Drcggen
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Dresden
Grünhainichen, Waldkirchen rc.), in 'Sonnenberg!und Umgegend, Schreibershau und ©(einseifen im jRiesengebirge u. an mehreren anderen Orten fabrik- jmäßig verfertigt, lt. besonders das wohlfeile Kinder- jspielzeng und mehrere zum häuslichen Gebrauch die- jnende kleine Geräthschaften, sowie Spiele für Er-!Wachsens, bilden einen bedeutenden Handelsartikel ;durch ganz Europa und auch nach Amerika und an- jderen Welttheilen. In Nürnberg und Fürth wird sein großer Theil derselben verfertigt, viele sind aber >nur Artikel des Handels der dasigen Fabrikanten, die ssie aus den Fabrikorten beziehen. In Augsburg!verfertigt man besonders Artikel von Knochen und,Elfenbein, in Berchtesgaden und Umgegend ebensolche und auch hölzerne, zum Theil sehr künstlich:geschnitzte, in Gröden hölzerne gedrechselte und viel igeschnitzte, in Geißlingen eine große Menge zumjTheil sehr künstlich und fein gearbeitete, meist zur 1Zierde u. als Nippsachen dienende Gegenstände vonKnochen und Elfenbein; in und um Sonnenberg, inden oben genannten sächsischen Dörfern und auf demRiesengebirge eine Menge Spielwaaren und andereArtikel, meist zu unglaublich wohlfeilen Preisen (einganzes aus 32 Figuren bestehendes Schachspiel ineiner Schachtel kostet in Leipzig, wo die Grünhai-nicher Fabrikanten Verkausslager halten, im Dutzendnicht mehr als 18 Pfennige!). Berusteinwaarenwerden besonders in Danzig, Königsberg n. Stolpeverfertigt. — Auch in Frankreich ist dieser Industrie-zweig in mehreren Gegenden, vorzüglich in den Ge-birgen , sehr ausgebildet und übertrifft die deutscheFabrikation in vielen Artikeln, aber gewiß nicht inder Wohlfeilheit.
Dreggen, kleine, mit drei oder vier Armen ver-sehene Anker.
Dreel, s. Drell.
Drehorgeln, tragbare Orgeln oder Leier-kästen sind hölzerne Kästen, in denen vermittelsteiner außen angebrachten Kurbel (Krecket) eineWalze umgedreht wird, auf der in abgemessenen Ent-fernungen kleine Stifte angebracht sind, durch welchedie Melodie mehrerer Tonstücke hervorgebracht wird.Diese Stiftchen drücken nämlich auf Tasten und öff-nen dadurch zugleich entsprechende Pfeifen, in welchedie Lust aus einem Blasebalge tritt, der durch dasUmdrehen der Kurbel ebenfalls in Bewegung gesetztwird. Durch das Verschieben der Walze wird einanderes System von Stiften in den Bereich derTasten gebracht und daher eine andere Melodie er-zeugt. Die Pfeifen haben gewöhnlich einen Umfangvon 2 bis 3 Octaven. Eine kleinere Art, welchenur 9 bis 10 kleine Kernpfeifen hat und besonderszum Abrichten der Singvögel gebraucht wird, heißtBogelleier, Vogelorgel oder Serinette. —Man verfertigt die Drehorgeln besonders in Adorf,Markneukirchen u. Klingenthal im sächsischen Voigt-laude, dieZ Vogelleiern auch in Sonnenberg undNürnberg.
Dreibätzner heißt in der Schweiz eine 3 Batzengeltende Silbermünze, die früher in mehreren Kan-tonen geschlagen wurde, u. in Württemberg, Badenund mehreren Gegenden Baierns werden die dort,wiewohl nur noch selten courstreuden 10 Kreuzer-Stücke (nach dem 20 Fl.-Fuß) dieser Länder undOesterreichs so genannt.
Dreiband, s. Flachs und Stahl.
Dreidraht werden in einigen Gegenden einfache,geköperte, flächsene oder hänfene Zwilliche oder Dril-liche genannt.
