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Eisen
des Stabeiscns entstcben hauptsächlich durch die ihmnoch beigemischte Rodle und andere fremde Stoffe.'Bei einem Kohlenstoffgehalt von 7, u /o ist es bedeu«lend härter und spröder, als wenn derselbe nur;7 ü °/o beträgt, weshalb man es dann hartes, wennc« aber nur '/s —’/i» % Kohle enthält, weiches !Stabeisen nennt. Wenn das Eisen einen körnigenBruch hat, ist es sehr spröde, dagegen ist ein faserigeroder großblätteriger Bruch ein Zeichen von Zähig-keit und Geschmeidigkeit. Wenn das Roheisen Phos-phor, Schwefel. Silicium, Calcium, Mangan unddgl. enthält, welche durch das Frischen nicht vollstän-dig davon entfernt werden können, so gibt es auchbeim besten Frischprozessc kein gutes «tabeise».Das weiche Eisen, welches auch reinbrüchig ge-nannt wird, wenn es keine der nachstehend aufge-sührten sehlerhasten Eigenschaften hat, ist zum Ver-arbeiten am tauglichsten. R o t h b r ü ch i g heißt dasschwefelhaltige, welches in der Rothglühhitze unterdem Hammer berstet, in der Schweißhitze aber sichgut schmieden laßt. Kaltbrüchiges enthält Phos-phor; es ist im glühenden Zustande schmiedbar, inder Kälte aber spröde und leicht zerbrechlich. Spröd-brüchiges oder oxydirtes, saulbrüchiges undhaderiges oder verschlacktes ist bei allen Tempera-turen mürbe und von geringer Festigkeit. Das ersteinmal gereinigte oder gefrischte Eilen, welches zufeineren Arbeite» noch weiter versrischt werden muß,wird in Oesterreich Feineisen, Teigel, Dageloder Luppe genannt. — Wenn man dem Roheisendurch ein besondere» Verfahren, da« Stahlsrischen,nur einen Theil seines Kohlenstoffs entzieht, oderwenn man dem Stabeisen durch Glühen mit kohlen-stoffhaltigen Körpern in verschlossenen Gefäßen diegeeignete Menge Kohlenstoff zusetzt, so erhält manden Stahl (f. d.), der mithin in Bezug auf denKvh-lenstoffgehalt zwischen deni Roheisen und demSchmiedeeisen mitten inne steht Zur Entkohlungdes Eisens hat der Pros. H. K. Eaton in den Ver-einigten Staaten ein neues Verfahren entdeckt. Esbesteht darin, da« Eisen statt in Eisenoxyd, in weißesZinkoxyd einzubüllen. Während bei dem früherenVerfahren die Hitze 8—!> Tage ununterbrochen fort-dauern mußte, bcdars man bei diesem nur eineFeuerung von 40 Stunden. Das Zinkoxyd destillirtüber und wird rein metallisch wieder gewonnen.Das Eisen ist bestererQualität, als bei dem früherenVerfahren. Abrabam Ganz in Ösen erhärtet diegußeisernen Gegenstände bis auf eine gewisse Tiefedurch metallisches Antimon, welche« gepulvert undmit Alkohol gemischt aufgetragen und bei 100° ge-trocknet wird. — Das Schniiedeeisen, welches mangewöhnlich vorzugsweis unter dem Namen Eisenversteht, wird, wie schon erwähnt, durch Schmiedenoder Walzen meist in Stäbe von verschiedenen For-men verwandelt, welche gewöhnlich dem Gebrauche,zu dem es bestimmt ist, entsprechen. Es erhält daherauch verschiedene Benennungen, theils nach seinerForm, wie Fla ch eisen, Rund eisen, Quadrat-eisen rc., theils »ach seiner Bestimmung, wie Gat-tereisen, Radschienen, Achsbleche, Pslug-bleche, Thorband, Hufeisen, Eisenbahn-schienen rc., theils ganz willkürlich, wieMünz-etsen, Än oppereisen, Durchschuß, Büch-sen b rändere. Das für die Nagelschmiede be-stimmte besteht aus dünne», vermittelsNleinerHam-mer aus allen vier Kanten eingekerbtenStangcn undwird Zain- oder Ä r a u S e i s e n genannt. Ueber-haupt aber sind diese Benennungen in den verschie-
