Fearnought
460
Federn
Fayance oder Fayence nennt man ein seines,,dem Porzellan mehr oder weniger nahe kommendesSteingut. Häufig wird aber auch das gewöhnlicheSteingut unter diesem Namen verstanden, und beider großen Mannichfaltigkeit, welche in neuerer Zeitin dieser Gattung der Töpferwaaren entstanden ist,welche säst jede Fabrik in einer besseren oder gerin-geren Qualität liefert, ist es nicht mehr möglich, einebestimmte Grenze zwischen Fayance und Steingutund selbst zwischen ersterem und Porzellan zu ziehen.Was man in Deutschland Fayence nennt, steht so-gar dem englischen Steingut oder Wedgwood anHärte der Blasse und Festigkeit der Glasur nach.Von dem Porzellan unterscheiden sich beide haupt-sächlich dadurch, daß sie nicht durchscheinend sind,auch keine durchscheinende, sondern eine emailleartigeundurchsichtige Glasur und einen matten, erdigenBruch haben, wogegen dieser beim Porzellan stetsglatt und glasartig ist; auch klingen sie nicht so wiedieses. In Deutschland gibt es an vielen Orten Fa-briken dieses Artikels, namentlich in Berlin, Wien,Magdeburg, Gera u. a.; noch häufiger aber ist dieFabrikation in Frankreich, England und den Nieder-landen , deren Erzeugnis; auch das deutsche in man-cher Hinsicht übertrifft. — Der Name Fayancerührt von der >L>tadt Faenza in Italien her, wo dieFabrikation dieses Artikels schon im 13. Jahrhun-derte blühte und selbst berühmte Maler, wie Raphaelund Titian, sie durch ihre Kunst verschönerten. InItalien nennt man die Waare jedoch Masolica(s. d. und Steingut).
Fearnought oder Nothingfear-Stuss heißteine Art dicker engl. Tüffel.
Feather-Shag, s. Hair-Plusch.
Fedegosorinde soll von Cassia occidentalis odervon C. hirsuta und falcata in Brasilien stammen;sie ist außen graurunzlich und mit Querrissen ge-furcht, innen hochgelb und faserig, geruchlos, vonschwach bitterem, ekelhaftem Geschmack, und wird inihrem Vaterlande gegen Fieber, Wassersucht undMagenschwäche angewendet. Der Same der Pflanzeerregt Brechen.
Fedcralaun oder Federweiß, s. Asbest.
Federblech nennt man zuweilen das Foderblech,s. Eisenblech.
Federblumen sind künstliche, aus weißen undbunten Federn versertigte Blumen, die von denBlu-mensabriken, besonders in Italien verfertigt werden.
Fcdcrgips, s. Faser gips.
Federharz, s. Kautschuk.
Federleinwand nennt man theils eine Art unge-rauhten Bettbarchent, theils eine dicht gewebte, ge-wöhnlich blau oder roth gestreifte Leinwand, in wel-cher die Farben durch baumwollenes Garn erzeugtsind und die zu Bettinletten gebraucht wird. Manverfertigt sie besonders in der Oberlausitz.Federmesser, s. Messer.
Federn der Bögel finden zwar zu verschiedenenZwecken Anwendung, doch sind es von den vielenVögeln, die es gibt, verhältnißmäßig nur wenige,deren Federn benutzt werden. Sie zerfallen in Be-zug auf ihre Benutzung in 3 Classen: B e t t f e d e r n,Schreibsed ern und Schmuckfederu.
