Diamantbort
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Dieppe
aus Brasilien stammen. Die ostindischen Diamantenkommen in kleinen Beuteln, Bulces genannt, nachLondon; die in Ostindien geschliffenen nennt manLasques oder Lascares. JnHolland werden dierohen Diamanten Bollen genannt. — Der Boden,in dem sich die Diamanten befinden, ist in der Regelaufgeschwemmtes Land und gehört also der jüngstenFormation an. In Brasilien liegen sie in eisen-schüssigem Thon und Sand, mit Gold, Korund, To-pas rc. und in dem sogenannten Schuttlande (Cas-calho), auf einem Lager von quarzhaltigem Talk-schiefer. Sie finden sich fast nie mit anderem Gesteinverwachsen und es gibt nur einzelne Beispiele, daßsie sich im Brauneisenstein und am Ural in einemschwarzen Dolomit eingewachsen finden. Jene ange-schwemmten Erdschichten sind aber nirgends selten,und man vermuthet daher, daß man auch in Europa,besonders in Ungarn und Siebenbürgen, sowie inNordamerika und an den afrikanischen Flüssen nochDiamanten finden wird.
Man hat es schon oft und auf verschiedene Artversucht, künstliche Diamanten zu verfertigen, in derneueren Zeit aus reiner Kohle, was aber bis jetztkein günstiges Resultat geliefert hat. Sehr weit hatman es dagegen jetzt, besonders in Frankreich, mitder Bersertigung diamantenähnlicher Glasflüsse ge-bracht, von denen wir in dem Artikel Glasflüssesprechen werden. Mit diesen kann allerdings einNichtkenner leicht betrogen werden, und einem solchenist daher zu rathen, keinen Diamant von einer unbe-kannten Person zu kaufen, ohne sich durch Nachsragebei einem soliden Juwelier überzeugt zu haben, daßderselbe ächt ist. Mit den rohen Diamanten sollenzuweilen schon in ihrem Vaterlande Betrügereien vor-gehen, indem die in den Gruben arbeitenden NegerStücken von grünem Bouteillenglas durch Abschleifendie Form derselben geben und sie dann aus Zinnreiben, wodurch sie eine den Diamanten ähnlicheOberfläche erhalten. — In neuerer Zeit hat man dieDiamanten auch mit gutem Erfolg zur Verfertigungvon Linsen für Mikroskope benutzt. — UnächteDiamanten nennt man häufig Wasserhelle Kiesel,die sich an mehreren Orten finden und die nach Artder Diamanten oder doch mit Facetten geschliffenjbrillantirt) werden. Dergleichen sind z. B. die iri-schen, Bristoler, Alengoner, marmaroscher, schaum-burger, bornholmer, Mutzschener Diamanten u. a.
Diamantbort, s. den vorstehenden Artikel.
Diamantengewicht, s. den vorstehenden Artikelund Juwelengewicht.
Diamantine, ein doppelt geköperter englischerWollenzeug von Kammgarn, mit eingewebten damast-artigen Blumen, Streifen, schöner glänzender Ap-pretur und atlasartigem Ansehen.
Diamantspatfi, s. Kornnd.
Diapers sind dichte geköperte Baumwollenzeugemit eingewirkten gewürfelten Mustern, die früher inEngland und dann auch in Deutschland verfertigtwurden.
Diaphan nennt man verschiedene durchscheinendeArtikel, namentlich eine Art Glasgeschirre, die mitBlattgold belegt und bemalt und dann mit einem ver-glasten Firniß überzogen waren, die aber jetzt seltenmehr verfertigt werden; ferner Geschirre aus einerzwischen Porzellan und Glas innestehenden Masse,die man besonders schön in England verfertigt.Diaphanbilder sind Platten von weißem ungla-firtem Porzellan, welche im durchgehende» Lichte sehrhübsche Bilder zeigen, indem die Masse an den hellen
Stellen dünn, an den dunklen dick ist. Man hängtsie entweder an das Fenster, oder faßt sie in verzierteFenster anstatt einer Glasscheibe ein, und macht auchLichtschirme daraus. Sie werden säst in allen Por-zellanfabriken verfertigt.
Diarium nennt man ein Tagebuch, in welchesNotizen gemacht werden; den Reisenden dienen solcheTagebücher zur Vormerkung erhaltener Zahlungenund Bestellungen.
Diastase, s. Dextrin.
Diavolini nennt man in Italien und besondersin Neapel überzuckerte Aniskörner, die mitZimmt-oder Nelkenöl gewürzt sind und die mau als magen-stärkendes Mittel genießt.
Dichroit, s. Peliom.
Dickrübe, s. Runkelrübe.
Dicksäfke werden zuweilen die in den Apothekengeführten Extracte (s. d.) genannt.
Dickzüchen sind sehr dicht und fest gewebte starkeLeinen, roth und weiß oder blau und weiß gestreift,gewürfelt oder geflammt, zu Bettinletten bestimmt,die besonders in der Gegend von Bischofswerda, Seb-nitz, Hohenstein rc. in Sachsen verfertigt werden.Die Stücke sind 60—70 Ellen lang, 5 /*—V* breü,in der Breite doppelt zusammengelegt und rund ge-bunden.
Dictamnus, s. Diptam.
Didym, ist ein im Jahre 1839 entdecktes Metall»das neben Lanthan und Cerium im Cerit sich findet.Es ist als reines Metall fast noch unbekannt geblie-ben, während die Salze naher geprüft sind. Mit demSauerstoff verbunden gibt es das Didymoxhd undDidymsuperoxyd. Die Salze des ersteren sind rosen-roth, östers mit dem Scheine von violett. Das zweitehat eine rothbraune Farbe. Auch mit Schwefel undChlor verbindet es sich und gibt das SchwefeldidYMund Chlordidym. Man hat ein salpetersaures, schwe-felsaures, kohlensaures und oxalsaures Didymoxhd,von denen das erste violett, die anderen rosaroth sind,aber bis jetzt nur in der Chemie verwendet werden.
Diebacher, ein guter Rheinwein, der in der Um-gegend des Städtchens Diebach an der Nahe gewon-nen wird.
Dielen, s. Breter.
Dienstvertrag, s. Handlungsdiener undLehrling.
! Dieppe, französischer Seehasen und beliebtes See-! bad im Departement Nieder-Seine, am Canal, mit> 17,700 Einw., einem Handelstribunal, einer Han-! delskammer, Schiffbau, Salz- und Colonialwaaren-niederlage, Spitzenmanufakturschule, ist durch einGlied der französischen Westbahn über Reuen mitParis verbunden, hat ausgedehnte Fischereien, zweischöne Austernbänke, die jährlich 12 Will. Austernliesern, tägliche Dampfbootcourse nach New-Havenan der englischen Küste, Fabriken von Uhren, Sei-lerwaaren , Lichtern, besonders von schönen Spitzenund Elfenbeiuarbeiteu, welch' letztere für die bestenin der Welt gelten; auch Horn- und Knochenwaarenwerden verfertigt. Der Handel von Dieppe ist be-deutend und es bestehen die E i n s u h r a r t i k e l haupt-sächlich in Wolle, Steinkohlen, Reis, Eisen, Stahl,Erz, rohem Zucker rc.; ausgeführt werden: Woll-und Seidengewebe, Papier, feine Perlen, Oel, Häute,Töpser-, Glas-, Krystall-, Merceriewaaren, Saat-samen rc. — In der Umgegend sind Baumwollspin-nereien, viele Papierfabriken und Mühlen.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Frankreich.