Fädon
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Färöer-Inscln
Damen, der noch zu Anfang dieses Jahrhundertsallgemein im Gebrauch war, seitdem aber erst inneuerer Zeit wieder in Aufnahme gekommen ist. InDeutschland ist dies jedoch noch weniger der Fall alsin Frankreich, wo die Fächermacher eine eigene Zunftbilden und wo auch viele Fächer zur Bersendungnach Spanien, Italien, Westindien nnd Amerikagehen. Die Gestelle dazu von allerhand seinen Höl-zern, Elfenbein, Knochen, Horn, Perlmutter, Schild-patt rc., meist sehr künstlich gearbeitet, durchbrochen,gravirt, geschnitzt, eingelegt rc. werden hauptsächlichin mehreren Dörfern des Departements Oise,zwischen M-lru und Beauvais von mehreren tausendArbeitern verfertigt und dann meist nach Paris ge-schickt, wo sie montirt, d.h. mit dem den eigentlichenSchirm bildenden, meist bemaltem oder bedrucktemPapier, Seidenzeug, Band rc. versehen, auch zu-weilen mit ächten oder nachgemachten Edelsteinenbesetzt werden rc. Man verfertigt sie dort zu allenPreisen, von 1 Son das Stück, bis zu.mehrerenhundert Franken und darüber. In England werdenFächer besonders in London und Birmingham ver-fertigt und zum Theil nach Ostindien gesandt, wo-hin jedoch auch viele aus China kommen, mit denendie Concurrenz schwer zu bestehen sein soll. InDeutschland werden sie nur an wenigen Orten undebenso auch in einigen großen Städten Italiens ver-fertigt. E W
Fädvlt heißt eine Art langhaariger Plüsch, derfrüher besonders für den Tauschhandel gegen Pelz-werk versertigt wurde und jetzt nur noch in Schwabenzu Kleidungen für Landleute vorkommt.
f ämmel, s. H a n s.
ärberbaum, s. S um ach.
Färberdistel, s. Scharte.
Färbereichenrinde, s. Quercitronrinde.Färberflechte, s. Orseille.
Färberginster, Färberpfrieme, Pfrie-menkraut, Färberblnme, Konista tinoto-ria, eine in trockenen und sandigen Gegenden häufigwachsende Pflanze, deren Blätter, Blüthen und Sa-men eine^schlechte gelbe Farbe aus Wolle und Leinengeben. L>. auch Scharte.
Färberkamifle, Lntllemis tinotoria, eineauf sonnigen Feldern und Wiesen, vorzüglich imThonboden wachsende Pflanze mit 1—2 Fuß hohemStengel, doppelt gefiederten, unten graufilzigenBlättern und einer Asterdolde von großen goldgelbenBlüthen auf den Zweigspitzen, mit denen man dauer-haft gelb särben kann.
Farberknöterich, Polygonum tinctorium,eine in China und in mehreren Gegenden Asiensseit langer Zeit zum Blau- und Grünsärben benutztePflanze, deren Blätter einen blauen Farbestoff ent-halten und aus denen eine Art Indigo bereitet wer-den kann, welcher besser sein soll, als der gewöhnliche.Der Anbau der Pflanze ist daher auch in Europaanempfohlen und mit Erfolg versucht worden; aberdemohngeachtet hat man sie noch nicht bleibend zurGewinnung von Indigo benutzt, weil bei derTheuerung des Bodens in Europa der Preis gegenden wohlfeilen ostindischen Indigo zu hoch kommenwürde. Der Farbestvff ist nur im Zellgewebe derBlätter enthalten, nicht in den Rippen und Stielen;jene geben 2 % Indigo.
Farberlack, s. Lackdye.
Färberochsenzunge, s. Alkanna.Färberröthe, s. Krapp.
Färberwau, s. Wa u.
