Fabriken
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Fabriken
für seine Kräfte, Fähigkeiten und Geschicklichkeit ge-eignetste Arbeit übertragen werden, er lernt dabeialle nur möglichen kleinen Vortheile, Erleichterungenund Verbesserungen anbringen, auf die ihn entwedersein eigenes Nachdenken führt, oder die von Anderenerfunden worden sind; es können ost zur Ausfüh-rung seiner Arbeiten Maschinen angewendet werden,und es wird dabei eine Menge mit dem Uebergehendon einer Beschäftigung zur andern verbundenerZeitverlust vermieden. Außer der größeren Voll-kommenheit und Wohlseilheit des Fabrikats ist mitdieser Einrichtung für den Besitzer der Fabrik (demFabrikanten) auch noch der Vortheil verbunden,daß er bei ost schnell und unerwartet eintretendemBedarf eine große Quantität seines Fabrikats inmöglichst kurzer Zeit liefern kaun. Die Arbeits-kheilung ist jedoch nicht überall oder in nianchenFällen nicht vollständig anzubringen, denn in vielenFabriken, namentlich im Fache der Weberei, Strumps-chirkerei jc ., führt der Arbeiter seine Arbeit in dert'genen Wohnung aus, indem ihm der Fabrikant dasrohe Material, zuweilen auch die Maschinen dazu8>ebt, und er dann das ganz oder zum Theil fertigeFabrixzt an letzteren ahliefert, der demselben dieWeiter nöthige Bearbeitung (des Färbens, Drückens,Appretirens ic.) durch andere Arbeiter geben läßt.
anderen Fabrikanstalten werden alle oder dochdie meisten vorzunehmenden Arbeiten durch großeUnd oft sehr kostspielige Maschinen und Apparateausgeführt, wie in den Spinnereien, den Eisenwer-ken, den großen Mahlwerken, Brauereien, Brannt-weinbrennereien und dgl., deren Anwendung schonstiegen der dazu nöthigen bedeutenden Geldmittel demeinzelnen Arbeiter nicht möglich sein würde. Uebri-gens wird auch häufig die Werkstätte eines bloßenHandwerkers, der sein Gewerbe im Großen und mitvielen Gehülfen betreibt und bedeutende Quantitätenfeines Fabrikats liefert, eine Fabrik genannt. — DieFabriken werden in der Regel von einem oder meh-reren Unternehmern angelegt, welche das dazunöthigeKapital und auch die erforderliche Sachkenntniß be-Utzen. Es geschieht zwar auch nicht selten, daß einKapitalist eine Fabrik anlegt, von deren Betriebe erkeine Kenntniß hat, nur in der Absicht, sein Kapitaldabei besser als auf eine andere Weise zu benutzen;aber er wird sich dabei in den meisten Fällen miteinem Sachverständigen zu associren suchen, oderdoch dem anzustellenden Leiter oder Oberausseher derFabrik einen Antheil an dem Gewinne geben, damitd^ser ein Interesse an dem Erfolge hat und nichtdss ein bloßer Miethling arbeitet. Zuweilen wirddie Anlage einer Fabrik, besonders wenn ein sehr be-deutendes Kapital dazu nöthig ist, auch von einerAdkiengesellschast unternommen, welche dann diedeitung einem sachverständigen Direktor überträgt,der ,n der Regel außer einem festen Gehalt ebenfalls
ine Tantieme vom Gewinne erhält. Der Fabrik-eiltzer oder Fabrikherr hat nur die Arbeiten anzu-z?dnen, die Oberaufsicht darüber zu führen, für dieis?stchaffung der nöthigen Maschinen und Geräth-uvasten und des Rohmaterials, und für den kaus-»FFstischen Vertrieb des Fabrikats zu sorgen; dieunn ter aber haben die Arbeiten nach seiner Anord-st.3 und gewöhnlich unter der Leitung der nöthigen_ lfleher auszuführen. Der Fabrikant muß ganzu^?"ders danach streben, sein Fabrikat so wohlfeilstell aU(5j so vollkommen und gut als möglich herzu-!,». st, besonders wenn es mehrere Fabriken für dasmliche Fabrikat gibt. Die Wohlseilheit kann aber
