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Erster Band.
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(Erlauft Weine

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Erylhrorelin

feilen, welches besonders in Erlangen zu feinen Hand-schuhen verarbeitet wird.

Erlauer Weine sind gute weiße und rotheWeine, welche in der Umgegend der Stadt Erlau inOberungarn am Flusse gleiches Namens erbautwerden.

Erle, Eller, Schwarzerle, Alse, Eise,Linus Aiutinosa, ein in Europa bis zum 60.Breitengrade, im nördlichen Asien und Amerika auffeuchtem Boden an Flüssen, Bächen, in Morästen,meist einzeln oder in kleinen Gruppen, selten inWäldern wachsender Laubholzbaum, der in 40 — 50Jahren eine Höhe von 60 — 80 Fuß und eine Dickevon 1—2 Fuß erreicht und mit 60 Jahren schlagbarwird. Er blüht im März und April mit männlichenund weiblichen Blüthen auf dem nämlichen Stamme(halbgetrennte Geschlechter!; die ersteren sind braun-rothe l / 2 —2 Zoll lange Kätzchen, die letzteren sindkleine, schuppige braunrothe Zäpfchen, aus denenzapfenartige, hartschuppige, braungrüne Früchte ent-stehen, die im October reisen und kleine braune, kan-tige, nußartige Samenkörner enthalten. Der Baumwächst sehr schnell und hat ein ziemlich festes Holz,das frisch und besonders aus feuchtem Standorterothbraun, trocken blässer und weißgelb von Farbeist. Es ist ein mittelmäßiges Brennholz und taugtnicht als Bauholz in freier Luft; im Wasser wird esjedoch steinhart, weshalb es zu Brücken- und Mühlen-bauten, zu Pfahl- und Rostwerken, zu Brunnen-röhren und dgl. sehr brauchbar ist; als Unterholzgibt es alle 15—20 Jahre auch gute Weinpfähle undHopfenstangen. Die Kohlen haben zum Brennenwenig Werth, können jedoch zur Schießpulverfabri-kation verwendet werden. Zu verschiedenen Tischler-,Drechsler- und Schnitzarbeiten, zu Holzschuhen,Schaufeln, Mulden und dgl. wird das Holz jedochhäufig verarbeitet; auch geben die Wurzeln einenschönen Maser. Die Ziegel erhalten eine eisengraueFarbe, wenn man Erlenholz im Ofen mit verbrennt.Die braune, sehr rauhe, aufgesprungene Rinde ent-hält viel Gallussäure, aber wenig Gerbstoff; zumGerben verwendet macht sie das Leder kastanien-braun, schwellt es auf und macht es nach dem Trock-nen hart; auch wird sie zum Braun-, Schwarz- undGelbsärben auf Wolle und Baumwolle benutzt. DieBlatter sind ein gutes Futter für Kühe und Schafe;grün wendet man sie zur Heilung offener Schädenund zum Zertheilen an. Die reisen Samenzäpschenkönnen anstatt der Galläpfel zur Dintenbereitungbenutzt werden. Die Rinde, 6ortoxLI»i, und dieBlätter wurden früher ;iit den Apotheken geführt. —Eine andere Art ist die graue, weiße oder nor-dische Erle, Linus incana, welche in Gebirgs-gegenden Schwedens, Lapplands und Nordameri-kas , auf den Alpen der Schweiz und des südlichenEuropas wächst. Sie wird 50—70 Fuß hoch und2 Fuß dick und geht gewöhnlich mit 80 Jahren ein.Die Blätter sind eiförmig zugespitzt, am Rande ein-fach oder doppelt gesägt und an der unteren Flächemit silbergrauer Wolle besetzt. Das Holz ist weißer,dichter, feiner und härter als das der gemeinen Erle;es gibt daher ein besseres Brenn- und Nutzholz, daes sich auch gut hobeln und beizen läßt; doch fault esleicht in der Nässe. In Krain schneidet man Pfeifen-köpfe daraus. Auch die Kohlen sind gut zum Brennen.

