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Erster Band.
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Er?

Esche

durch Alkalien roth wird, leicht löslich in Alkohol,schwer in Wasser und Aether. Die rothe Farbe istäußerst schon, wird aber durch Säuren gelb. Gegen-wärtig findet es in der Technik noch wenig Verwen-dung, ist aber für Färbereien wichtig.

Erz nennt man überhaupt ein Fossil, welchesMetallische Theile enthält, vorzugsweis aber ein sol-ches, in welchem die Quantität des Metallgehalts sogroß und die Verbindung desselben mit den werth-losen Theilen von der Art ist, daß die Ausscheidungdes Metalls mit Gewinn ausgeführt werden kann.Auch gebraucht man das Wort von solchen Minera-lien, welche andere nutzbare Bestandtheile als Metalleenthalten, z. B. Alaunerz, Schwefelerz, Vitriolerz rc.Mau findet die Erze gewöhnlich in Gebirgen vonmittlem Alter und mittler Höhe, seltener in hohenUrgebirgen von Granit und dgl. Meist bestehen sieaus einer andren Steinart als die des Gebirges, amhäufigsten aus Quarz oder Syenit, und diese heißtdann Gangart oder Gangstein. Oft ist dieletztere von der Bergart noch durch eine besondereStein- oder Erdart getrennt, welche das Sal-baud genannt wird. Das Ausscheiden des Metallsaus den Erzen geschieht durch die Hüttenarbeiten. —Am Alterthum verstand man unter Erz (Aes) eineMetallmischling, aus welcher Bildsäulen gegossenwurden und die gewöhnlich aus Kupfer mit V» Bleioder Zinn bestand, und in diesem Sinne bedientMan sich des Worts auch zuweilen noch jetzt, beson-ders in der dichterischen Sprache.

Erzengelwurzel, s. Angel!ca.

Erzerum oder Arzerum, befestigte Hauptstadtdes gleichnamigen türkischen Ejalets in der asiatischenTürkei, welches einen Theil von Groß-Armenienbildet, an den Ouellflüssen des Euphrat, aus einerGebirgsebene, 6000 Fuß über dem Meere gelegen,hatte früher 130,000 Einw., deren Zahl aber jetzt,zum Theil in Folge der Auswanderung vieler Arme-nier in das russische Gebiet, auf 15,000 zusammen-geschmolzen sein soll. Es ist Sitz eines Paschas undeines armenischen Erzbischofs, hat 12 Moscheen,mehrere christliche Kirchen, Bazars, Bäder rc. DieStadt ist schlecht gebaut, die Häuser sind von Stein,aber die Dächer mit Rasen belegt, auf denen Viehweidet. Es befinden sich hier Fabriken von Waffen,msonders Damascenerklingen, Leder, Seiden- undBaumwvllenwaaren, Teppichen, kupfernen Geschir-'* n rc. und der Handel ist bedeutend, da die StadtMittelpunkt des Verkehrs zwischen der europäischenWirket und Persien ist. Wichtige Handelsartikelstnd Blei und Kupfer.

Rechnungsart, Münzen, Maße und Ge-wlchte s. Türkei.

Escalemberg, s. Bergbaumwolle.^Escalen, franz. Evelies, daher man auch imputschen zuweilen Schellen sagt, nennt man beimSeewesen die erlaubten Abweichungen, die ein Schiffvon der directe» Linie seiner Reise macht, und Es-salen machen bedeutet daher, während der Reise5? anderen als dem Bestimmungshafen einlaufen.

