Diamant
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Diamant
Troygrän oder 0 , 20Sm ^, das holländische 0, 205?94Grammen, doch weichen andere Karate auch von die-len noch ab und das Wiener wiegt 5 . B. 0, 29 °o»sGrammen rc. Es gehen mithin ohngefähr 71 Karatauf i preußisches Loth. Das Karat wird in 4 Grän,gewöhnlicher aber in reine Halbirungen: Vs, ‘/«»„Vs,Vi 6 ic. getheilt. Die kleinen Steine heißen Grän-steine, die größeren bis zu 1 Karat Karatgut.DiePreisbestimmungen der Steine sind sehr schwan-kend, da auch dabei sehr viel auf die Qualität undaus die Nachfrage ankommt; der Preis größererSteine nimmt jedoch in einer viel rascheren Pro-gression zu, als das Gewicht, und bei ganz großenSteinen ist er völlig imaginair, denn man kann ihnWohl nach einer gewissen Regel berechnen, eine ganzandere Frage aber ist es, ob es Jemanden gibt,' deroie ungeheuren Summen, welche diese Berechnungen"geben, bezahlen würde, wenn solche Steine verlaustwerden sollten. — Da ein roher Diamant, wenn erin einem gut und richtig geschliffenen Brillant odereiner Rosette verarbeitet wird, wie schon erwähnt,Ziemlich die Hälfte seines Gewichts verliert, so nimmtwan auch an, daß ein geschliffener Stein mit Ein-schluß des Schleiflohnes so viel werth ist, als eindoppelt so schwerer roher Stein. Die Steigung desPreises aber nimmt man bei gleichen Qualitäts-"genschaften an, wie die Quadrate des Gewichts..Wen» man nun z. B. den Preis eines guten rohenDiamanten von 1 Karat zu 10 Thlr. zum Grunde legt,so würde, da zu eineni geschliffenen Steine von 1 Kar.ein roher zu 2 Kar. gehört, der Preis des ersteren“X2x 10 = 40Thlr. betragen, und ebenso würdeein geschliffener von 2 Kar. 4 x 40 = 160 Thlr.,einer von 3 Kar. 9x40 = 360 Thlr. kosten rc.Aber diese Regel gibt schon bei Steinen von 5—10Kar. keinen sicheren Anhalt und bei noch größerenkommen Summen heraus, die jetzt Niemand füreinen Stein geben würde, da große und theure Steineüberhaupt bei weitem weniger gesucht sind, als früher;dagegen würden ganz schöne Steine von einer mittlen,verkäuflichen Größe oft höher bezahlt werden. — InParis werden die Geschäfte in Diamanten meist durchFrauen geschlossen, welche Mäklerinnen (oonrtieros)genannt werden und die vom Käufer 1°/,, Courtage"halten.
Die größten existirenden Diamanten sind folgende:1),der portugiesische aus Brasilien, ungeschliffen,wiegt 1686 Karat und soll die Größe eines Straußen-"es haben, wird aber von Vielen nur für einen To-pas gehalten; er ist geschätzt zu 390 Millionen Thaler;v" Finder hatte, um ihn zu Probiren, ein Stückchendavon mit dem Hammer abgeschlagen; 2) und 3)iweNm Besitz der russischen Krone, der eine von derGröße eines Taubeueies, angeblich 779 Kar., befandmh früher in dem Auge der Statue des Brama imDeinpel von Tscheringan in Ostindien, aus dem ihn"st französischer Grenadier nahm, der ihn in Madrasmr 50,000 Franken verkaufte; die Kaiserin Katha-"Na ii. kaufte ihn später von einem Griechen für~7a Mill. Franken und eine lebenslängliche Pensionvvst 100,000 Franken; dieser wird zu 34 Mill. Thalergeschätzt; der andere, der sich im Scepter befindetund 195 Kar. wiegt, ist mit 400,000 Rubel bezahltworden; 4) der des Radschah von Multan auf der^nsel Borneo, wiegt 367 Kar., ist eiförmig und et-Was hohl; 5) der Kohinur (Berg des Lichts), denbie Engländer im I. 1849 in Lahore eroberten unddsr roh gegen 800 Kar. gewogen haben soll, 14 Mill.Dhaler werth. In der Ausstellung zu London vom
