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Erster Band.
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Eisenbahnen

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Eisenbahnen

Abgang der Züge gemeldet und verschiedene andereSignale gegeben werden können rc. Jetzt sind an denmeisten Eisenbahnen elektro-magnetische Telegraphenangebracht, deren Drähte entweder neben der Bahnauf hohen Stangen ruhen (überirdische) oder unterder Oberfläche des Bahnkörpers liegen (unterirdische).— Die Hochbauten bestehen aus den verschiedenenGebäuden auf den Bahnhöfen und StationsPlätzen,und aus den Häuschen für die Bahnwärter. Dieersteren sind, besonders auf den Endstationen meistsehr umfänglich und die Hauptgebäude oft sehr schönund zum Theil mit verschwenderischem Luxus erbaut.Sie bestehen hauptsächlich aus der in der Regel über-deckten Personenhalle nebst dem Gebäude für die ver-schiedenen Expeditionen, welches meist auch die Woh-nungen für mehrere Beamte und eine Restaurationenthält; aus den Gütermagazinen, den Wagen- undLocomotivenschuppen, den Kohlenmagazinen, denWasserzubringern, durch welche mit leichter Mühe dieTender mit Wasser gefüllt werden können, aus denWerkstätten, in denen die nöthigen Reparaturen anden Wagen und Locomotiven ausgeführt werden rc.Oft ist mit der Eisenbahn eine Wagenbauanstalt ver-bunden, welche nicht allein alle Wagen für die Bahnselbst, sondern auf Bestellung dergleichen auch fürandere Bahnen verfertigt. Anf den Zwischenstationenbefinden sich nur die für selbige nöthigen Gebäude inkleinerem Umfange und nut geringerem Answandeerbaut. Die Bahnwärterhäuschen liegen längs derBahn und an den Punkten, wo die Anwesenheiteines Bahnwärters nöthig ist, hauptsächlich an denUebergängen der Straßen und Wege, die sie vor derAnkunft eines Zuges verschließen und dann wiederöffnen. Ein solches Häuschen enthält gewöhnlicheine vollständige kleine Wohnung für den Bahnwärterund seine Familie, und oft ist auch ein kleines Gärt-chen. dabei; an manchen Bahnen sind es jedoch nureine Art Schilderhäuser, in denen sich der Bahn-wärter, der seine Wohnung in einem benachbartenDorfe hat, nur während des Tages aufhält. DerBahnwärter muß die ihm zugewiesene Bahnstreckefortwährend beaufsichtigen und sie vor Ankunft derZüge begehen, auch die Signale weiter geben, zuwelchem Ende sich neben seinem Häuschen gewöhnlichein Telegraph befindet. Ueber einer Anzahl Bahn-wärter steht gewöhnlich ein Oberbahnwärter, derseinen Posten auf einer Station hat. — Auf denmeisten Eisenbahnen geschieht die Fortbewegung derLasten (Wagenzüge) vermittelst einer auf 4 oder6 Rädern ruhenden Dampfmaschine, Dampf-wagen oder Locomotive genannt. Diese hatzwei horizontal liegende Cylinder, deren Kolben-stangen die kurbelförmig gekrümmte Axe des einenRäderpaares, der Treibräder, in Bewegung setzt,wodurch diese vermöge ihrer Adhäsion an den Schie-nen vorwärts laufen. Die übrigen 2 oder 4 Räderdienen zur Unterstützung der Maschine und auch zurVermehrung der Adhäsion, besonders wenn beiKräderigen Maschinen die Axen der beiden Laufräder-paare verkuppelt (durch horizontale eiserne Stangenmit einander verbunden) sind. Da man jetzt fastauf allen Bahnen viel größere und schwerere Dampf-wagen anwendet als früher, weil man damit größereLasten fortziehen und bedeutendere Steigungen über-winden kann als mit den kleinen, so sind fast alleLocomotiven mit 6 Rädern versehen und zuweilenbaut man sie nach amerikanischer Manier sogar mit8 Rädern. Eine große Locomotive wiegt 450—500Centner und kostet 10—12,000 Thlr. Früher wur-

