Eisenbahnen
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Eisenbahnen
'«erben können, bedeutend breiter gemacht werden,was daher auch, wenigstens bei neuen Bahnanlagen,letzt meist geschieht. — Die Transportwagen theilensich je nach den Zwecken, zu denen sie bestimmt sind,sn Personenwagen, Güterwagen, offeneTransportwagen und Thierwagen. DiePersonenwagen sind gewöhnlich in 3—4Klassenbon abnehmender Eleganz und Bequemlichkeit ge-iheilt, die man auch bisweilen durch Berlinen, Dili-gencen, Chars L banc und Waggons bezeichnet. Dieerste Klasse (Berlinen) ist sehr elegant eingerichtet,gut gepolstert, mit seinem Tuch ausgeschlagen und 1'uit seidenen Borten besetzt; jede Bank hat nur 4,Zuweilen nur 3 Plätze, welche durch gepolsterte Arm-Und Kopflehnen von einander getrennt sind; dieFenster haben Spiegelscheiben, der Fußboden ist miteinem Teppich bedeckt re. Die Wagen zweiter Klassesind ebenfalls ausgepolstert, aber mit weniger Ele-ganz; die der dritten Klasse dagegen nicht, aber siesind in Deutschland jetzt wohl auf allen Bahnen be-aeckt; auf einigen haben sie dagegen anstatt der Fen-ster nur Ledervorhänge und zuweilen auch diese nicht.Die Sitze sind schmäler, gewöhnlich ö Personen aufeiner Bank, und haben keine Seitenlehnen. Wagenvierter Klasse, die es aber in Deutschland auf wenigBahnen gibt, sind nicht bedeckt, was früher auf vielenBahnen auch bei denen der 3. Klasse der Fall war.Bei den letzteren sind die Sitze zuweilen in 4 ReihenNach der Länge des Wagens angebracht, meist aber ;stehen die Sitze, wie bei den bessern Klassen in derIO-uere. Auf den englischen, französischen und bel- !8 'schen Bahnen sind meist nur die Wagen 1. Klasse'wirklich gut, die der 2. Klasse schon ungepolstert, dieber 3. und 4. Klasse aber find unbedeckt und die letz-teren haben sogar keine Sitze. Das Verhältniß derPreise in der 1., 2. und 8 . Klasse ist in Deutschlandohngefähr wie 4, 3 und 2. Die Personenwagenwerden besonders in der neueren Zeit sehr groß ge-baut, so daß sie 40—60 Personen und noch mehrfassen, und meist haben sie dann 8 Räder, von denenhinten und vorn je 4 mit einander verbunden sind;sw ruhen sämmtlich auf starken Federn, so daß es sich'"Deutschland selbst in der 3. Klasse recht gut sährt.fahrend der Dunkelheit werden sie im Innern meistdurch Laternen erleuchtet, welche.von oben in umge-kehrten Glasglocken eingehängt werden, so daß die«versenden weder dazu können, noch dem Beschmutzt-werden durch herausspritzendes Oel ausgesetzt sind.Alle Personenwagen und überhaupt alle Transport-!?ugen auf Eisenbahnen sind hinten wie vorn, so daßnie umgedreht zu werden brauchen. Sie habenlerne Deichsel und werden durch starke Ketten undHaken aneinander gehängt. — Die Güterwagen oder-Packwagen, für Kaufmannsgüter und Passagier-Aepäck, sind jetzt auf den meisten Bahnen ebenfallsM strotz, völlig geschlossen und so hoch, daß einsi^ann darin stehen kann; sie haben Thüren, gewöhn-Bh unter der Decke einige kleine Fenster und gehenebenfalls meist aus 8 Rädern. Auf manchen Bahnen3'Bt es jedoch auch noch kleine vierräderige Güter-wagen und zuweilen werden auch Güter aus offenenTragen und nöthigensalls mit einer getheerten Deckegegen Regen geschützt, transportirt. Für die Post-packereien ist gewöhnlich ein besonderer Wagen Ber«wnb en , j n k em ^ eiJie kleine Expedition für einen""'lahrenden Postbeamten befindet, welcher die auf^"einzelnen Stationen eingehenden Briefe sortirt rc.si" Die offenen Transportwagen, Waggons oder»wrys genannt, bestehen aus einer auf 4 Rädern
