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Erster Band.
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Eisen

Eisen

sowohl Lager im Urgcbirge bildet, als in sandigerForm und in einzelnen Krystallen im Chlorst- undTalkschieser eingewachsen vorkommt. Der meiste fin-det sich auf der skandinavischen Halbinsel, namentlichbei Arendahl in Norwegen, bei Dannemora undTorneäin Schweden; ferner in Rußland im Gou-bernement Perm, am westlichen Ural u. im Tagils-kischen Magnetberge, und außerdem in Böhmen,Sachfi,,, Tirol, Ungarn rc. Er enthält gegen 70%Eisen, b) Eisenglanz, ein hartes, glänzendesMineral von schwarzer bis stahlgrauer Farbe, inkrystallinischen, stäiigeligcn, schaligen und körnigenAnhäufungen, hauptsächlich aus Eisenoxyd bestehendund ebenfalls gegen 70% Eisen enthaltend. Wennes dünnschalig ist, wird es Eisen glimm er ge-nannt. Es findet sich ebenfalls in Schweden, fernerauf dem Harz, aus Elba u. in Brasilien. «) Roth-eil enstein, eine Art des Eisenglanzes und eben-salls hauptsächlich aus Eisenoxyd bestehend. Er istrvrh oder brännlichroth von Farbe und kommt inverschiedenen Formen vor, am häufigsten in dichtennierensörmigen Massen von strahlig faserigem Ge-kuge, Blutstein oder rother Glas köpf genannt;außerdem schuppig, zerreiblich u. abfärbend (Roth-risenrahm oder Eisenschaum); oder dicht undwrmlos, mit ebenem, ins Muschelige übergehendemBruch; okerig, als Uebcrzug oder staubartig; häufign>it Thon gemengt, als Rö thel. Er hat mit vo-rigem ohngesähr gleichen Eisengehalt, ä) Braun-er sei, st ein, ein Eisenoxydhydrat von brauner oderschwärzlicher Farbe, Thon, Kiesel und Wasser ent-haltenv. Er kommt hauptsächlich in derben, braunenMassen mit glattem, glänzendem Bruche, oder uie-tenförmig mit faserigem Gefllge, als brauneroder schwarzer Glaskops vor; außerdem auchals brauner Eisenocher. e) Thoneisenstein,ein Thon, welcher reich an Eisenoxyd oder Eisen-vxydhydrat ist; im ersten Falle erscheint er roth, imletzteren braun oder gelb von Farbe. Der erstere istofi stängelig oder körnig, der letztere häufig schalig(E i s e n n i e r e n , A d l e r st e i n e), kleinkugeliglBo^hnenerz) oder kleinkörnig sRogcnsteine).9 'L-Patheisenstein oder Eisenspath, bestehtaus Eisenoxydul und Kohlensäure, erscheint derb,eingesprengt, mit blätterigem Gesüge, zuweilenetwas strahlig oder faserig, mit splitterigein oder un-ebenem Bruch, Perlmntterglanz, zuweilen dnrch-Icheinond und von verschiedenen Farben; findet sichhäufig a„s eigenen Gängen und Lagern im Ur- oder^ergangsgebirge und gibt den besten Stahl, wcs>

er auch S t a h l st e i n genannt wird. g) Rasen-

ttlenstein, Raseneisen oder Rasenwiesen-ähnlich dem Brauneisenstein, jedoch mit einemMalt an Phosphorsäure, bildet Lager im aufge-schwemmten Lande, in Gestalt gelber und brauner,herber, löcheriger Massen. Er bildet sich noch jetztS? ausgeschwemmten Lande und aus feuchten Wiesen.T^.e.Un er mit Sand, Thon und dgl. verunreinigt ist,heißt er Sumpf-und Morasterz. Die Gewiu-?stug eines guten Eisen« daraus ist mit Schwierig-sten verknüpft. — Außerdem gibt es noch mehrere, tlnngen von kohlensaurem, thonigem Eisenoxydulund Eisenoxydhydrat, welche sämmtlich den jüngeren? n ® jüngsten Formationen angehören u. sehr branch-°utes Gußeisen liefern. Das Metcoreiseu, auchMeteorsteine, die zu verschiedener Zeit und an vielenTobten, in per alten und neuen Welt gesunden find,cnlyalten als HauptbestandtheilEisen oft zu 90—92%"uel, Kobalt, Chrom, Kupfer, Zinn, Molybdän,

