Eisenbahnen
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Eisenblech
die Hauptsache ist. Der erstere ist allerdings dereinträglichste, da für eine Person auch in der letztenKlasse bedeutend mehr bezahlt wird, als für eine an-dere Last von gleicher Schwere; auch würde sich eineBahn, wenn die Anlage derselben nicht sehr wohl-feil wäre, vom Gütertransport allein kaum erhaltenkönnen. Indessen ist er doch für viele Bahnen vongroßer Wichtigkeit, und einzelne, besonders kurzeBahnen sind sogar ausschließlich für den Transportvon Steinkohlen, Holz, Salz und dgl. erbaut undwerden wenig oder gar nicht von Reisenden benutzt.Die Eisenbahnen könnten aber durch schnelle undwohlfeile Beförderung der Güter noch viel mehrNutzen stiften, als es, wenigstens in Deutschland,wirklich der Fall ist, wenn die Expedirung derGüter besser geregelt wäre. Die Güter werden aufvielen Bahnen nicht allein nicht schneller, sondernsogar langsamer geliesert, als durch Fuhrwerk; siewerden nicht sorgfältig behandelt, herumgeworfen,beschädigt, nachtässig abgeliefert rc., und der Em-pfänger muß sogar sogleich bei der Ablieferung, undehe er noch Zeit gehabt hat, die Waare zu unter-suchen , den richtigen Empfang ohne allen Vorbehaltbescheinigen. Deshalb wird auch häufig der Trans-port durch Fuhrwerk dem durch die Eisenbahnen vor-gezogen und für die letzteren ist es gewiß ein großerVorwurf, daß neben vielen Eisenbahnen noch immerregelmäßiges Fuhrwerk besteht und daß man beson-ders zur Zeit der Messen alle nach dem Meßplatzführenden Straßen fast eben so wie früher vonFrachtwagen frequentirt sieht. — In Bezug auf dieFracht werden die Güter gewöhnlich in drei Klassengetheilt; zur ersten gehören Rohprodukte, wie Koh-len , Holz, Steine, Getreide, Walz und dgl., die ausoffenen oder nur bei Regenwetter bedeckten Wagentransportirt werden und für welche die wenigsteFracht, Vi—74 Sgr. pr. Ctr. und Meile bezahltwird; zur zweiten Klaffe gehören gewöhnliche Kauf-mannsgüler, deren Fortschasfung und Ablieferungkeine besondere Eile hat, und wofür die Fracht etwa74—1 Wgr. pr. Ctr. und Meile beträgt, und zurdritten das Eilgut, welches mit den Personenzügenfortgeschafft, bei der Ankunft sogleich abgeliefert undwofür 1 — 1*74 Sgr. pr. Ctr. und Meile Fracht be-zahlt wird. — Die Eisenbahnen thun den Postan-stalten allerdings bedeutenden Abbruch und um siedafür einigermaßen zu entschädigen, müssen die Ge-sellschastsbahuen alle Briese und Poststücke gegen einejährliche Bergütung befördern, welche viel geringerist, als die früheren Kosten des Posttransports.Außerdem aber hat die Post den bedeutenden Vor-theil, daß das Reisen auf den Nebenstraßen durchdie Eisenbahnen sehr vermehrt worden ist. — DieSchnelligkeit der Personenbeförderung auf den Eisen-bahnen beträgt in Deutschland durchschnittlich 4 ,„3Meilen pr. Stunde. Sie könnte viel größer sein,wenn dadurch nicht zugleich die Gefahr vermehrtwürde, wovon Belgien, Frankreich, England undbesonders Nordamerika den Beweis liefern. In die-sen Ländern werden stündlich 6 — 8 , ja sogar zu-weilen 10 deutsche Meilen zurückgelegt, aber die Un-glückssälle sind auch viel häufiger als in Deutschland.Am schlimmsten ist dies in Nordamerika, wo über-haupt sowohl bei der Anlage als auch bei dem Be-triebe der Eisenbahnen mit unverantwortlicher Nach-lässigkeit verfahren wird, so daß Jeder, der sich aufeinen Eisenbahnwagen setzt, sein Leben oder dochseine gesunden Glieder halb verloren geben muß.Durch;chnittlich werden in England 8,35 und in
