Eisenoxyd
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Eisenoxyd«!
Eisenoxyd, gerbsaures, Ferrum tannicum,Tannas ferri entsteht, wenn eine Abkochung vonGallapfeln mit einer Lösung von einen, Eisenoryd-salze gemischt wird. Es ist blau, geschmacklos, un-löslich, wird in der Medizin verwendet und bildetden Hauptbestandtheil der Dinte.
Eisenoxydhydrat, Ferrum oxydatum hydratums. hydricum fuscum, Hydras ferricus, wird darge-stellt durch Fällen von schwefelsaurem Eisenoxydulmit salzsaurem Natron, durch Fällen von Eisen-chlorid mit Ammoniak und Abdampfen. Es ist einrothbraunes Pulver, geschmack- und geruchlos, in jWasser unlöslich, das aber nach und nach sich zu |rothem Eisenoxyd umbildet. Man gebraucht es in |der Medizin besonders bei Vergiftungen durch Arsenik.!
Eisenoxydhydrat, flüssiges, Ferrum oxyda- -turn hydratum liquidum, Ferrum oxydatum hydri-cum in aqua, Eisenoxydhydratflüssigkeit^das beste Mittel gegen Arsenikvergiftung, weshalb ,es auch in den Apotheken stets vorräthig gehal- ■ten, aber alle 8—6 Monate neu bereitet werdenmuß. Es bilden sich leicht Krystalle, daher es sorg- 'sättigst unter Wasser, in wohlverschlossenen Flaschenaufbewahrt werden muß. Es ist eine dickflüssige,rothbraune Masse, die durch Fällung von schwefel-saurem Eiseuoxyduloxyd durch Ammoniak bereitetwird. _
Eisenoxydkali, oxals anres, Ferro Kali oxa-licum, entsteht, wenn Eiseuoxydhydrat mit sauremoxalsaurem Kali digerirt und abgedampft wird. Esbilden sich smaragdgrüne Krystalle, die sich an derLuft gelblich färben und zerfallen. Es hat bis jetztnuk in der Chemie Verwendung gefunden.
Eisenoxydkali, schwefelsaures Eisen-alaun, Ferro Kali sulphuricum, wird bereitetdurch Vermisck)ung der Lösungen von schwefelsauremKali und schwefelsaurem Eisenoxyd und nachfolgen-den, Abdampfen. Es bilden sich farblose oder vio-lette Krystalle in Form des Alauns. Man gebrauchtes vorzüglich in den Färbereien.
Eisenoxydkali, weinsteinsaures, Tartarusferruginosus, Tartarus ferratus s. martiatus s. chaly-beatus, Kali tartaricum ferratum, s. chalybeatum,entsteht, wenn man salzsaures Eisenoxyd durch Kalifällt und dem Niederschlage Weinstein zusetzt, die >Mischung in Wasser auslöst und abdampft. ES bil-det sich ein grünlich braunes Pulver, das au der jLuft zerfließt, iit Wasser sich leicht löst und gut ver-wahrt werden muß. Es wird in der Medizin unterden Eisenpräparaten als vorzüglich wirksam empfohlen.
Eisenoxyd, rothes, Ferrum oxydatumrubrum, ein dunkel karmoisinrothes Pulver, dasdurch Glühen des braunen Eisenoxyds im Schmelz-tiegel gewonnen wird. Es dient, außer zum medi-zinischen Gebrauch, wie die meisten der übrigenEisenpräparate, auch als Malerfarbe.
Eisenoxyd, salpetersaures, Ferrum nitri-cuin oxydatum, bildet eine farblose oder gelblicheKrystallmasse, die beim Erwärmen braun wird undsich zersetzt, auch au der Lust leicht zerfließt. Dassalpetersaure Eisenoxydul, Ferrum nitri-cum oxydulatum, bildet hellgrüne Krystalle, die sichgleichfalls in der Wärme zersetzen und in Wasserleicht lösen. Beide Präparate finden in der MedizinVerwendung; das letztere äußerlich bei Brandwunden.
Eisenoxyd, salzsaures, oder Eisenchlorid',s. Chloreisen.