Färöer-Jnseln, eine Gruppe von 25 Inseln, diezwischen Schottland und Island im atlantischenMeere liegen und den Dänen gehören. Ihr Flächen-raum beträgt 23% ^Meilen und die Zahl der Ein-wohner 8600; nur 17 von ihnen sind bewohnt. Siebestehen ganz aus Felsen, die zum Theil basaltischsind, große Höhlen enthalten und an den von tiefenBuchten zerrissenen Ufern oft mehr als 1000 Fußhoch steil aus dem Meere emporsteigen. Sie erhaltendadurch ein furchtbares Ansehen und find außerdemvon heftigen und gefährlichen Strömungen undBrandungen umgeben. Sie enthalten viele kleineSeen, oft in tiefen schaurigen Thälern, und hoheWasserfälle. Das Klima ist rauh, obgleich die Winternicht sehr kalt sind, der Sommer ist kurz und dasWetter stets veränderlich, denn Nebel, Regen, Son-nenschein und hestige Stürme wechseln beständig miteinander ab. Der felsige Boden ist nur zum Theilmit Erde, in manchen Gegenden das ganze Jahrüber mit Schnee bedeckt, und da die Erde nirgendstief ist, so lassen die Stürme keine Bäume aufkommen,an denen es daher gänzlich fehlt; Torf und Stein-kohlen müssen sie als Brennmaterial ersetzen. DieEinwohner treiben dürftigen Ackerbau (das Kornmuß gewöhnlich durch Ofenwärme gereist werden),dagegen bedeutende Viehzucht, denn es werden kleinestarke Pferde, fette Rinder, viele halbwilde Schafennd sehr gute Hunde gezogen, und noch wichtiger istder Fischfang auf Stockfische, Heringe rc.; auch See-hunde werden gesangen. Die Inseln sind von einerunermeßlichen Menge Seevögeln bevölkert, unterdenen sich besonders Eidergänse befinden, deren Fe-dern einen wichtigen Erwerbszweig bilden; auchweiße Raben sind hier nicht selten. Der Hauptin-dustriezweig der Einwohner ist das Stricken wollenerStrümpfe und Handschuhe, von denen eine großeMenge ausgesührt werden; außerdem die Webereivon geringen wollenen Zeugen. Uebrigens sind dieEinwohner sehr geschickte Schiffer. Der Handel istnicht unbedeutend, wird aber durch die gefährlicheSchifffahrt erschwert, denn die Stürme und Strö-mungen unterbrechen oft Monate lang dieCommuni-cation zwischen denJnseln selbst. Es soll keine Fabelsein, daß, sobald ein fremdes Schiff hier landet, unterden Einwohnern eine eigenthümliche Schnupfen-krankheit ausbricht. — Die größte Insel ist Stro-möe, 6% ßljMeilen mit 1700 Einw., aus der auchder bedeutendste Ort, Thorshavn, an der Süd-ostküste liegt, ein aus engen und steilen, von Felsenunterbrochenen Straßen und ärmlichen Häusern be-stehendes Städtchen mit Hafen und 850 Einw., demSitze der Behörden, einer lateinischen Schule, Biblio-thek von 5000 Bänden, Hospital rc. Außerdem sinddie bedeutendsten Inseln: Süderöe, die südlichste/2 lüM., 800 Einw.; Sandöe, mit dem OrteSand, Sitz des Propstes; Wangöe, westlichneben Stromöe, mit 4 Kirchen und einigen Häfen;Öfteröe, 4 □!., 1150 Einw., mit dem Kdgegs-hasen und dem Orte Näs; Wideröe, Boröe,Fuglöe, Nalsöe rc.
Rechnungsart und Münzen wie Däne-mark (s. d.). — Früher rechnete man nach Schastfellen, als dem wichtigsten Produkte der Inseln, nachdenen man die Preise aller Waaren berechnete. Diegrößere Rechnungsmünze war der Färöer GuldeMder in 5 Mark, ä 4 Felle a 4 Schillinge dänischCourant getheilt war, hatte einen Werth von cw1 Thlr. im 30 Thlr. Fuß = 1 Fl. 45 Kr. südd. W-= l'/ä Fl. öftere. W.