Jahre 1862 war er zu einem der feurigsten Dia-manten vom reinsten Wasser, geschliffen zu sehen,hatte aber durch das Schleifen die Hälfte des Gewichtsverloren. Der daselbst gezeigte Stern des Südens,für den vergebens eine Million Franken geboten war,ist größer, aber bedeutend geringer an Glanz undreinem Wasser; 6 ) der im österreichischen Schatze be-findliche von 139V2 Kar., welcher etwas ins Gelb-liche spielt; 7) der Pitt oder Regent, früher imsranzöfischen Schatze, 136% Kar. und besondersdurch seine vollkommene Klarheit und seinen ausge-zeichneten Schliff berühmt; bei der Schlacht vonBelle Alliance wurde er mit Napoleons Equipagevon den Preußen erobert; 8 ) der sogenannte San-cy-Diamant, befand sich im Besitz des HerzogsKarls des Kühnen von Burgund, von dem ihn einschweizerischer Soldat in der Schlacht bei Nancy imJahr 1477 erbeutete und ihn für 1 Gulden au einenGeistlichen verkaufte; von diesem kam er durch meh-rere Hände in den Besitz eines gewissen Sanch, derihn dem König Heinrich III., dessen Gesandter in derSchweiz er war, überließ; der Diener, der ihn über-bringen sollte, wurde unterwegs von Räubern er-mordet, hatte aber noch Zeit ihn zu verschlucken undman fand ihn im Magen des Leichnams. Er ist birn-förmig, wie eine doppelte Rosette geschliffen, wiegt53%, nach And. 106 Kar. und ist vom reinstenWasser. Nachdem er dem Könige Jakob II. von Eng-land, dann Ludwig XIV, und XV. von Frankreichgehört hatte, befindet er sich jetzt im Besitze des Kai-sers von Rußland; 9) der Diamant des Großherzogsvon Toscana, ins Citronengelbe spielend und aufseiner ganzen Oberfläche mit Facetten geschliffen, auf2,608,000 Fr. taxirt; 10) und 11) 2 Diamanten imtürkischen Schatze von 84 und 147 Kar. rc.
Vor dem 18. Jahrhunderte kannte man kein an-deres Vaterland des Diamants als Ostindien, wo erschon seit den ältesten Zeiten bekannt war. Die Haupt-fundorte sind aus der vorderindischeu Halbinsel vomCap Komorin bis nach Bengalen, wo besonders dieDiamantengruben von Golkonda bei Haiderabadberühmt sind; die Diamanten finden sich daselbst ein-zeln in der Erde und von daher sind die.größtenSteine gekommen. Auch auf Malakka, Borneo undJava gibt es Diamanten. Im Jahr 1728 fand mandie ersten in Brasilien im Bette des Jiquitinhonhaim Serro di Frio, und später auch im Rio Claro;im Jahr 1844 aber wurden von einem Neger Dia-manten bei Sincora in der Provinz Bahia entdecktund zwar in so großer Menge, daß die Gruben inwenig Jahren schon eine Ausbeute von 4—500,000Kar. gegeben hatten. Doch haben diese Diamantenkein besonderes schönes Wasser, sondern ein eigen-thümliches mattes Ansehen, sollen nicht ganz hartsein und sind durchschnittlich von geringer Größe,obgleich man auch einen sehr großen Stein, angeblich1 Unze schwer, gefunden hat. Demohngeachtet hatihre Quantität den Preis sehr herabgedrückt, indembesonders viele alte Diamanten, deren Besitzer einegänzliche Entwerthung derselben fürchteten, zum Ver-kauf gebracht wurden. Indessen sind die Preise schö-ner alter orientalischer Diamanten nicht so sehr ge-sunken , als man anfangs fürchtete. Auch im west-lichen Ural hat man seit dem Jahr 1829 im Sandeder Goldwäschen Diamanten gefunden. — Im eng-lischen Handel unterscheidet man orientalischeund occidentalische, versteht aber unter derersten Benennung überhaupt die besten Steine vonschönem Wasser/gleichviel ob sie aus Ostindien oder
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