Eisenoxyd, schwefelsaures, flüssiges,Ferrum sulphuricum oxydatum liqui-
dum, eine braune Flüssigkeit von sehr saurem eisen-hastem Geschmack, durch vollständige Oxydation desEisenvitriols mit Salpetersäure bereitet, wird nurin der Chemie gebraucht. Das trockne ist ein weißesPulver; im Wasser löst es sich mit gelbrother Färbung,
Eisenoxyd, weinsteinsaures, Ferrum tar-taricum oxydatum, wird bereitet, indem in einerWeiusteinsäurelösnng frisch gefälltes Eisenoxyd ab-edampft wird. Man bekommt eine braungelbe,lättrige Masse, die in der Medizin gebraucht wird.
Eisenoxydul, arseuiksaures', Ferrum oxy-dulatum arsenieum, einsieht durch Fällung vonEisenchlorürlösnng durch arseuiksaures Ainmouium.Es ist bläulich grün, in Wasser wenig löslich undwird in ^ der Heilkunde gebraucht, hauptsächlich beiGeschwüren.
Eisen oxydul, c i t r o n e n s a u r e s, Ferrum citri-cum oxydulatum, citras ferrosas , ist ein weißes, inWasser wenig lösliches Pulver, das in der Medizingebraucht, aber wegen seiner Unlöslichkeit nicht sehrzu empfehlen ist.
Eisenoxyd»! ^essigsaures, entsteht, wennmetallisches oder Lchwefeleisen in Essig gelöst wird,bildet hellgrüne, seidenglänzende Krystalle von stypti-schcm Geschmack, die zu Tinkturen und zum Schwarz-beizen in Färbereien und Zeugdruckereien Verwen-dung finden.
Eisenoxydul, kohlensaures, Ferrum oxy-dulatum carbonicum, kommt in der Natur alsEisenspath und als doppelt kohlensaures Salz inden eisenhaltigen Mineralwässern vor und wirdkünstlich'bereitet, indem man eine heiße Auflösungvon Schwefel- oder salzsaurem Eisenoxydul mit koh-lensaurem Kali niederschlägt. Es bildet ein weißes,lockeres Pulver, das sich aber bei der Berührung mitder Luft anfangs grünlich, dann braun färbt; es istgernch- und geschmacklos, in reinem Wasser nichtauflöslich, wohl aber in kohlensaurem Wasser, undwird daher zur Darstellung eisenhaltiger Mineral-wässer benutzt. Frisch niedergeschlagenes, kohlensau-res Eisenoxyvul mit Zucker gemischt gibt das Ferrumcarbomcum saccharatum, eilt schwarz-graues odergrünliches Pulver von adstringirendem, süßlichemGeschmack, das wohlverschlossen ausbewahrt werdenmuß.
Eisenoxyd«!, milchsaures, Ferrum oxydula-tum lacticum, entsteht, wenn metallisches Eisen inverdünnter Milchsäure aufgelöst wird. Es bildensich uadelförmige grünliche Krystalle, die an feuchterLust oxydiren. Es ist löslich in Wasser, aber sehrwenig in Alkohol und wird in der Medizin viel ge-braucht.
Eisenoxydul und Eisenoxyd, phosphor-
saures, Ferrum phosphoricum oxydulatum undoxydatum, Phosphas ferrosus und ferricus, wer-den beide bereitet, indem ein schwefelsaures Eisen-oxydul oder Eisenoxyd durch phosphorsaures Natron' gefällt wird. Es siikd weiße Pulver, von denen daserstere durch Luft eine blaue Färbung annimmt, daszweite einen gelblichen Schein hat. Beide sind un-löslich in Wasser, löslich in verdünnten Säuren undwerden in der Medizin gebraucht.
Eisenvxydul, salzsaures, oder Eisenchlo-
rür, Ferrum muriaticum oxydulatum^
wird bereitet, indem man Eisen in Salzsäure aus"löst'und die Auflösung zur Krystallisation bringt. Es; ist eine grüne oder gelvlichgruue krystallinische Mäste' von herbem Eisengeschmack, die sich leicht in Wasserund Weingeist auslöst und aus der Luft Feuchtigkeit