ruhenden Plattform, theils mit, theils ohne eine etwaZ Fuß hohe Bretereinfassung, auf denen Steinkohlen,Holz, Ziegel, Bruchsteine, Getreide und andere Roh-produkte, sowie auch Reisewageu und kleines Viehtransportirt werden. Für das letztere wird der Wa-gen gewöhnlich, um es am Herausspringen zu hin-dern , mit einer getheerten Decke bedeckt und dannbestehen die Seitonwände aus Latten. Die eigent-lichen Tbierwagen oder Pferdewagen für große Thieresind bei der erforderlichen Höhe ringsum geschlossen.Hunde, welche die Passagiere nicht mit in die Per-sonenwagen nehmen dürfen, werden in besonderenBehältnissen der Personenwagen, zuweilen unter denSitzen, oder auch in den Guterwagen transportirt. —Aus einigen Eisenbahnen werden die Wagen vonPferden gezogen, welche auf denselben wegen der ver-minderten Reibung eine bedeutend größere Last alsauf einer gewöhnlichen Straße sortbewegen können;auch überwinden sie größere Steigungen, vonl ha —V 30 , als die Dampswagen. Das Ziehen durchPserde geschieht jedoch meist nur auf Bahnen, welchehauptsächlich zum Transport von Gütern bestimmtoder die sehr kurz sind, oder bei solchen, die mehrerebei einer Stadt mündende Bahnen mit einander ver-binden, oder durch eine Stadt, oder von einemBahnhöfe nach einem niedriger liegenden Hasen füh-ren rc. So wird in Deutschland die hauptsächlichfür den Transport von Salz, Kohlen und dgl. be-stimmte Eisenbahn von Budweis über Linz nach Ge-münden fast ausschließlich mit Pferden befahren u. inSachsen gibt es eine Pferdebahn für Steinkohlen-transport von Zwickau bis Kainsdors im Mnlden-thale; die keine volle Meile lange Eisenbahn zwi-schen Nürnberg und Fürth aber wird abwechselndmit Dampf und mit Pferden befahren. Die zuweilenversuchte Anwendung von Pferden auf einzelnen starkansteigenden Stellen einer Lokomotivbahn hat sich,wie jede Unterbrechung und Abwechselung mit eineranderen Kraft, nicht bewährt. Auch hat man Pserdeanstatt einer stehenden Dampsmaschiiie angewendet,um die Züge eine Steigung hinaufzuziehen. An ein-zelnen Bahnen in England und auch an einer Bahnvon Paris nach Saint-Germain in Frankreich hatman den Druck der Luft als bewegende Kraft benutzt,indem ein mit dem Zugwagen in Verbindung ste-hender Kolben in einer zwischen den Schienen liegen-den Röhre, aus welcher vermittelst einer stehendenDampfmaschine die Luft ausgepumpt wird, sortge-schoben wird. Auf einer solchen Eisenbahn, welcheman eine atmosphärische (richtiger pneuma-trs ch e) nennt, kann man allerdings bedeutende Stei-gungen überwinden und es wird manche Gesahrvermieden; indessen haben sich mehrere andere Uebel-stande dabei gezeigt und die Sache ist daher meistwieder aufgegeben worden. Auch die Kraft des voneiner Höhe herabfallenden Wassers hat man, beson-ders in Amerika, wo es viele Wasserfalle gibt, alsZugkraft benutzt (hydraulische Eisenbahnen), dochist diese Erfindung wohl ebenfalls nirgends zur blei-benden Anwendung gekommen. Eben so haben dievielen Versuche, die man mit der Elektricität zu demnämlichen Zwecke gemacht hat, bis jetzt nur dahingeführt, ganz kleine Maschinen in Bewegung zufetzen; aber es ist wohl zu vermuthen, daß man esnoch dahin bringen wird, diese Kraft mit Nutzen fürden Transport aus den Eisenbahnen zu verwenden.— Jn Bezug auf die Benutzung der Eisenbahnenzerfallen sie in solche, bei denen der Personentrans-port, und in solche, bei denen der Gütertransport