Erle, schwarze, s. Faulhaum.

Ermechinv oder Ermesino, s. Armoisin.

Ermelandsche Garne nennt man die im soge-nannten Ermelande im preußischen Regierungsbezirk!

Königsberg gesponnenen ordinairen und mittelfeinenFlachsgarne, welche über Königsberg und die übrigenNordseehäfeu nach Holland und England ausgeführtwerden.

Ermelandsche Leinen sind weißgebleichte Leinenvon verschiedener Qualität, welche im Ermelandegewebt und ebenfalls über Königsberg, zuwei-len unter dem Namen Königsberger Lei-nen, ausgeführt werden. Sie sind gewöhnlich inRollen von 40 Ellen Länge gewickelt und 1%—2alte Königsberger Ellen breit, und 3 solcher Rollenwerden ein Schock genannt.

Ermines heißt eine Art seiner englischer Wollen-zeuge von verschiedenen Farben.

Ermitageweine oder Hermitageweine sindsehr geschätzte rothe und weiße Weine, die in derNähe des Städtchens Tain an der Rhone im franz.Depart. Drome an der Anhöhe der sogenanntenEremitage erbaut werden. Diese besteht aus mehrerenHügeln, Mas genannt, und erhebt sich amphithea-tralisch etwa 80 Klafter über den Spiegel des Flusses;der Wein wird meist am südlichen Abhänge gebaut,der aber so steil ist, daß der Boden durch terrassen-förmige Mauern festgehalten werden muß. Etwasgeringere Sorten wachsen in den Schluchten zwischenden Hügeln, wo die Sonne nicht so ungehindertwirken kann. Die Dias von Maat, Gröfier, Beaume,Raucoule, Muret, Guiognbres, les Basses, lesBour-ges und les Louds, deren Boden meist aus Sand undKies besteht, liefern in dieser Reihenfolge die bestenrothen Weine, welche zu gleicher Zeit markig, seinund zart sind, schöne Farbe, viel Geist und höchstangenehme aromatische Würze und Blume haben.Unter den weißen Weinen der ersten Klasse, welcheebenfalls einen sehr seinen, angenehmen Geschmack,vortreffliche Würze und Blume haben, sind die desMas von Raucoule die besten. Man zieht sie ge-wöhnlich nach 4 Jahren auf Flaschen, auf denen siesich sehr lange halten und durch das Alter immermehr gewinnen. Auch wird hier von den Besitzerneiniger Pflanzungen von auserlesenen weißen Trau-ben ein sehr geschätzter süßer Strohwein bereitet, dergoldgelb, von köstlichem Geschmack und Wohlgeruchist und theuer bezahlt wird. Die dazu bestimmtenTrauben werden 6 bis 8 Wochen lang aus Strohgelegt oder an Stangen aufgehängt, bis sie halb ge-trocknet sind, und dann gekeltert; der ausgepreßteMost ist dick und zäh, wird aber nach der Gährungklar und bleibt dann mehrere Jahre auf dem Faßeliegen, ehe man ihn auf Flaschen füllt.

Ertrag heißt im Wechselgeschäft so viel als Erlös.

Erucin, Erucasäure, s. Senf.

Erythraea Centaurium, s. Tausendgül-denkraut.

Erythrinsäure, s. Orseille.

Erythrolem , Erythrolitmin, s. Lackmus.

Erythromannit, oder Phycit, entsteht aus derEvernsäure, bildet farblose, große Säulen, demOrcin ähnlich. Sein spez. Gewicht beträgt 1, 59 ; eslöst sich leicht in Wasser, schwer in Alkohol, und istfür die Chemie wichtig.

Erythrophyll, s. Blattgrün.

Erytßroprolid, ist ein durch Alkalien hervorge-brachtes Zersetzungsprodukt von Proteinkörpern undgibt eine Substanz, die sich im Wasser niit rotherFarbe löst. Es hat keine andere als chemische Ver-wendung.

Erythroretin , ein in der Rhabarberwurzel vor-kommendes dunkelgelbes Harz (s. Rhabarber) das