Eisenbahnen
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Eisenbahnen
3. oder 4. Theil derselben, für eigne Rechnung über-nimmt ; dann leistet sie den übrigen, in die Cirkula-tion gebrachten Actien nicht selten insofern eine Ga-rantie für eine feste Verzinsung, als sie selbst aus dieübernomnienen Actien nicht eher Zinsen zu nehmenverspricht, als bis jene die vollen Zinsen erhaltenhaben. Zuweilen muß die Gesellschaft später noch-mals eine Anleihe aufnehmen, vielleicht um noth-wendig gewordene Bauten auszuführen, um bedeu-tende Reparaturen an der Bahn, den Gebäuden oderFahrzeugen vorzunehmen »c., und dies geschieht danndurch nochmalige Ausgabe von Prioritätsactien. Da-her kommt es, daß es bei manchen Eisenbahnen zweier-lei Prioritätsactien giebt, welche gewöhnlich durchLittera A und B von einander unterschieden werdenund für die auch zuweilen verschiedene Zinsfüße fest-gesetztsind. (Manscheauch den Artikel Actien undüber denHandel damit den Artikel Staatspapiere.)Die znr Herstellung einer Eisenbahn erforderlichenArbeiten theilt man gewöhnlich in den Unterbau,den Oberbau und die Hochbauten. Der Un-terbau begreift die Herstellung des Bahnkörpersund der Bahnebene (Plante) und besteht in derEbnung des Bodens, der Ausfüllung der Vertie-fungen und Entfernung der Erhöhungen. Die Ver-tiefungen werden entweder durch Aufschüttungen vonDämmen ausgefüllt oder sie werden überbrückt, wasnatürlich beim Uebergange über Flüsse und Bäche,auch zuweilen über Moräste und feuchte Wiesen-gründe, besonders wenn diese Ueberschwemmungenausgesetzt sind, geschehen muß. Mäßige Erhöhungen,welche aus weichem Boden bestehen, werden abge-tragen oder durchstochen, felsiger Boden wird durchSprengen entfernt und wenn die Bahn an einemBergabhauge hingeführt wird, müssen gewöhnlichFuttermanern aufgeführt werden, um dem Bahn-körper die nöthige Festigkeit zu geben und ihn vorden Abrutschungen von der Höhe herab zu schützen..Berge von größerer Höhe sucht man womöglich zuumgehen oder durch successives Ansteigen der Bahnzu überschreiten; ist beides jedoch nicht möglich, sowerden sie vermittelst gewölbter unterirdischer Gänge,welche man Tunnel nennt, durchbrochen. Land-straßen, welche die Eisenbahn durchschneidet, werden,wenn sie bedeutend höher oder tiefer liegen als dieBahnebene, im ersten Fall auf einer Brücke darüberstsfuhrt, im letzten Falle führt man die Bahn aufnnerBrücke über die Straße hinweg. An jeder Seitevrr Bahn wird gewöhnlich ein Graben zum Abflußuvs Wassers gezogen, ebenso müssen unter den Däm-wen Wasserabflüsse hindurchgefiihrt werden undaußerdem gehören zuni Unterbau auch noch die Auf-Mttungeu und Planirungen der Plätze zu denBahnhöfen rc. Bei schwierigem Terrain sind die Ar-velten des Unterbaues gewöhnlich der kostspieligsteJjWl der ganzen Bahnaussiihrung und an manchenBahnen hat er Arbeiten nöthig gemacht, welche inErstaunen setzen und die berühmtesten Bauten desülterthams nicht allein durch ihre Größe, SchönheitUnd Solidität, sondern auch durch die Schnelligkeitchrer Ausführung weit übertreffen. Besonders zeich-sich in dieser Beziehung die jetzt noch in der Aus-führung begriffene Bahn über den Semmering inOesterreich aus; den größten bis jetzt ausgeführtenBrückenbau aber besitzt Sachsen in der Brücke übervas Göltzschthal auf der sächsisch-bairischen Eisen-°ahn. — Zu dein Oberbau gehören hauptsächlich°w Eisenschienen und alle die Arbeiten, welche zum"sten derselben nöthig sind. Meist werden in die