denen Ländern und oft selbst aus den Eisenwerkendes nämlichen Landes so verschieden, daß es zu weitführen würde, wollten wir sie hier alle aufführen;die wichtigsten derselben sind jedoch in diesem Werkein besonderen Artikeln erwähnt. — Man verkauftdas Stabeisen in Deutschland nach dem Eentneroder, wie namentlich in Sachsen, nach der Wagevon 44 Pfd. Handelsgewicht oder 40 Pfd. Eisenge-wicht , indem man nämlich beim Wägen des Eisensden Eentner anstatt in 110 nur in 100 Psd. theilt.Die dünneren Stäbe sind gewöhnlich iu Bündel voneiner Wage gebunden. — Wie schon erwähnt wirddas meiste Eisen in England erzeugt, welches nebenseinen ergiebigen Eisengruben auch große und fastunerschöpfliche Steinkohlenlager bcsttzt. die zur wohl-feilen Herstellung des Eisens unumgänglich nöthigsind. Die Production beträgt im Durchschnitt über30 Mill. Eentner, welche in ca. 400 Hohöfen nebsteiner angemessenen Anzahl von Puddlingsösen,Frischhämmern und Walzwerken gewonnen undbearbeitet werden; über 15 Mill. Clr. werden jähr-lich an Stabeisen verfertigt. Außerdem bezieht Eng-land noch eine nicht unbedeutende Quantität schwe-disches Eisen zur Bereitung des Gußstahls. DerWerth des ausgesiihrten Eisens und Stahls beträgtgegen 20 Mill. Thaler. Die Hauplsitze der engli-schen Eisensabrikation sind in Stafjordshire, Wales,Eornwalli« (wo Mertyr Tydvil der Mittelpunkt ist)und Schottland; der wichtigste Markt für Stangen-und Gußeisen ist Glasgow, und von bier, Leith undDundee aus geschehen die meisten Verschiffungen.Die meisten Eisengießereien befinden sich in Lan-cashire und Shropsire, namentlich im Colebrookthale.
— Frankreich gewinnt in 25 Departements mit'ca. 1000 Eisenwerken und über 500 Hohöfen gegen7 Mill. Etr. Eisen, besten Werth nach Abzug de«dazu verwendeten Rohstoffs 127 Mill. Franken be-trägt. Eingeführt werden nur einige 100,000 Etr.
— Belgien besitzt 120 Hohöfen, welche gegen2 Mill. Etr. Eisen liefern. — Die ProductionSchwedens beträgt 2 Mill. Etr. und liescrt dasbeste Eisen, das es gibt. — Rußland mit Pole»erzeugt über 6 Mill. Etr. und liesertsehrgmesStab-eisen; Spanien400,000,Portugal 10,0<;0,Tos«can«200,000, Norwegen 100,000, die Schweiz1000, Neapel, Türkei, Dänemark und Hol-land zusammen ca. 500,000 Etr. In Preußenwerden 2 Mill., in Oesterreich 2'/, Mill. und indem übrigen Deutschland 1,800,W)0 Clr. producirt.In Nordamerika hat die Eisenproduction bedeu-tende Fortschritte gemacht und gibt jetzt eine Aus-beute von mehr als 8 Dkill. Ctr. Mau kaun daherdie Eisenproduction von Europa mit Nordamerikaaus 02 Mill. Ctr. veranschlagen. Bon den deutsche»Staaten liefert Oesterreich das beste Eise» ausStciermark, Kärnthen und Kram; es wurde aberbisher auf einen zu hohen Preis gehalten, weil dieausländische Concurrenz durch eine» hohen Ein-gangszoll ausgeschlossen war, was aber durch denneuesten Zvlltaris abgeändert worden ist. Außerdemwird auch in Böhmen, Mähren, Ungarn, Galliziestund Wiebenbiirgen Eisen erzeugt. Preußen hat diemeiste» Eisenwerke in Oberschlesicn, am Rhein undauf deni Harz. In Sachsen hat sich die Productionin der neueren Zeit vermehrt und beträgt über120,000 Ctr., aber sie reicht noch nicht für den Be«dars des Landes aus. Baiern erzeugt 270,000 Ctr.,welche jedoch ebenfalls den Bedarf des Landes nichtdecken; Württemberg gegen 100,000 Ctr., Laden