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Erster Band.
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Eschei

Essen;

— Bon einigen Eschcnarten, besonders von FraxinusGraus, wird das 3J£ a n it a (f. d.) gewonnen.

Eschcl, f- Schmälte.

Eschlauch, s. Schalotten.

Escolines heißt ein rother Burgunderwein dritter.Klasse von angenehmem Geschmack, der in derGegend von Auxerre im Départ. Donne gewonnenwird.

Escompte, escomptiren sagt man zuweilenfür Discont und discontiren ls. d.)

Escots heißt eine Gattung seiner geköperter Wol-lenzenge von gezwirntem Garne, die früher, theilsweiß geschwefelt, theils schwarz gefärbt, besonders imfranz. Departement Lozère und in Amiens verfertigtwurden und die man auch in Deutschland unter demNamen Scotts nachahmte.

Escrupulo heißt in Spanien, Portugal undBrasilien der Skrupel, ein kleines Gewicht.

Escudillo de Oro oder Goldpiaster, einefrühere spanische Goldmünze im Werthe von 1,29702Thlr. preuß. Crt. (5 Thlr. — 1 Friedrichsd'or.j.

Escudo, eine Goldmünze in Portugal undeine Silbcrmünze in Spanien.

Eselsgurke, Springgurke, Spritzgnrke,Vexiergnrke, Eselskürbis, LomordioaElatorium, eine im südlichen Europa einheimischeund bei uns in Gärten gezogene Pflanze, mit gelb-lichen, tranbenständigen Blüthen und abwärts ge-bogenen, 2 Zoll langen cylindrischen und mit kraut-artigen Stacheln besetzten Früchten, die einen bittren,Brechen und Purgiren erregenden Saft enthalten,welcher da« Elaterium (s. d.i liefert. Wenn siereif sind , lösen sie sich entweder von selbst oder beieiner leisen Berührung vom Stiele ab und spritzenaus der dadurch entstandenen Oessnung den Saftund die Samenkörner weit von sich.

Eselshaut, vom zahmen Esel, wird besonders zurPergamentbereitung benutzt; aus der des wildenwird Chagrin verfertigt.

Esito, s. Essito.

Espadonfedcrn nennt man die zu Federstützenbenutzten Federn des in Südamerika lebendenrosen färb en en Löfflers, Platalea ajaja, dieaber nur selten nach Europa kommen.

Espagnol oder Spaniol, s. Taback.

Espagnolettes , eine Gattung theils geköperter,theils glatter wollener Droguets, die meist auf einer,zuweilen auch aus beiden Seiten gerauht und lang-haarig sind. Man verfertigte sie zuerst in Frank-reich aus spanischer Wolle, dann auch in Deutschland,wo man sie aber uiehr moltonartig webte. Jetztkommen sie unter diesem Namen selten mehr vor.

Esparsette oder Süßklee, IledysarumOnobrychis, eine perennirendc, 10—15 Jahreausdauernde Futterpflanze, die an Nahrhaftigkeitalle andern Futterkräuter übertrifft. Sie wächst aufdürrem, kalkhaltigem, unfruchtbarem Boden, den siein sehr fruchtbarem Zustande zurückläßt. Der brauneSaine, der in einer halbrunden, kammartig, dorniggezähnten Hülse eingeschlossen ist, kommt besondersaus Thüringen in den Handel.

Esparto, s. Spartogras.

Espe oder Zitterpappel, Populus tre-mula, ein im ganzen mittlcn und nördlichen Euro-pa häufig wachsender Waldbaum, der auf jedemBoden fortkommt und schnell emporwächst. Er er-reicht schon in 25—30 Jahren eine Höhe von 60 bis70, zuweilen bis 100 Fuß, geht aber gewöhnlich im60.—70. Jahre wieder ein. Die oben glänzend

grünen, unten hellgrauen, fast weißen Blätter habenlange dünne Stiele und werden daher vom geringstenLufthauche in Bewegung gesetzt. Die männlichenBlüthen sind 4—6 Zoll lange hängende Kätzchen;der mit Wolle umgebene Same, der schon im Maireist, wird vom Wurde weit verstreut. Das weiche,leichte, zähe und gleichspaltige Holz ist weiß, oft abergelhlich von Farbe und zuweilen geflammt; es ge-hört als Bau-, Brenn- und Kohlenholz zu denschlechtesten Arten, wird jedoch zu manchen Tischler-,Drechsler- und Bildhauerarbeiten, und die trocknen,sehr dauerhaften Breter wegen ihrer Weiße zu Fuß-böden benutzt; aus den großen Stämmen werden,da sie in der Nässe gut aushalten, zuweilen Back-und Brunnentröge, Mulden und dergl. verfertigtund die Aeste geben gute Hopfenstangen und Wein-Pfähle, die Wurzel zuweilen schönes Maserholz.Aus der Rinde gewinnt inan einen Extractivstoff,das Corticin, der in Wasser unlöslich, sich in Essig-säure und Alkohol löst. Diese Substanz ist geruch-und geschmacklos.

Espira 4s 1a Gly, s. Spira.

Esprit de vin heißt in Frankreich der ausFranzbranntwein gewonnene Weingeist.

Esprits nennt man in Frankreich wohlriechendegeistige Flüssigkeiten, bei deren Bereitung Weingeistüber stark und angenehm riechende, aber wenig odergar kein ätherisches Oel enthaltende Blumen abge-zogen wird. So hat man z. B. Esprit de Jasmin,de Jonquille, d’Oeillet etc. Sie werden besondersin Grasse und Montpellier versertigt und zu Par-fllmerien, feinen Likören und dgl. benutzt.

Esrogim (hebr.), s. Adamsäpfel.

Essence heißt im französischen Droguenhandelätherisches Oel, während man unter Lulle immerfettes Oel versteht. In Italien dagegen und ebensoin Triest, wird nur das ätherische Bergamottöl, dassüße und bittre Pomeranzenöl, das Citronenöl undzuweilen auch das Rosmarinöl unter Essentia oderEssenz, die übrigen ätherischen Oele unter Oleumoder Oel aufgeführt.

Essence d’Orient, s. Perlenglanz.

Essener Leinen sind die in der Gegend vonEssen im preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf ge-webten guten und festen Leinen, welche doppelt gelegtin Rollen von 100 Ellen in den Handel kommen.Man macht davon gewöhnlich 5 Sorten, Nr. 1, 2,3, 4 und 0, von denen Nr. 1 die beste, Nr. 0 die ge-ringste ist.

Essenz, Essentia, heißt ein concentrirter,meist geistiger Auszug der wirksamen Bestandtheileeines oder auch mehrerer Arzneikörper. Sie sind ge-wöhnlich mehr oder weniger dunkel gefärbt; wenn siehell und durchsichtig sind, nennt man sie Tink-turen, sind sie dicklich und fast undurchsichtigElixire. Diese Präparate werden von den Apo-thekern bereitet und kommen daher nicht im Droguen-handel vor. Außerdem bezeichnet man jedoch initdiesem Worte zuweilen auch wohlriechende geistigeFlüssigkeiten, die zur Verfertigung von Parfüme-rien, feinen Likören und dergl. gebraucht werden, so-wie auch die ätherischen Oele aus Pomeranzen-,Orangen-, Citronen - und Bergamottenschalen. S.auch Eau, Esprits und Essence.

Essenz nennt man die feinste und edelste Sortedes Tokaierweines, der aus den am Stocke verwelk-ten Beeren gewonnen wird. Diese werden bei derWeinlese sorgsältig von den Trauben abgesondert n.