Eisenblech 427 Cisrnbraun
schieferig und aus beiden Seiten glatt und ohneHammerspuren sein. Die Gleichheit u. Glatte wirdam besten durch das Walzen erreicht, durch welchesauch größere Platten erzeugt werden können. Eswurde zuerst in England angewendet, ist jetzt aberauch aus den Blechwerken anderer Länder eingeführt.Auch bei der Verzinnung wendet man jetzt ein inEngland erfundenes verbessertes Verfahren an, wo-durch ein viel schöneres Fabrikat erzeugt wird alsfrüher. Früher wurde im sächsischen Erzgebirge dasbeste (gehämmerte) Blech verfertigt und noch jetzt hatdasselbe vor vielen anderen den Vorzug; in der neue-ren Zeit sind daselbst auch Walzwerke angelegt. —Ueberhanpt verarbeitet mau jetzt mehr gewalztes alsgehämmertes Blech; aber zu manchen Zwecken eignetsich das letztere besser, weil es geschmeidiger ist alsjenes. — Man theilt das Eisenblech zunächst in un-berzinnteS oder Schwarzblech und in ver-zinntes oder Weißblech. Das zu letzterem be-stimmte wird, ehe es verzinnt ist, D ü n n e i s e n b l e ch,Dünneisen oder Dünnblech genannt. Dasstärkere, am häufigsten verwendete Schwarzblech heißtSturz - oder Schloss er blech, das dünnere Faß-blech, Zu Dampskesseln verfertigt man gewalztesEisenblech von 1 j i —Va Zoll Stärke, Kesselblechgenannt; dann folgt das Pfannenblech, Pon-tonblech oder Bodeneisen, welches zu Salz-pfannen , Pontons und dgl. bestimmt ist. Die Be-uennung Sturzblech rührt daher, weil ein Stückeines Eisenstabes, aus dem eine starke oder zweischwächereBlechtaseln gehämmertwerden, ein Sturzgenannt wird. Zu dem eigentlichen Sturzbleche wirdNämlich der bis auf eine gewisse Dicke ausgehämmerteSturz in der Mitte zusammengebogen, so vollendsausgearbeitet, und wenn dies bis zu der erforder-lichen Länge und Breite geschehen ist, auseinandergeschnitten. Die starken Bleche, von denen jederSturz nur eine Tafel gibt, werden auch Modell-oder gebreitete Bleche genannt, und je nachdemdavon 2, 3, 4, 5 k . Kasein aus den halben Centnergehen, nennt man sie Zweier, Dreier, Vierer,Füuser k . Doppelbleche nennt man solche, derenFaseln in Bezug auf eine andere gangbare Sorte diedoppelte Größe haben. Die Sturzbleche werden nachdem Centner verkauft. Das Faßblech besteht ausReineren Tafeln von 12—16 Zoll Länge und 9—12Zoll Breite. Man theilt es hauptsächlich in 3 Svr-wn, nämlich in Kreuz- oder Storblech, For-dor-, Foder-oder Futterblech u. Senkler-oder Senkblech. Von dem ersteren, welches dasnarkste ist, unterscheidet man wieder einfaches und^vppelkreuzblech, welche aus den Fässern mitund XX bezeichnet werden. Ueberdies hat manuns den einzelnen Hammerwerken noch mancherleidorschiedene Benennungen und Bezeichnungen, die^ber jetzt nicht mehr so feststehen wie früher, daherwau sich jedesmal besonders damit bekannt machen»'uß. Das von den Faßblechen Gesagte gilt auchd°u den verzinnten, welche in Bezug auf Größe undstärke nur unter diese Klasse gehören. Ausschuß-dkech nennt man solches Weißblech, das Fehler insfd Verzinnung hat. Die Faßbleche verpackte manwuher in Fässer von 450—600 Tafeln, jetzt aberwoist in kleinere Fässer von 300—450 Stück und zu-N-n auch in Kisten von 100 bis 250Stück. —Die^slechfabrikation im sächsischen Erzgebirge ist durch-uglisch- Concurrenz sehr beeinträchtigt worden,Udesseii ist sie für die Bevölkerung noch immer vonDichtigkeit, da die zahlreichen Artikel von weißem
