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Erster Band.
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Erdöl

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Erlanger Leder

wie Kartoffeln, auch geben sie ein gutes Kaffeesurro-gat. 3) Die fleischigen, knolligen, auswendig schwärz-lichen, inwendig weißen Wurzeln von Bunium bulbo-castanum, einer zuweilen in Küchengärten gebautenDvldenpflanze, welche wie Kastanien schmecken undsowohl roh als gekocht genossen werden können.4) Die erbsenartigen Samen einer in Südamerikaeinheimischen, aber auch im südlichen Europa wach-senden einjährigen Pflanze, Arachis hypogaea, Erd-nüsse, Erdeicheln, Erdpistazien, Choko-ladenwurzeln, Cacahute oder Mandubigenannt. Wenn die Pflanze abgeblüht hat, senkt sichder Fruchtknoten in die Erde und bildet eine 2—3Zoll lange Hülse mit 3—4 Samenkörnern, welchegeröstet ein Surrogat des Kaffees und des Cacaosgeben und aus denen man durch kaltes Pressen einklares, geruchloses hellbrennendes Oel erhält, dasauch zum Essen gebraucht werden kann und eine sehrgute feste, die Wäsche sehr weiß machende Seife gibt.Man baut diese Pflanze in Spanien, Frankreich undItalien des Oeles wegen, von dem sie 50 % liefert.Man hat aus letzterem die Arachinsäure, welchekleine, glänzende, im Wasser unlösliche Blättchenbtldet, dargestellt.

Erdöl, s. Steinöl.

Erdorseille, s. Orseille.

Erdpech nennt man den A s p h a l t und auch denBergtheer, s. beides.

Erdpistazie, s. Erdnuß.

Erdrauch, Erdraute, Feldraute, Tau-venkropf, llsrba fumariae, heißen die Blätterder überall in Deutschland in trocknen Gegenden alsUnkraut wachsenden Fumaria officinalis. Der Sten-gel ist 1—3 Fuß hoch, die Blätter sind glänzendgrün, glatt und zugespitzt, doppelt gefiedert, vielfachzusammengesetzt und abwechselnd, dieBlüthecitronen-gelb, und die ganze Pflanze hat einen unangenehmbitteren Geschmack. Man sammelt die Blätter vorEntwickelung der Blüthen und braucht besonders denfrisch ausgepreßten Saft zu Kräuterkuren, sowie auchden braunen eingedickten Extract als auflösendes,magenstärkendesMittel. Aus ihr wird die Fumar-l"ure (s. d.) gewonnen. Außerdem wird die ganzePflanze zum Grün- und Gelbfärben auf Wolle undzur Bereitung von Schüttgelb benutzt.

Erdscheibe oder Schweinsbrod,Oyvlamenonropaonm, eine in Schlesien, Oesterreich undwehperen anderen Gegenden wild wachsende Pflanze,bw wegen des angenehmen Geruchs ihrer hellpur-purnen Blumen auch zuweilen in Gärten gezogenwird. Die fleischige, scheibenförmige Wurzel, welchevon den Schweinen gern gegessen wird, hat frisch«ne heftig pnrgirende Kraft und wurde früherunter dem Namen Artbanita in der Medizin ge-braucht , was aber jetzt nur noch selten geschieht. Inber Asche gebraten schmeckt sie wie Kastanien undrann dann auch ohne Nachtheil genossen werden.Aus derselben wird das Cyclamin oder Arthini-«n gewonnen, eine undurchsichtige, weiße, amorphe^nffe, welche nicht riecht und die Feuchtigkeit ausz b suft begierig einsaugt. Durch concentrirte Schwe-igsame entsteht eine dauerhafte, violette Färbung,wird^ uut einer Lösung von jenem verbunden

Erdschwarz beißt eine Art fein zerriebener Stcin-We, welche zur Freskomalerei gebraucht wird. Auch„ e Kupferstecher benutzen es, indem sie mit SilberBlei eine Masse daraus bilden, mit der sie dieGruben und Lücken in den Kupserplatten ausfüllen.

