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Erster Band.
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Fajcrgips

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Fayalwein

Spitzen mit hohlen Röhren und werden in Honigoder Zuckersaft gemischt, zuweilen gegen den Band-wurm angewendet. Das heftige Brennen, das sieaus der Haut verursachen, wird durch Waschen mitWasser verschlimmert, durch Einreibungen von Oeloder Reiben mit trockener Asche aber gemildert. DieHaare von Dolichos urens sind weniger stark, längerund mehr dunkelbraun.

Fasergips, Federgips oder Seidengips,Lapis specularis, heißt eine Art natürlicherGips von faserigem Gesllge, meist weiß, seltenergrau, roth oder gelb von Farbe, durchscheinend,Perlmutter- bis seidenglänzend, der viel Aehnlichkeitwit dem Faserkall hat, aber viel weicher ist. Erfüibet sich in schmalen Gängen und Schnüren imdichten und körnigen Gips, besonders schön in derNähe von Genf, aber auch in manchen GegendenDeutschlands, u. wird zuweilen zu kleinen Schmuck-gegenständen, wie Perlen, Ohrgehängen und dgl.derarbeitet, die sich aber leicht abnutzen.

Faserkakk, faseriger Kalksinter, auch At-lasstein, Atlasspath und Eisenblüte ge-nannt , eine Art kohlensaurer Kalk von weißer oderröthlicher Farbe, faseriger Textur und seidenartigemGlänze, der in trovssteinartigen, kugel- und nieren-sörmigen derben Massen vorkommt. Er findet sichtu Adern und schmalen Gängen, besonders im Stein-kohlengebirge und in Kalksteinhöhlen, namentlich ineinigen Gegenden Englands, Sachsens, Ungarns rc.Obgleich er keine große Härte besitzt, nimmt er docherne gute Politur an und wird deshalb und wegenseines schönen Seidenglanzes zu Dosen, Ohrgehängen,Halsketten und anderen wohlfeilen Schmucksachenderarbeitet, die sich jedoch bald abnutzen. Mansucht ihn auch zuweilen durch mattgeschlisienes Glasnachzuahmen, erreicht damit aber seinen schönenGlanz nicht.

Fasolen nennt man in manchen Gegenden dieweißen Bohnen.

Fast heißt in mehreren Ländern ein bestimmtesMaß für Wein und Bier, auch für Getreide undwehrere andere trockene Waaren. Man findet dasNähere in den Artikeln über die betreffenden Länder.~~ S. auch Fässer.

_ Faßbänder oder Reisen von Birken-, Weiden-,Kastanienholze und anderen zähen, biegsamen Höl-^rn, sind in mehreren Gegenden ein Handelsartikel,Namentlich in den Ostseehäfen und die von Kastanien-p°lze in Frankreich und Italien. Eiserne Reifenwerden von dünnem Bandeisen verfertigt.

Faßblech, s. Eisenblech.

. Faßbutter nennt man im Allgemeinen die Butter,welche in Fässern oder Tonnen versandt wird.

Faßdauben, Faßholz, s. Holz.

„ Fasselstahl nennt man in Oesterreich den in«rain und Kärnthen bereiteten Brescianstahl, der^Fäßchen versandt wird.

..Fasttage heißt der Kaufmann die Umhüllungsm a8 Faß, die Kiste, Flasche rc.), in welcher eine^d^re versendet wird; man pflegt diese Gegenstände!auch Jeergut, Leergüter zu heißen. I

. Fathom, ein englisches Längenmaß, s. Groß-^'tannien.

