt er, wenn die Färbung deutlicher ist.Die letzteren sind in der Regel die wohlseilsten; istjedoch die Farbe sehr rein und durch den ganzenStein gleich, so haben sie ebenfalls einen hohen Preisund werden Kabinets- oder Phantasiesteinegenannt. — Unter einer Partie roher Diamanten,so wie sie aus ihrem Vaterlande kommen, ist gewöhnlichein Drittel vom ersten, ein Drittel vom zweiten unddritten Wasser und ein Drittel die nur als Glaser-diamanten und zu Diamantbort zu brauchen sind.

Sowohl die rohen als auch die geschliffenen Dia-manten und ebenso auch andere Edelsteine von hohemPreise werden nach einem besonderen Gewichte, deinKarat, gewogen, dessenName schon aus dem Alter-thume, nämlich von dem griechischen xiqdnov, dieJohannisbrodschote, herrührt, weil man sich früherder Kerne dieser Schote als Gewicht für theure Gegen-stände bediente; auch findet sich der nämliche NarMnicht allein in den meisten europäischen, sondern auchin vielen Ländern Asiens und Afrikas, wenn auchhier und da in Kirat, Kharub, Caruba rc. ver-ändert, sowie man auch die Johannisbrodschote inmehreren Ländern in und außer Europa Carobenennt. Das Juwelenkarat ist jedoch ein ganz an-deres, als dasjenige, dessen man sich znr Bestimmungdes Feingehalts des Goldes bedient und von dem 24auf die Mark gerechnet werden. Eigentlich ist fei ,,cGröße in den einzelnen Ländern verschieden, da aberder Unterschied nicht bedeutend ist, so nimmt mangewöhnlich alle Karate als gleich groß an. Haupt-sächlich unterscheidet mau das englische und da»holländische; das erstere wiegt 3 mn engn