Bcttfedern kommen hauptsächlich von zahmenGänsen, seltener werden die der wilden Gänse, derSchwäne, Truthühner, Enten, Hühner und einigeranderen Böget dazu benutzt; nur die Flaumfedernder Eidergans sind außer den gewöhnlichen Gänse-federn von Wichtigkeit. Man unterscheidet haupt-
sächlich Deckfedern und Flaumfedern, Du-nen oder Daunen. Die Deckfedern bilden dieäußere Decke des Vogelkörpers; sie sind größer alsdie Flaumfedern, haben einen stärkeren Kiel und zubeiden Seiten desselben eine aus dicht aneinanderliegenden Federchen bestehende Fahne. Die Flaum-federn sitzen zwischen und unter den Deckfedern dichtauf der Haut des Vogels, zu dessen Erwärmung siehauptsächlich bestimmr zu sein scheinen, weshalb dieVögel auch in kalten Gegenden und überhaupt imWinter am meisten damit versehen sind. Sie habeneinen ganz feinen Kiel, gewöhnlich keine dichte, son-dern nur aus einzeluen feingekräuselten Federchenbestehende Fahne und sind außerordentlich zart, weichund leicht, weshalb sie die besten Bettfedern geben.Die Dcckfedern kouimen theils roh, d. h. mit denKielen, theils gerissen oder geschlossen, beidenen die Fahne von beiden Seiten des Kieles abge-rissen ist, theils zerhackt in den Handel; die letz-teren sind die schlechtesten, da sie wenig Elastizitäthaben und die Spitzen der Kiele die Inlette durch-stechen. Eine Gans gibt ohngesähr 8 Loth Deck-federn und 2 Loth Dunen; von den ersteren gehtdurch das Reißen etwa der vierte Theil des Gewichtsverloren. Die besten Federn sind diejenigen, welcheden lebenden Gänsen ausgerupft werden, was ge-wöhnlich dreimal des Jahres, im Frühling, Sommerund Herbst, geschieht. Man nennt sie lebendigesGut oder Sommergut; die von geschlachtetenGänsen heißen todtes Gut oder Wintergutund von diesen sind diejenigen, welche den Thierensogleich nach dem Schlachten, so lange der Körpernoch warm ist, ausgerissen werden, besser als diespäter ausgerissenen. Auch geben ungemäsiete Gänse,die frei umherlaufen und ins Wasser gehen können,bessere Federn als im Stall gemästete. Man darfden Gänsen nur diejenigen Federn ausrupfen, welcheleicht aus der Haut gehen, was ein Zeichen ihrerReife ist; die zu früh und unreif ausgerissenen habennicht die gehörige Elastizität und werden auch leichtervon Milben angefressen. Die nämlichen Fehler habenauch die Federn von jungen Gänsen. Die weißenFedern sind immer mehr geschätzt, als die grauen,obgleich in der Qualität wohl kaum ein erheblicherUnterschied ist. Nach dem Ausreißen werden die Fe-dern an der Sonne oder am Ofen getrocknet unddann entweder gerissen oder ungerissen an die Feder-händler verkauft, welche gewöhnlich im Lande herum-reisen, um die Federn von den Laudleuten zusammen-zukaufen. Die Flaumfedern werden nicht gerissen.Die meisten Bettfedern kommen aus Ostpreußen,Polen, Rußland, dem nördlichen Deutschland undbesonders aus Böhmen, Mähren rc.; der bedeutendsteHandel damit findet auf den Blessen zu Frankfurt a-d. Oder und in Krakau statt. Frankreich, Englandund die Länder des südlichen Europa erzeugen nichtso viel Federn als die nördlichen Länder; sie brauchenaber viel weniger davon, da man sich daselbst mehrder Matratzen und der dünnen Decken, als der Feder-betten bedient. Oft werden die Federn durch beige-mischten Kalk, Gips, Mergel, Bleiweis und dgl. ver-fälscht, was man indessen leicht durch den Staub er-kennen kann, welcher bei starkem Schütteln heraus-fliegt und der sich auch an die Hände ansetzt, wen»man in den Federn herumwühlt oder sie zwischen denHänden reibt. Auch vermehrt man ihr Gewicht, in-dcni man sie auf feuchtem Lager oder durch AnsprengenFeuchtigkeit anziehen läßt, was sich theils durch dasGefühl, theils dadurch verräth, daß eine auf die Hand