und schwarzem Blech, welche daraus verfertigt wer-den , wegen ihrer Wohlfeilheit und Güte weit verbrei-teten Absatz auf Messen und Jahrmärkten finden.Die Einführung der Walzwerke wird indessen ohneZweifel zu größerer Belebung dieser Industrie bei-tragen. Preußen hat bedeutende Blechwalzwerke inOberschlesien n. in der Rheinprovinz; unter letzterensind die Werke zu Dillingen bei Saarlouis hervor-zuheben, welche allein jährlich 50,000 Ctr. Schwarz-nnd 25,000 Ctr. Weißbleche liefern. In Baiernwerden besonders auf einigen Hütten des Fichtel-gebirges schwarze n. weiße Bleche verfertigt. Oester-reich hat in Böhmen, namentlich in Nendeck beiKarls-bad u. in Kallich bei Preßnitz Werke, welche schwarzeund weiße Bleche fabriziren, von ersteren auch ganzdünn gewalzte unter dem Namen Eisenpapier.Außerdem auch in Krain und in Steiermark, wodas Blechhammerwerk zu Möderbrüche das besteSturzblech verfertigt. Die Waare geht von da meistnach Triest und der Levante. Bon den böhmischenBlechen wiegt das Faß weißes Kreuzblech von 300Blatt 160 Pfd., Foderblech 140 Pfd., Ausschuß155 Pfd., schwarzes Krenzblech 156 Pfd. WienerGewicht. Die krainer und steierschen Bleche sindmeist größer als die sächsischen und böhmischen, ge-wöhnlich 16 Zoll lang und 10 Zoll breit. Mantheilt sie in ein, zwei, drei und vier Kreuz, und dasFaß von 300 Blatt der stärksten wiegt 190, das derschwächsten 170 Pfd. Wiener Gewicht. Auf demThüringerwalde gibt es Blechfabriken in Obersteinachim Meiningenschen, bei Schleusingen und «suhl;besonders die Suhler Salzpfannenbleche sind wegenihrer Güte geschätzt. Auf dem Harz werden eben-falls schwarze und verzinnte Bleche in Thale beiQuedlinburg auf preußischem Gebiet, und auf denhannöverschen Werken zu Rothehütte bei Elbingerodebesonders große schwarze Bleche verfertigt. Die eng-lische Blechfabrikation hat durch Anlegung großerWalzwerke und Zinnhütten eine bedeutende Ausdeh-nung gewonnen u. liefert schöne spiegelglatte Tafelnvon jeder beliebigen Größe zu verhältnißmäßig bil-ligem Preise. In Folge der Steinkohlenseuerung istjedoch das englische Blech zu verschiedenen Zweckenweniger brauchbar als das sächsische, welches beiHolzkohlenseuer verfertigt wird. Man verkauft esin Kisten von 225 Tafeln. Frankreich hat in meh-reren nördlichen und nordwestlichen DepartementsBlechhämmer und Walzwerke, welche ein ausgezeich-netes Fabrikat liefern, das im Ansehen dem eng-lischen gleichkommt, in der Qualität aber es nochübertreffen soll. Die Größe der Platten ist sehr ver-schieden; das Schwarzblech wird verfertigt von l, M obis 1 , 95,0 Meter (38—72 Par. Zoll) Länge, 0,325 bis1,085 Meter (12—40 Par. Zoll) Breite und V»—4Linien Dicke. Das Weißblech, von dem man glän-zendes und mattes unterscheidet, wird in Fässernvon 450 Tafeln verkauft. Schweden verfertigt vielund gutes Blech und man sieht dort darauf, daß nurfehlerfreie Platten von gutem, zähem Eisen in denHandel kommen. Das Schwarzblech ist meist inTafeln von l Elle Länge und 18 Zoll Breite, dochauch 1—2 Zoll breiter, und die starken, sogenanntenSchieberplatten sind 28 Zoll lang u. 22 Zoll breit.Das Weißblech hat gewöhnlich nicht über 13 ZollLänge und 10 Zoll Breite.
Msenblüte, s. Faserkalk. ,
Eisenblumen, wird das sublimirte Eisenchloridgenannt.
Eisenbraun, eine Malerfarbe, die entsteht, wenn