Dreier, eine kupferne Scheidemünze von drerPsennigen in mehreren Ländern Rorddeutschlands,die man früher dort auch von Silber prägte.
Dreifaltigkeitsblume, s. Stiefmütterchen.
Dreikronengarn, s. Braunschweiger Garn.
Dreikronentuch heißt eine Art locker gewebtesund leicht gewalktes Halbtuch von mittler Qualitätund meist in hellen Farben, das in niederländischenund deutschen Fabriken verfertigt wird und haupt-sächlich nach der Levante geht. Es ist gewöhnlich auszweischüriger Wolle gewebt, hat blau und weiße Sahl-leisten und ist auf dem Spiegel mit drei goldenenoder silbernen Kronen bezeichnet, die sich auch aufdem Bleistempel befinden.
Dreiling heißt in mehreren norddeutschen Län-dern eine silberne oder kupferne Scheidemünze von3 Psennigen oder '/»Schilling, sowie auch ein älteresWeiumaß in Oesterreich von 3 Faß oder 1200 Maß.
Dreischling, s. Champignon.
Dreißiger nennt man in Baiern ein Getreidemaßund im Holzhandel einen Bauholzstamm, der aufdem Harz 45 Fuß lang, am unteren Ende 9 Zoll,am oberen 3 Zoll stark, aus dem thüringer Walde20 Fuß lang, unten 4—5, oben 3 Zoll stark ist.
Dreißiger Tuche, s. Tuch.
Dreißigthalerfuß, s. Münzfuß.
Drell, D r e e l, D r i l l oder D r i l l i ch ist eigent-lich eine geringere Art des leinenen Zwillichs, glattoder mit Streifen oder viereckigen Mustern, zu Bett-inletten, ordinairem Tischzeuge, Handtüchern, Röckenund Beinkleidern für Landlente rc. Man verstehtdarunter jedoch auch einen starken, dichtgewebten,geköperten Zeug, entweder ganz aus feinem Leinen-garn oder mit baumwollenem Einschlage, der be-sonders zu Sommerbeinkleidern verwendet und daherauch Beinkleiderdrell genannt wird. Man ver-fertigt ihn entweder weiß gebleicht oder grau (unge-bleicht) , zuweilen auch gefärbt, farbig gestreift undmelirt. Die schönsten Beiukleiderdrells kamen an-fangs aus England, jetzt werden sie jedoch in vielenGegenden Deutschlands eben so gut verfertigt. Inneuerer Zeit sind sie indessen durch die maniiichfal-tigen wollenen und gemischten dünnen Beinkleider-stoffe meist verdrängt worden.
Dreschlein, s. Flachs.
Dresden , Haupt- und Residenzstadt des König-reichs Sachsen, mit 128,200 Einw., liegt in einerangenehmen, milden Thalebene und breitet sich zubeiden Seiten der Elbe aus. Auf dem linken Uferliegt die Altstadt und, von derselben durch dieWeiseritz getrennt, die Friedrichstadt; aus demrechten User befinden sich die Neustadt und die An-ton st ad t. Die Verbindung dieser Stadttheile wirddurch zwei große, steinerne Brücken hergestellt, vondenen die neue, 1412 Fuß lang, zugleich Eisenbahn-brücke ist und zur Verbindung der sächsisch-böhmischenBahn mit der Leipzig-Dresdener und sächsisch-schle-sischen Bahn dient. Dresden ist zwar keine schöneStadt im Sinne der neueren Architektur, besitzt aberalle Elemente, welche zu den Annehmlichkeiten desäußeren und zur Förderung des geistigen Lebens ge-hören. Als Durchgangspunkt des Südens und Nor-dens, als Kreuzungspunkt mehrerer Eisenbahnen,als eine durch die Lage von der Natur bevorzugteStadt, ist es zum Sammelplatz von Fremden allerNationen, zu einem lieblichen Ruhepunkt, zur mittelsdeutschen Hauptstation der Reisewelt erhoben. Unterden öffentlichen Gebäuden Dresdens sind hervorzu-heben: die Hof-, Kreuz- und Frauenkirche, das Thea-