Band 
Erster Band.
Seite
394
JPEG-Download
 

Dissais

394

Docken

walten, namentlich über das Seinige zu verfügenund gültige Verträge einzugehen. Die Bestimmun-gen über die Erfordernisse zur Dispositionsfähigkcitweichen in den einzelnen Ländern mehr oder wenigervon einander ab; im Allgemeinen und hauptsächlichgehört dazu die Zurücklegnng eines gewissen Alters,gewöhnlich das der Mündigkeit und der ungestörteBesitz der Geisteskräfte; doch kann sie in gewissenFällen, z. B. im Concurs, durch ausdrückliche obrig-keitliche Verfügung aufgehoben werden.

Dissais oder Dissay, ein rother Wein aus demfranz. Depart. Vienne von schöner rother Farbe,Geist und gutem Geschmack, der zu seiner Zeitigungeines 4- bis 5jährigen Lagers auf dem Fasse bedarf.

Distanzfracht, 's. Fracht.

Distsien, s. Cyanit.

Distribution nennt man im Concursprozeß dieBertheilung der Fallitmasse an die Gläubiger nachVerhältniß ihrer Forderungen.

Disy heißen rothe und weiße Champagnerweinedie bei dem gleichnamigen Orte in der Nähe vonEpernay gewonnen werden. Die rothen gehörenzur zweiten Klasse und müssen 2—3 Jahre auf denFässern liegen, ehe sie auf Flaschen gezogen werdenkönnen, auf denen sie sich dann aber in guten Kellern10 Jahre und länger halten. Die weißen, welcheauf dem les Crayons genannten Gebiete wachsen,gehören zur ersten Klasse und sind feiner, aber we-niger geistig, als die von Ah; die übrigen werdenzur 3. Klasse gerechnet.

Dithionige Säure, unterschweflige Säure, istnicht ohne Verbindung mit Alkalien bekannt; siebildet aber mit diesen die unterschwefligsauren Salzez. B das unterschwefligsaure Natron (f. d.) Sieenthält auf 2 Aeqnivalente Schwefel, 2 Aequiva-lente Sauerstoff.

Ditsiionsaure , Unterschwefelsäure, ent-hält auf 2 Aeqnivalente Schwefel, 5 AeqnivalenteSauerstoff. Man kann sie isolirt darstellen, wennman schweflige Säure auf Schwefelsäure mittelstfeinpulverifirten Braunsteins einwirken läßt. Sieist wichtig wegen der großen Reihe von Salzen, diesie mit den Basen liefert und die sämmtlich sich inWasser lösen.

Dito, s. Detto.

Ditta, s. Firma.

Ditter, s. Leindotter.

Divano, Divino, eine Rechnungsmünze inAbyssinien.

Diverse, veralteter aber noch immer oft ge-brauchter Ausdruck für Verschiedene. — Contopro Diverse oder Diverse Debitoren-Conto, s.Buchhaltung.

Dividende heißt Das, was zu vertheilen ist.Man bedient sich dieses Ausdrucks besonders vondem reinen Gewinne, den ein Actienunternehmenoder überhaupt ein von mehreren Personen für ge-meinschaftliche Rechnung unternommenes Geschäftabgeworfen hat und der auf die Aetien oder an dieTheilnehmer nach Verhältniß ihrer Kapitaleinlagevertheilt wird. . Die Dividende auf eine Actie wirdgegen einen Dividendenschein, von denen eineAnzahl mit jeder Actie ausgegeben wird, wie es mitden Coupons (s. d.) der Fall ist, in Folge gesche-hener Festsetzung nach abgelegtem Rechnungsabschlußdes Direktoriums ausgezahlt. Bei den aus Gegen-seitigkeit gegründeten Versicherungsanstalten wirddie Dividende an die Versicherten, jedoch gewöhnlicherst nach einigen Jahren, bezahlt, oder, was gewöhn-

licher geschieht, sie wird ihnen auf die nächste zu zah-lende Prämie gutgerechnet (d. h. sie haben um soviel weniger Prämie zu zahlen), weshalb sie auchgewöhnlich nach Procenten von der Prämie festge-setzt wird. — Bei Concursen nennt man Divi-dende auch den Geldbetrag, der den Gläubigernaus der Masse nach Verhältniß ihrer Forderungenzukommt.

Dividivi, Libidibi-, Givigivischoten oderBohnen, oder Cascalotte, i’abae oder Sili"qua Dividivi oder Libidibi, sind die daumen-langen, nicht ganz daumenbreiten und einige Liniendicken Schoten des amerikanischen Schoten-dorns, choaoia americana, der in Columbien undauf den nahe gelegenen Inseln wächst. Sie sind ka-stanienbraun von Farbe und glänzend wie das Jo-hannisbrod, entweder in sich zusammengerollt oder8sörmig gekrümmt, und enthalten gewöhnlich 4, zu-weilen bis 8 kleine, platte Samenkörner, die ebenfallsAehnlichkeit mit den Körnern des Johannisbrodeshaben, nur dünner sind. Wegen ihres Reichthumsan Gerbestoff, von dem sie fast 6mal so viel enthaltenals die Eichenrinde, verwendet man sie besonders inAmerika und in Spanien zum Gerben, sowie auch inder Färberei anstatt der Galläpfel; doch sind sie vielschwächer als diese. Auf der Insel Margaritcr mischtman den Säst unter den Thon zu den Geschirren,um diese fester zu machen.

Dixmudener Butter, s. Butter.

Djong, Feldmaß auf Java.

Dobkero, Münze auf der Insel Majore«.

Dobles Silesias nennt man in Spanien eineArt weißer schlesischer Leinwand, nach Art der Cava-linen. — S. auch Silesias.

Doblon, s. Dublone.

Dobra, D o b r a o oder D o b r a o n, frühere portu-giesische Goldmünzen, s. Portugal.

Dochen heißt eine Art des Moor Hirse oderDurra (s. d.) in Afrika.

Dochte sind zusammengedrehte oder auf andereArt mit einander verbundene Fäden von Baumwolle,an denen in den Lichtern und Lampen die Flammebrennt, indem Oel und Fett ohne dieses Mittel nichtbrennen würden. Die Dochte zu den Lichtern werdenmeist von den Seifensiedern selbst verfertigt, die zuden gewöhnlichen Küchenlampen aber aus locker ge-drehtem Maschinengarn auf einem Rade oder einerMaschine zusammengedreht. Zu den argandischenund anderen Tisch- und Hängelampen werden siedagegen von den Posamentirern und von manchenFabriken auf verschiedene Art, entweder flach oderröhrenförmig gewebt. Die ersteren werden zuweilenmit Wachs oder Wallrath getränkt, damit sie besserbrennen; auch verfertigt man dergleichen von Bar-chent, welcher zum Gebrauch in beliebige Streifen ge-schnitten wird. In neuerer Zeit hat man auch un-verbrennliche Dochte aus einem Gewebe von dünnenMetall- oder Glasfäden verfertigt, die man vor demAnzünden mit etwas Terpentinöl bestreicht und die,wenn sie durchglüht und mit Oel durchzogen sind,sehr hell und sparsam brennen. Alan braucht sie nichtzu putzen, sondern hat nur nöthig, die Kohle des Oels,die sich an denselben ansetzt, von Zeit zu Zeit zu ent-fernen. Die rothen sogenannten Spardochte zuKüchenlampen sind mit Mennige gefärbt, die wegenihres großen Sauerstoffgehalts eine hellere Flammeund zugleich eine sparsamere Comsumtion des Oeleserzeugt.

Docken, s. Puppen.