Erdschwefel, s. Bärlappsamen.

Erdweihrauch, s. Feldcypresse.Erfindungspatenr, s. Patent.

Erfurt an der Gera, Hauptstadt des gleich-namigen Regierungsbezirks der preußischen ProvinzSachsen, früher Hauptstadt und noch jetzt die wich-tigste Stadt Thüringens, stark befestigt, mit 32,500Einw. In baulicher Hinsicht ist sie meist alt und un-regelmäßig, sie ist aber von freundlichem Ansehenund hat mehrere interessante, zum Theil von frühererPracht zeugende Gebäude, zahlreiche, darunter schönegroße Kirchen, viele Thürme, im südl. Theil lieblicheUmgebungen, im Innern schöne Gesellschasts- undviele Privatgärten, wissenschaftliche, Heil- und Wohl-thätigkeitsanstalten, Bibliotheken, Sammlungen,deren mehrere, wie auch die noch bestehende Akademiegemeinnütziger Wissenschaften, von der int Jahre1392 gestifteten, 1817 aufgehobenen Universität her-rühren , tüchtige Schulanstalten, Kunstvereine rc.Erfurt hat zwar nicht mehr die Bedeutung wie imMittelalter, aber doch noch einen großen und inneuester Zeit zunehmenden Handelsverkehr. Beson-ders ist der Getreidehandel im Wachsen, von großerAusdehnung das Oelgeschäft sowie das in Graupenund anderen Mehlfabrikaten, ferner in Hülsenfrüchtenund Sämereien, als: Anis, Koriander, Dill, Ka-nariensamen, Fenchel, Kümmel, Senf rc. Einen er-heblichen Umsatz erzielen auch die Garnhandlungenund Colonialwaarengeschäfte. Eine europäische Be-rühmtheit aber haben die zahlreichen Kunst- undHandelsgärtnereien erlangt, welche mit allen Welt-theilen in Handelsbeziehungen stehen. Einen beson-ders lohnenden Zweig dieses Geschäfts bildet in derNeuzeit die Fabrikation getrockneter und gefärbterBlumenbouqnets, welche zu hoher Vollkommenheitgediehen ist. So auch ist der Gemüsebau, begünstigtdurch ausgezeichneten Boden und reines Quellwasser,besonders berühmt und findet namentlich Blumen-kohl und Brunnenkresse mittelst Eisenbahn weithinVersendung. Der bedeutende Obstbau der Umgegendliesert in gebacknen Pflaumen und Kirschsaft erheb-liche Ausfuhrartikel. Fabriken in Tabak, chemischenProdukten, Schuhen, Wollen-, Baumwollen- undLeinenwaaren, Bändern, Strümpfen, Möbeln, In-strumenten, Cichorien, Beinschwarz, Cement, Essig,Likören rc., und Bierbrauereien, unterstützt durch diethüringer Eisenbahn, durch Bankhäuser und durcheine Bankstelle der preußischen Hauptbauk, arbeitenlebhaft. — Eine Feuer-, Lebens- und Transport-versicherungsgesellschaft sThuringial und eine Hagel-versicherungsgesellschaft haben hier ihren Sitz.

Rechnung, Münzen, Maße und Gewichte,s. Preußen.

Ergotin, s. Mutterkorn.

Erholen, sich auf Jemanden, sagt man zu-weilen für auf Jemanden trasstreu, einen Wechselauf ihn ziehen.

Ericotin ist eine Substanz, die sich in Haide-kräutern, dem Rhododendron und anderen Pflanzenvorfindet. Durch Erwärmen mit Mineralsäurenentsteht aus ihm das Ericinol, ein farbloses,wohlriechendes Oel, das sich an der Lust bräunt.

Erkennen heißt so viel als creditiren oder gut-schreiben und man sagt: Jemanden für eure Geld-summe , für den Betrag einer Rechnung, einer Ri-messe rc. erkennen.

Erlangerl'lau, s. Berlinerblau.

Erlanger Leder nennt man seines glänzendesweißgahres Leder von Schaf- oder Ziegenlämmer-