^Faulbaum, Faulbeerbaum, auch glatter5"kgdorn, Pulverholzbaum und Schieß-^erstrauch genannt, Rhamnus frangula, eini! Mitteleuropa häufig wachsender baumartiger, ^auch von 8 —20 Fuß Höhe, mit sehr weichem""d leichtem Holze, das daher besonders gute Kohlen

zur Schießpulverfabrikation gibt. Die anfangs rothen,dann schwarzen Beeren können zur Erzeugung einerschönen gelben, grünen oder violetten Farbe aufWolle gebraucht werden. Die dunkelgrüne, weiß-punktirte, getrocknet braune Rinde, Oortox kran-giilaa, von widrigem Geruch und ekelhaft bitteremGeschmack, hat wie die Beere eine abführende Kraftund wird deshalb zuweilen in den Apotheken geführt;sie war ziemlich vergessen, ist aber neuerdings inPreußen als Surrogat des Rhabarbers für die Ar-menpraxis wieder eingeführt worden, da sie ähnlicheStoffe enthält, wie dieser. Ein Extract wird darausbereitet, der schwarzbraun, bitter von zweiter Eon-sistenz ist. Die Rinde dient ebenfalls zum Gelb-und Braunsärben aus Wolle. In ihr ist als wirk-samer Bestandtheil das Fr a n g nli n oder R h a m -noxanthän enthalten, eine citronengelbe Masse,in mikroskopischen Tafeln krhstallisirend, die ohneGeruch und Geschmack, in warmem Alkohol sich lösen.In Schwefelsäure geben sie eine rubinrothe Lösung,in Alkalien eine purpurrothe. Mit rauchender Sal-petersäure bildet sich die N i t r o f r a n g u l i n s ä u r e,goldgelbe Nadeln von bitterem u. herbem Geschmack.Mit Metalloxydhydraten bereitet man aus dem Fran-gulin sehr schöne Lacke. — Der Ahlkirschbaumoder Traubenkirschbaum, Prunus padus, wirdin manchen Gegenden ebenfalls F a u l b au in genannt.

Faulmatten nennt man zuweilen die kleinenrunden oder viereckigen Matten von Stroh, Bast,Haaren re., die man vor die Thüren und auf dieTreppen zum Abstreichen der Füße legt.

Fausthandschuhe, s. Handschuhe.

Faustpfand nennt man die Uebergabe einer be-weglichen Sache oder eines Schulddokumentes aneinen dritten, mit der weiteren schristlichen Erklä-rung, daß ihm dieser Gegenstand in derart Sicher-heit für seine Forderung bieten solle, daß er mit Aus-schluß jedes Dritten berechtigt sein soll, falls er umsein Guthaben zur bestimmten Zeit nicht bestiedigtwerde, den Gegenstand unter gerichtlicher Leitungöffentlich zu veräußern und den Erlös bis zum Be-trag seiner Forderung für sich zu behalten. Für Kauf-leute in ihrem Verkehr mit einander enthalten dieArt. 309—12 des A. d. H. Gs. B. abweichende Be-stimmungen über Faustpfand, wodurch namentlich dieBestellung des Faustpfandes und dessen Realistruugsehr erleichtert wird. Es ist nämlich die Ausstellungeines besonderen Dokumentes über die Faustpfandbe-stellung in der Regel nicht für nöthig erklärt, wennaber solche wirklich erfolgt ist, so bedarf es, sobald derSchuldner im Verzug ist, seiner Benachrichtigung vonder Veräußerung vor derselben nicht, sonderndes istnur die Bewilligung des Handelsgerichtes zu erlangen.Auch kann schriftlich vereinbart werden, daß derGläubiger ohne gerichtliches Versahren das Pfandöffentlich verkaufen dürfe.

Faulfracht, s. Fracht.

Fauvil wird in Marseille eine Art Snmach ge-nannt.

Faverge heißt eine der besten Gattungen rotherund weißer Weine aus dem Schweizerkanlon Neuf-chatel.

Faveurs oder Faveurchen nennt man zuweileneine Art schmaler seidener Bänder.

Fayalwein, ein weißer Wein, der aus den Azo-ischen Inseln gewonnen wird. Man unterscheidetdavon Malvasier und Sect; der letztere, welcherdunkler von Farbe ist, wird auch Fayal-Maderagenannt.