Frankreich 5 , 37 geogr. Meilen in der Stunde gefah-ren. Die Unglücksfälle auf den Eisenbahnen, be-sonders in Deutschland, sind im Verhältniß zu dergroßen Anzahl der beförderten Personen sehr gering.— Die Kosten, welche der Bau einer Eisenbahn ver-ursacht, sind sehr bedeutend, aber dcmohngeachtetbringen die meisten gute Zinsen ein. Bedeutend theurerals die deutschen Eisenbahnen sind die meisten eng-lischen. Die allertheuerste aber ist die, welche dieLondoner City mit Blackwell, dem Hafen von London,verbindet und über die Dächer der Häuser hiuweg-geführt ist; sie ist 5% engt. Meilen lang und dieMeile hat ‘249,202 Pfr. Sterl. gekostet, was sür kiepreuß. Meile ca. 8 Miü. Thlr. atisinacht. — DerErtrag der Bahnen ist natürlich eben so verschieden,als die Anlagekosten und die Frequenz derselben; esgibt einzelne, welche die Betriebskosten kaum deckenund gar keine Zinsen geben, andere, welche sich zu15% und mehr verzinsen. — In Europa werdenfortwährend neue Eisenbahnen gebaut und die Zeit,wann das Eisennetz, das sich über diesen Erdthcilspinnt, vollendet sein und man mit dem Bauen auf-hören wird, ist noch nicht abzusehen. Den Eisen-bahnen folgen fast Schritt sür Schritt die elektrischenTelegraphen, die es vielleicht noch möglich machenwerden, in Zeit von einigen Minuten mit Cantonund Sän Francisco zu correspondiren.
Eisenbahngrün, s. Zinnober, grüner.
Eisenbahnschienen sind bei dem großen Bedarfderselben zu den fast in allen Ländern Europas fort-während gebauten Eisenbahnen einer der wichtigstenArtikel der Eisensabrikation und des Eisenhandels.Sie werden aus Schmiedeeisen verfertigt u. gewalzt.England hat in sofern noch das Uehergewicht in die-sem Industriezweige, als es im Stande ist, die größ-ten Quantitäten am schnellsten u. zugleich am wohl-feilsten zu liefern; aber in der neueren Zeit werdenauch aus vielen belgischen, französischen und deutschenEisenwerken viele Schienen verfertigt, welche schoneinen erheblichen Theil des inländischen Bedarfsdecken. Die ani häufigsten angewendete Art sind dieParallelschienen, die aus zwei durch eine Rippe ver-bundenen Schienen bestehen; die Flach- oder Platt-schienen und einige andere Arten, die man früherhin und wieder anwendete, sind jetzt selten oder garnicht mehr im Gebrauch. (S. auch Eisenbahnen.)
Eisenbahnschwellen, die hölzernen Unterlagenfür die Eisenbahnschienen, sind entweder Lang-schwellen, auf denen die Schienen, namentlichFlachschienen, ihrer ganzen Länge nach zu liegenkommen, oder Querschwellen, welche die Paral-lelschienen nur in Entsernungen von einigen Fußunterstützen, oder aus deren Enden die Schienen un-mittelbar befestigt werden. Sie sind meist vonFichten- oder Kiefern-, zuweilen auch von Eichenholzund kommen großentheils aus den Ostseehäfen, woinan sie nach dem Kubikfuß verkauft. Um sie vordem zu schnellen Verderben zu schützen, werden siezuweilen kyanisirt, d. h. mit einer Auflösung vonEisenvitriol oder einem anderen Metallsalze getränkt.Auch hat man den Vorschlag gemacht, Eisenbahn-schwellen von Asphaltmasse (Terresin —s. As-phalt) zu verfertigen.
Eisen, blausaures, s. Berlinerblau.
EisenblausauresKali, s. Blntlaugensalz.
Eisenblech heißt das zu dünnen Platten gehäm-merte oder gewalzte Eisen. Es muß aus dem ge-schmeidigsten und zähesten Frischeisen bereitet wcrdemmuß überall von gleicher Dicke, weder rissig noch