i den alle Locomotiven in England und dann auch in! Belgien verfertigt; jetzt aber gibt es auch in Deutsch-land an mehreren Orten Maschinenfabriken, die sie,l wenn auch meist nach englischen Mustern, in gleicher! Güte tiefern wie die englischen und belgischen, wo-rüber man in dem Artikel Maschinen das Näherefindet. In Gegenden, wo es Holz im Ueberfluß gibt,wird dieses znni Heizen der Locomotiven verwendet,sonst aber am häufigsten Coaks, selten Braunkohlen,die sich weniger dazu eignen, da sie keine so intensiveHitze geben. Bei manchen Eisenbahnen befinden sicheigene Coaksbrennereien, gewöhnlich sind diese jedochin der Nähe der Steinkohlenwerke. — Zu jeder Lo-comotive gehört ein Munitionswagen oder Tender,auf welchem eine Quantität Kohlen und Wasser mit-geführt wird. Der Wasserbehälter ist ein Kasten vonstarkem Eisenblech, der die Umfangswand einesoffenen Raumes für die Kohlen bildet. Er steht durchRöhren, welche zum Theil von Leder sind, um sichzu biegen, mit dem Wasserkessel des Dampfwagensin Verbindung und sobald es nöthig ist, wird durcheine von der Maschine selbst in Bewegung gesetztePumpe Wasser in den letzteren eingepumpt. DerTender enthält wenigstens so viel Wasser und Kohlen,als von einer Station zur andern gebraucht wird,und auf jeder Station wird das verbrauchte Quan-tum von beiden wieder ersetzt. Auf dem Tender stehtder Heizer, auf dem Hintertheile des Dampfwagensder Locomotivführer, welcher die Maschine regiertund wo es nöthig ist anhält, auch darauf zu achtenhat, daß immer die nöthige Quantität Wasser imKessel, daß das Sicherheitsventil in Ordnung ist rc.Ferner muß er verschiedene Signale mit der Dampf-pfeife geben und zugleich sein Augenmerk auf dieBahn haben, um es womöglich in Zeiten zu bemerken,wenn ein Hinderniß auf derselben sein sollte, obgleichdies eigentlich Sache der Bahnwärter ist. Währendder Fahrten im Dunklen werden zu dem Ende 2 oder3 große hellleuchtende Laternen vorn an die Locomo-tive gehängt. Gewöhnlich hat der Locomotivführerneben seinem Stande einen Fußtritt, mit welchem er,wenn angehalten werden soll, die Locomotive bremsenkann. Der Heizer muß ihm bei diesen Arbeiten, wennes nöthig ist, beistehen und auch im Stande sein,wenn dem Locomotivführer ein Unfall begegnen sollte,j den Zug bis zur nächsten Station zu führen undl anzuhalten. Damit srisch gefallener Schnee die Fahrt; nicht hindert, wendet man den auf Rädern stehenden1 Schneepflug an, der von starkem Blech ist und vornin eine Spitze auslänft, so daß er den auf der Bahnliegenden Schnee durchschneidet und auf die Seitewirft. Liegt der Schnee nur etwa : / 2 Elle hoch, 1°wird der Schneepflug vor der Locomotive des Zuges'' befestigt, die ihn vor sich her schiebt; liegt er aberhöher, so wird er einige Zeit vor Abgang des Zuge»mit einer besonderen Locomotive vorausgeschickt, »ineine Bahn zu machen. Ueberhaupt ist der Schnee,besonders wenn er von einem Winde begleitet fft,dessen Richtung die Bahn durchschneidet, das unan-genehmste Hinderniß auf den Eisenbahnen, da er so-gleich die kleinen, nicht sehr tiefen Durchstiche anssifuiund zu seiner Beseitigung dann kein Schneepflugausreicht. Er muß dann von Menschen ausgeschau-felt werden , wodurch die Conimnnikation zuweileneinen ganzen Tag und länger unterbrochen wirwund es geschieht sogar, daß bei starkem Schneesaganze Züge einschneien und weder vor- noch rück-wärts können. Diesem Uebelstande ist nicht arideabzuhelfen, als daß die Durchstiche, welche zugetvey