Schiffer ist eigentlich nur befugt dazu, wenn esFrachtcontrakte ausdrücklich festgesetzt, oder wennusanzmäßig ist, wie namentlich bei dem asrika-michen Handel, bei welchem es gebräuchlich ist, daßkv Schifixx in mehreren Häfen einläuft, um Waaren°u verkaufen oder zu vertauschen. Außerdem ist derZweck der Escalen gewöhnlich Proviant oder frischesPasser einzunehmen, oder auch einen Theil der La-bung abzuliefern oder aufzunehmen. Bei der Ver-

sicherung muß es dem Versicherer angezeigt werden,daß es dem Schiffer erlaubt ist, Escalen zu machen,und es wird dann eine darauf bezügliche Klausel indie Police gesetzt, z. B. „mit Erlaubniß Escalen zumachen," oder „überall anzulaufen," oder „jedenHafen anzugehen, daselbst zu löschen und wieder zuladen," womit jedoch nur die Erlaubniß ausgedrücktist, die auf dem Wege der Reise liegenden Häfen an-zugehen. — Man bedient sich dafür jetzt auch häufigdes Ausdrucks Deviation, s. d.

Escalin, Schilling, Rechnungsmünze aufmehreren westindischen Inseln.

Escamis oder Es camite heißt ein dichter, ge-köperter, barchentartiger Baumwollenzeug, der aufMorea,.Scio und anderen griechischen Inseln ver-fertigt und nach der Türkei abgesetzt wird.

Eseandal, ein Flüssigkeitsmaß für Wein undOel in Marseille.

Escarbelles, Escarbeilles oder Escar-b all es werden in Frankreich die kleinen, unter20 Pfd. schweren Elephanteuzähne, die Crevellengenannt.

Escarpins nennt man in Frankreich leichte um-gewandte Tanzschuhe. Esvarpius de Limo-ges sind Holzschuhe.

Esche, gemeine,Fraxiuns exeelsior,eittin feuchten Wäldern, auf Hügeln und in ThälernEuropas und des nördlichen Asiens wachsenderBaum, der 200 Jahr alt wird und bis zum 80. Jahreeine Höhe von 200 Fuß und eine Dicke von 2 Fußerhält, sehr schnell wächst und mit 100—120 Jahrenschlagbar wird. Er hat nngleichpaarig gefiederte,aus 7—13 lanzettförmigen, zugespitzten, gesägtenBlättchen bestehende Blätter, eine rispen- oder trau-benförmige Blüthe und eine im October reisendeFlügelfrucht. Das gelbliche, zuweilen geflammteHolz ist fest, dauerhaft und sehr zäh; es dient als einsehr gutes Nutzholz, besonders für Wagner, Stell-macher, Maschinenbauer und Büchseuschäfter, dochwird es auch von Tischlern und Holzdrechslern zumanchen Arbeiten benutzt und gibt sehr gute Faß-reifen. Beim Brennen macht es noch mehr Hitzeals Buchenholz, wird aber nur selten dazu verwendet;auch giebt es sehr gute Kohlen. Die Asche enthältviel Potasche; die Blätter sind sowohl frisch als trockenein gutes Schaffutter und werden wegen ihres zu-sammenziehenden, etwas bittren Geschmacks zuweilenals Surrogat des grünen Thees benutzt oder da-runter gemischt. Die Rinde, llortox Fraxini, ent-hält etwas Gerbstoff und hat einen bittren, zusam-menziehenden schleimigen Geschmack; sie kann zumFärben und Gerben verwendet werden und wird alsSurrogat der Chinarinde, gegen Wechselfieber,Wasser- und Gelbsucht empfohlen. In ihr hatKeller das F r ax i n, ein Schillerstoff, ähnlich demAesculin, entdeckt, das in großen, farblosen, ungleich-artigen Krystallen ausscheidet und von sehr bittremGeschmack ist. Das Fraxetin krystallisirt rhom-bisch und schmeckt sehr herbe. Ersteres wird durchAlkalien gelb, durch Eiseuchlorid grün gefärbt. DasFraxetin wird durch Schwefelsäure gelb, durch Sal-petersäure violett, dann rosa und zuletzt gelb gefärbt.Man gebraucht beides in der Färberei. Der Samen,8omen Fraxini oder Lingua Avis, wurde früher indenApotheken geführt. — Abartender gemeinen Eschesind: die T r a u e r e s ch e, Fraxinns pendula, mit steifabwärts gebogenen Aesten und die krause Esche,

! Er. crispa, mit schwärzlich grünen, krausen Blättern,j welche beide häufig in Parkanlagen kultivirt werden.