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Erster Band.
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I!au seconde

Œagle

E.

Eagle, nordanierikanische Goldmünze, s. Ver-einigte Staaten von Nordamerika.

Hau (Wasser); mit diesem Worte bezeichnet manin Frankreich häufig die wohlriechenden Wässer, so-wie auch verschiedene feine Liköre, Essenzen und meh-rere andere Flüssigkeiten, und auch in Deutschlandgibt man besonders den ersteren häufig die französi-schen Benennungen. Die wohlriechenden Wässer,in Frankreich Eaux de senteur genannt, be-stehen hauptsächlich aus rectificirtem Weingeist, demein oder auch mehrere ätherische Oele zugesetzt sind.Man zieht den Weingeist entweder über die vorhergröblich zerstoßenen oder zerschnittenen wohlriechendenPflanzentheile vermittelst der Destillirblase ab, oderman vermischt ihn unmittelbar mit dem Oele. BeimDestilliren vermischt man den Spiritus gewöhnlichmit Wasser, damit dieses in der Blase zurückbleibt.Diese Wässer haben die Eigenschaft, milchig zu wer-den , wenn man ihnen gewöhnliches Wasser zusetzt,weil dadurch das ätherische Oel vorn Weingeist ge-schieden wird. Man gibt ihnen, wenn sie nur eineinziges ätherisches Oel enthalten, gewöhnlich denNanien der betreffenden Blume, z. B. Hau de Jas-min, Jasminspiritus; Eau de fleur d’Orange,Orangenblütenspiritus; Eau de Romarin,R osmarinspiritus n. a.; die zusammengesetztenwerden entweder auf ähnliche Art nach dem Haupt-bestandtheile genannt, wie Eau de Ravande, La-vendelspiritus rc., oder man gibt ihnen ganzwillkürliche Namen, deren die Parfümeriefabrikantenimmer neue erfinden, z. B. Eau de Eerle , Eau demille fleurs , Eau de Leugnet, Eau de Serail, Eaude Sultan, Eau de Luce, Eau de Saxe und vieleandere. Am berühmtesten und verbreitetsten ist dashierhergehörende Eaude Cologne (s. d.) InFrankreich werden diese wohlriechenden Wässer be-sonders in Montpellier, Graste, Cette, Paris, Ver-sailles rc., in Deutschland von den Parsümeriesabriken,die sich fast in allen, großen Städten finden, verfer-tigt. Man benutzt sie zum Parsümiren, als Riech-mittel, als Waschmittel zur angeblichen Verschöne-rung der Haut, auch zuweilen zum Fleckansmachenund als Medizin rc. — Die Liköre unter dem NamenEau sind ebenfalls sehr mannichsaltig und habenfast immer willkürliche Namen, wie Eau d’argent,Eau de Berger, Eau divine, Eau de Elorenee, Eauromaine, Eau royale n. a. (S. auch Likör.) —Extrakt oder Esprit heißen die mit Weingeist destil-lirten, und Essenee die ätherischen Oele.

Hau Creole heißt ein feiner Likör, der auf derInsel Martinique mit den wohlriechenden Blütendes Mammeibaumes, Mammea americana , verfer-tigt wird und häufig nach Frankreich kommt. Erhat einen dem Persiko ähnlichen, aber viel feinerenGeschmack.

Hau äs Cedre, s. Citronenspiritus.

Eau de Chine ist eine Auflösung von Höllen-stein in Aether, welche zum Färben der Haare an-gewendet wird.

Hau de Cologne, kölnisches Wasser, einweit bekanntes und überall und fast von allen Stän-

den gebrauchtes wohlriechendes Wasser, welches ausWeingeist mit verschiedenen aromatischen Substanzenbesteht und eigentlich keine besonderen Borzüge vorvielen ähnlichen Präparaten hat. Es wurde zuerstim Anfange des vorigen Jahrhunderts von Joh.Maria Farina in Köln verfertigt, und jetzt gibtes in dieser Stadt gegen 50 Fabriken, von denenviele die Firma Farina, mehrere andere die vonAnton Zanoli führen. Bei dem immer zuneh-menden Verbrauch dieses Artikels machen sie sämmt-lich bedeutende Geschäfte damit, obgleich er außerdemauch von den meisten Parsümeriesabriken verfertigtwird. Es wird meist in langen schmalen Flaschenverkauft, zuweilen aber auch, und besonders stärkereSorten, unter dem Namen Eau de Colognedouble, Essenee d’Eaude Cologne etc. inkürzeren, sechsseitigen oder anders gesormten Flaschen.Die Art der Bereitung des ächten Fabrikates wirdeigentlich geheim gehalten, demohngeachiet aber sindeine Menge verschiedener Rezepte dazu bekannt ge-macht worden, welche sämmtlich ein ziemlich gleichesResultat geben. Wir führen nur das folgende an,das als das ächte bezeichnet wird. Mau vermischt15 Pfd. Rosmarjnspiritus mit 2 Pfd. Melissenspi-ritus, setzt 18 Pfd. gereinigten u. rectificirten Wein-geist hinzu und läßt die Mischung nach sorgfältigemUmrühren einige Stunden lang ruhig stehen; wäh-renddem vermischt mau 5 Pfd. eben solchen Weingeistmit 11 Unzen Bergamottol, 1 Unze Citronenöl und2 Drachmen Rosmarinöl, gießt dieseMischung unterstarkem Umrühren zu der vorigen, u. läßt das Ganze24 Stunden lang ruhig stehen. Dann setzt manwieder 5Pfd. Weingeist hinzu, tröpfelt noch 2 Drach-men Rosmarinöl und 5 Drachmen Reroliöl unterbeständigem Umrühren hinein, schüttelt die Mischung15Minuten lang stark und wiederholt dieses Schüttelndreimal alle 12 Stunden, setzt aber jedesmal vorhernoch 5 Pfd. Weingeist hinzu. Dann bringt man dasGanze in die Destillirblase, vermischt es unter Um-rühren nochmals mit 5 Pfd. Weingeist u. 1 SkrupelZimmtöl, und destillirt nun erst 2 / 3 davon ab, wo-durch mau das feinste Präparat erhält; das nach-folgende, welches man besonders auffängt, gibt einegeringere Sorte. Man hört mit der Destillation auf,wenn die Tropfen anfangen, trübe abzulaufen, in-dem der Rest unbrauchbar ist. Das ächte Fabrikatist daran kenntlich, daß ein Paar Tropfen in denHänden gerieben, einen vorherrschenden Geruch nachOrangenblllthen geben.

Hau de davelle, s. Chlorkali.

Hau de Luce, Eigner ammonii succinatus, isteine weingeistige Lösung von Bernstein, Seife, Meia-balsam und ätzender Ämmoniakflüssigkeit. Es wirdgegen Schlangenbiß verwendet, hauptsächlich aberals Schönheitsmittel gegen Sommersprossen rc. ge-braucht. Sie hat milchige oder blaue Farbe. NachAndern besteht dies Wasser aus Bernsteinöl, Am-moniak und Alkohol.

Hau de senteur oder Eau d'odeur, f. Eau.

Eau seconde ist entweder znm Gebrauch derGoldschmiede und anderer Metallarbeiter, oder znm