Mangan und andere Metalle. Berühmt sind wegenihrer Schönheit die zu Braunau 1847 gefallenen2 Stücke von 42 und 30 &!.; doch gibt es nochschwerere Massen davon, z. B. bei Krasnojarsk1600 ti., am Flusse Bondegö in Brasilien 17,000tt., in Peru zu 3000 it. und viele andere. —Aus den Eisenerzen wird auf den Eisenhüttenwerkenvermittelst Schmelzens durch starke Hitze in soge-nannten Hohöfen das G u ß e i s c n oder Roheisengewonnen. Das Schmelzen geschieht vermittelstSteinkohlen oder Kohks, mit denen das Erz in ab-wechselnden Lagen in den Hohofen geschüttet wird,und dadurch erhält das Metall einen Antheil vonKohlenstoff, der es hart und sprödemacht, daher dasGußeisen sich nicht hämmern und strecken läßt. SeinKohlengehalt ist verschieden und beträgt 4—7 %,was auch der Grund der verschiedenen Eigenschaftendes Gußeisens ist. Bon Farbe ist es heller oderdunkler bläulich grau, mit feinkörnigem Bruch undstark klingend. Es ist sehr dehnbar und obwohl esnicht so dünn geschlagen werden kann, wie Goldoder Silber, so kann es doch in Drähte gezogen wer-den , die feiner find, als ein Mcnschenhaar. EinDraht von "Yitoo Zoll Durchmesser trägt noch einGewicht von 550 Psd. Es läßt sich in beliebigeFormen gießen und wird daher zur Verfertigungeiner Menge von Gefäßen und Geräthschasten zutechnischen und ökonomischen Zwecken, wie Kessel,Kochgeschirre, Oefen, Geländer, Brücken, Maschinen-tbcile rc. benutzt. Das Gießen der größeren Gegen-stände geschieht meist unmittelbar aus den Hohöfen;die kleineren aber werden gewöhnlich in besonderenEisengießereien gegossen, welche das Roheisen vonden Eisenhütten erhalten und wieder schmelzen. Aufden letzteren wird das zur weiteren Verarbeitungbestimmte Roheisen in sogenannte Gänse gegossen,indem man es unmittelbar aus dem Hohofen inlange, schmale, im Sande gebildete Formen abfließenläßt. Außer der Kohle ist dasselbe auch gewöhnlichnoch mit Schwefel, Phosphor, Kieselerde und ande-ren Stoffen verunreinigt und von allen diesen Bei-mischungen muß es, um zu weiterer Bearbeitungtauglich zu sein, möglichst befreit werden. Dies ge-schieht durch nochmaliges Umschmelzen, welches Fri-schen, Garmachen oder Puddeln heißt und inhesonderseingerichteten Frisch- oderPuddlings-ö f e n ausgeführt wird. Dabei verbrennen die mei-sten fremden Bestandthelle oder werden in Schlackenverwandelt, welche von den in weißglühen Klumpenunter großen Hämmern oder Qnetschwerken durch-gearbeiteten Eisenmassen abfließen. Durch dieseOperation werden zugleich die Theile des Eisenseinander mehr genähert und es wird in Schmiede-oder St ab eisen verwandelt, welches nur nochwenig Kohle und zuweilen noch etwas Schwefel,Phosphor und dgl. enthält. Vom Roheisen unter-scheidet es sich hauptsächlich dadurch, daß es sich bie-gen, hämmern, schweißen und bis zu dünnem Drahtund Blech strecken läßt. Es ist mehr weißgrau vonFarbe, glänzend, nimmt Politur an, hat hackigenBruch und ist ohne Zutritt der Luft und ohne Kohlefast unschmelzbar. Die gesrischtcn Eiseuklumpenwerden entweder vermittelst des Schrotnieisels undgroßer Hämmer in eine rohe Stangenform gebrachtund dann auf den Eiseiihammeriverken weiter zuStangen und «Stäben aller Art, oder auch zu volu-‘ minöseren Gegenständen, wie Ambose und dgl. aus-j gehämmert, oder die Stäbe werden zwischen geeigne-j teil Walzen geformt. Die verschiedenen Qualitäten

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