Fabriken
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einem andern verworfen wird. Durch größere Wohl-, feilheit des Fabrikats wird sehr oft der Absatz bedeu-tend vermehrt, denn es werden dadurch zuweilenganze Classen der Bevölkerung in den Stand gesetzt,es zu verbrauchen, die es sich srüher versagen mußten.Der Fabrikant kann die Waare dann in noch grö-ßeren Massen, ost mit vermehrter Benutzung vonMaschinenkrästen und dgl. herstellen, wodurch sie ihmnoch billiger zu stehen kommt und sein Gewinn trotzdes billigeren Verkaufspreises vermehrt wird. Wiebei allen Geschäften, so hat auch bei den Fabriken dieLoncurrenz den bedeutendsten Einfluß auf die Erzeu-gung möglichst billiger und guter Fabrikate; nurmuß sie nicht zu weit gehen und nicht überhaupt mehrfabrizirt als gebraucht werten, denn sonst werden diePreise so weit herabgedrückt, daß der Fabrikant nichtsgewinnt, sondern vielleicht verliert oder sich durchverschlechterte Qualität zu helsen suchen muß. In-dessen hat die große Concurrenz oft den Nutzen, daßder Fabrikant Verbesserungen in der Fabrikation oderauch neue Absatzwege für sein Fabrikat ausmittelt,auf die er vielleicht außerdem nicht gefallen wäre.Privilegien und Monopole, die einzelnen Fabriken,oder auch einem einzelnen Fabrikzweige eines Landesentweder direct oder indirect durch Einsuhrverboteoder auch diesen gleichkommende hohe Zölle für immerertheilt werden, sind für das Ganze nur nachtheilig,da sie den Geist der Erfindungen und Verbesserungeneinschläfern und den Consumenten, der ein besseresFabrikat als das inländische verlangt, zwingen, daSGeld dafür ins Ausland zu senden. Dagegen sindPatente oder Privilegien auf neue Erfindungen undVerbesserungen für einen beschränkteren Zeitraumvon Nutzen, denn sie spornen zur Aussnchung neuerErfindungen an, indem sie dem Erfinder für eine ge-wisse Zeit einen lohnenden Gewinn sichern und danndie Erfindung zum Gemeingut werden lassen. — Eineblühende Fabrikindustrie ist für den Staat und denNationalwohlstand ebenso wie sür die Völker selbstvon großem Nutzen und die Wichtigkeit derselben all-gemein anerkannt, weshalb auch alle weisen Regie-rungen aus die Förderung und Unterstützung der-selben stets besondere Aufmerksamkeit richten. Durchdie Fabriken werden eine Menge Menschen beschäftigtund ernährt, und zwar vorzüglich in ärmeren Gegen-den, welche wegen der wohlfeileren Arbeitslöhne vonden Fabriken vorzugsweis aufgesucht werden; siesind eine mächtige Triebfeder sür Erhöhung der Thä-tigkeit einer Nation, sie wirken besonders förderndaus den Erfindnngsgeist und auf die Vermehrungder Intelligenz und haben die Technik auf einen hohenGrad der Vollkommenheit gebracht, indem sie die Be-nutzung der von der Wissenschaft gemachten Ent-deckungen durch großartige Versuche möglich machen;sie verschaffen den Menschen neue Genußmittel undBequemlichkeiten, oder machen ihm die Benutzungschon vorhandener zugänglich und machen ibm da-durch das Leben leichter und angenehmer; sie ver-mehren die Einkünfte des Staats und wirken ganzbesonders wohlthätigen»!, belebend aus den Handelein, denn sie sind die Stütze und Grundlage des aus-wärtigen Handels, der sie wieder durch den Vertriebihrer Erzeugnisse fördert und unterstützt, und sietragen auch durch Vermehrung der Geldcirkulationdurch ErNäbrung einer großen Anzahl von Menschenund durch Vermehrung des allgemeinen Volkswohl-standes zur Belebung des Binnenhandels bei. DieseVortheile überwiegen daher weit den Schaden, denman ihnen ost zum Vorwurs macht, besonders daß sie