nur erreicht werden durch wohlfeile Anschaffung desRohstoffes und durch möglichst niedrigen Arbeits-lohn. Zu dem ersten Zwecke muß der Fabrikantwissen, woher und auf welchem Wege das Materialam wohlfeilsten zu beziehen ist; er muß es daher soviel als möglich aus erster Hand und in möglichstgroßen Quantitäten, in der günstigsten Jahreszeit,mit den möglichst wenigsten Transportkosten rc. be-ziehen, und besonders darf der Transport von demnächsten Erzengungs- oder Handelsplätze bis zuseiner Fabrik nicht zu kostspielig sein, daher es gutist, wenn die letztere an einer Eisenbahn, einem Ka-nale, Flusse, oder doch a» einer guten Heerstraßeliegt. Wird der Rohstoff in der Gegend der Fabrikselbst erzeugt, so wird es selten Vortheilhaft für denFabrikanten sein, wenn er sich selbst mit der Erbau-ung desselben befaßt, denn er wird diese in denmeisten Fällen nicht so wohlfeil bewerkstelligen können,als die Landleute, während diese sich häufig bei derKultur jener Rohstoffe besser stehen werden, als beiErbauung ihrer gewöhnlichen Produkte. Die Wohl-feilheit des Arbeitslohnes ist zwar ein wichtigerFactor für wohlfeile Herstellung der Fabrikate, aberdemohngeachtet darf der Lohn nicht so weit herabge-drllckt werden, daß der Arbeiter nur kümmerlich be-stehen kann; er wird besonders dann möglichst niedrigsein können, wenn der Arbeiter seine Bedürfnisse inder Gegend wohlfeil einkaufen kann. Deshalb istauch die Anlage der meisten Fabriken in großenHauptstädten und in unmittelbarer Nähe derselbenselten Vortheilhaft, weil hier die Lebensmittel, dieWohnungen, die Arbeiten der Handwerker rc. bedeu-tend theurer sind als auf dem Lande und in kleinenStädten, und man findet daher in den ersteren meistnur Fabriken von Luxuswaaren und ähnlichenGegenständen, deren Preise die Bezahlung eines et-was höheren Arbeitslohnes erlauben. Üeberhauptaber ist die Wahl des Orts bei Anlegung einer Fabrikvon großer Wichtigkeit und es sind dabei je nach demGegenstände der Fabrikation vielerlei Rücksichten zunehmen. Die Physische Beschaffenheit eines Landesund die Erzeugnisse desselben, der Zustand der Land-wirthschaft , die Stärke der Bevölkerung in der Um-gegend, das Vorhandensein schneller und billigerCommunications- und Transportmittel, die Nähebedeutender Handelsplätze oder Seehäfen, die Con-sumtion des Fabrikats in der Nähe oder Ferne, be-sonders das Vorhandensein von Wasserkraft und vonwohlfeilem Brennmaterial, dies Alles hat auf dasGedeihen einer Fabrik Einfluß. Daß die Fabrikatezu möglichst wohlfeilem Preise geliefert werden, istmeist die Hauptbedingung für den Absatz derselben,und besonders bei Artikeln, welche von vielenMenschen aller Classen und in großer Menge ge-braucht werden, muß ost mehr für Wohlseilheit, alsfür Güte der Waare und für schönes Aussehen der-selben gesorgt werden; doch dürfen diese natürlichauch nicht zu sehr darunter leiden. Uebrigens kommtoft auch darauf viel an, wohin die Waare abgesetztwird, denn in manchen, besonders weniger gebildetenLändern sieht man nur aus Wohlseilheit oder aufäußere Schönheit der Waare, nicht aber auf innereGüte und Gehalt, und in solchen Ländern würde einetheuere, wenn auch viel bessere Waare keinen Absatzfinden. Der Fabrikant muß daher die Anforderun-gen und Gewohnheiten, sowie auch den Geschmackseiner Abnehmer kennen, denn der letztere ist beivielen Gegenständen sehr verschieden, und sehr oftfindet man in dem einen Lande das schön, was in