Planie der Bahn hölzerne Querschwellen eingelegtund aus diesen die Schienen befestigt, welche jetzt fastdurchgängig oben und unten eine breite Fläche bilden,die in der Mitte durch eine Art von schmälerem Trä-ger oder Rippe verbunden sind (P a r a l l el s ch i e n e n).Die früher hin und wieoer angewendeten Flach -oder Plattschienen, welche auf Längsschwellenfestgenagelt wurden, sind jetzt ganz außer Gebrauchgekommen und ebenso auch mehrere andere Formen,die man erdacht hat, wie dieHohlschienen, Fischbauch-schienen u. a. Die Schienen sind von Schmiedeeisenund werden auf Walzwerken verfertigt. Früherwurden sie ausschließlich aus England bezogen, wel-ches mit seinen zahlreichen uird großen Eisenwerkenund Arbeitskräften allein im Stande war, die unge-heure Menge von Schienen, die zu den vielen inDeutschland und anderen Ländern ausgeführtenEisenbahnen gebraucht wurden, zu liefern. Indessenhaben sich in neuerer Zeit auch viele Eisenwerke desContinents auf die Anfertigung von Eisenbahnschie-nen gelegt. — Die meisten Eisenbahnen haben zweiSchieneugleise, und dann ist in der Regel jedes der-selben für eine Richtung der Fahrt bestimmt, so daßsich die Züge nie begegnen können; zuweilen gibt manihnen jedoch, besonders anfangs, um die Anlegekostenzu vermindern und wenn man noch keine bedeutendeFrequenz erwartet, nur ein Gleis, legt aber gewöhn-lich demohngeachtet die Bahn in der zu zwei Gleisennöthigen Breite an, um wenn es nöthig ist, daszweite später noch hinzufügen zu können. Bei ein-gleisigen Bahnen müssen hin uud'wieder AuSweich-stellen oder Weichen angelegt werden, aus denendie einander entgegenkommenden Züge ausweichenkönnen, doch sind diese Vorrichtungen auch bei zwei-gleisigen Bahnen und besonders auf den Bahnhöfennöthig, damit die Wagen von einem Gleise auf dasandere gelangen können. Der wesentliche Theil einerWeiche ist gewöhnlich ein mit dem einen Ende ver-schiebbares Schienenpaar, dessen anderes Ende ver-mittelst eines Scharniers beweglich ist und das voneinem besonders dazu angestellten Weichenwärterverschoben wird, wenn ein ankommender Zug seineRichtung ändern soll. Um besonders dieLocomotivenauf Bahnhöfen und Statiousorten in umgekehrterRichtung auf eine Nebenbahn, oder auch auf einevon der Hauptbahn rechtwinklich abgehende andereBahn bringen zu können, dienen dieDrehscheiben,große, auf Rädern sich im Kreise drehende Scheibenmit einem Schieneugleise, auf welche die Locomotivegebracht und nachdeiu die Scheibe so weit als nöthiggedreht worden, auf dem anderen Gleise abgefahrenwird. Zuweilen besteht die Vorrichtung auch nichtaus einer Scheibe, sondern aus einer viereckigenPlattform mit einem Gleise, die auf Rädern und aufeiner vertieft liegenden Eisenbahn läuft, deren Rich-tung die neben einander liegenden Bahnen recht-winkelig durchschneidet. Der auf der einen Bahnkommende Wagen wird auf die Plattform gesetzt unddiese wird seitwärts bis an eine Nebenbahn geschoben,auf welcher dann der Wagen weiter vorwärts oderrückwärts fahren kann. — An den Seiten der Bah-nen werden gewöhnlich Steine oder kurze Holzblöckeangebracht, auf denen die Entfernung vom Anfangs-punkte der Bahn angegeben ist; ferner nach Art derWegweiser geformte SteigungS- und Fallzcichen,welche durch Zahlen das Steigmtgsverhältniß derBahn angeben; hohe Sigualstangen oder Telegraphenvon verschiedener Einrichtung, mit denen, währendder Dunkelheit durch farbige Laternen, besonders der