vielen Handwerkern den Gewinn schmälern oderwohl ganz entziehen, und daß sie zwar billigere, aberim Allgemeinen auch schlechtere Arbeit liefern alsdiese; daß sie keinen wohlhabenden Mittelstand aus-kommen lassen, weil sie nur reiche Fabrikherren undarme Fabrikarbeiter bilden, ein Uebelstand, der aller-dings nanientlich in England hervortritt; daß sie ineinzelnen Gegenden Uebervölkerung erzeuge» undeine zahlreiche Elaste von Menschen bilden, die lebens-lang nichts als Maschinen bleiben, deren Verstanddurch das ewige Einerlei ihrer Arbeiten gelähmt undabgestumpft wird, welche nie die Aussicht haben,etwas mehr zu werden als sie sind, die nur aus derHand in den Mund leben und daher bei der geringstenArbeitsstockung dem Staate als Bettler, wo nicht alsVerbrecher zur Last fallen; die besonder», weil sie ostschon von früher Kindheit an in den Fabriken be-schäftigt werden, daher nur eine mangelbaste Schul-bildung genießen und sittenlose Gespräche andererArbeiter sehen und hören, stets aus einer viel nie-drigeren Stufe der Moralität bleiben, als es demStaate und der Gesellschaft lieb sein kann. Dieseletzteren, allerdings wichtigen Uebelstände sucht manin der neueren Zeit dadurch zu vermindern, daß ma»die Anstellung kleiner Kinder in den Fabriken ver-bietet, daß man die Arbeitszeit der darin angestelltenbeschränkt, so daß sie wenigstens einige Stunden desTages Schulunterricht genießen können, und daßmehrere große Fabrikbesitzer selbst Lehrer für dieKinder ihrer Arbeiter halten. — Zur Hebung derFabrikindustrie haben in der neueren Zeit die grö-ßeren und kleineren Gewerbe- und Zndustrie-ausstellungen wesentlich beitragen. Eine zweck-mäßige Einrichtung für das Fabrikwesen sind auchdie aus Frankreich stammenden Fabrik - und Ge-werbcgerichte, besondere Gerichtshöfe, welche ausSachverständigen, und zwar meist zum Theil ausselbstständigen Fabrikbesitzern und Handwerksmeisternzum Theil aus Gehülsen, Werkführern und Fabrik-arbeitern bestehen und dazu bestimmt sind, Streitig-keiten zu schlichten, die sich auf die Fabrikindustrieund die gewerblichen Verhältniste beziehen. Außerin Frankreich, Belgien und einigen anderen Ländern,in denen die französischen Gesetze gelten, sind inDeutschland, namentlich in Preußen seit dem Jahre1849 Gewerbegerichte cingesührt, welche bei denibnen vorgelegten Streitigkeiten zuerst einen gütlichenVergleich versuchen und erst dann als Gericht zu ent-scheiden haben. Gegen ihren Ausspruch kann Appel-lation beim Handelsgerichte, wo ein solches besteht,außerdem bei dem Kreis- oder Stadtgericht eingelegtwerden. — Die Fabriken können in Bezug auf dieRohstoffe die sie verarbeiten, nach den drei Natur-reichen eingetheilt werden, zu denen dann noch einevierte, gemischte Classe kommt, deren Bearbeitungs-gegenstände mehr als einem Naturreiche angehören.Stoffe aus dem Thierreiche verarbeiten die zahl-reichen und mannichfaltigen Fabriken wollener undseidener gewebter und gewirkter Waaren, die Hut-sabriken, die Gerbereien und Lederfabriken, dieSeifen-und Lichterfabriken, die Wachsbleichen, Thranbrenne-reien, die Fabriken in Elfenbein, Knochen, HornSchildkrot und Perlmutter rc. — Aus dem Pflan-zenreiche: die Fabriken baumwollener, leinener undhänfener Gewebe und Strumpfwaaren, Spitze»,Seilcrwaaren, die Zucker-, Chokolade-, Tabacks-,Stärke-, Nudel- und Papiersabriken, die Potasche-siedereien, Bier - und Essigbrauereien, Branntwein-brennereien, Likör- und Schaumweinsabrikeu rc.