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Erster Band.
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Federn

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Federpehwerk

durch welche die Arbeit beschleunigt und der Erfolggesichert wird. Durch das Ziehen wird die äußereHaut der Feder größtentheils abgestreift; das, wasnoch davon sitzen bleibt, wird, nachdem die Federvöllig erkaltet ist, durch Bürsten entfernt. Durch dasgewöhnliche Verfahren, bei dem man übrigens inneuerer Zeit manche verbessernde Modificationen an-gebracht hat, erhält man halbdurchsichtige oder ausHamburger Art gezogene Federn; die Bereitung derganz durchsichtigen oder sogenannten holländischenwird gewöhnlich von den Fabrikanten geheim ge-halten, soll aber darin bestehen, daß man die Federnentweder 48 Stunden lang in Alaunwasser legt unddann wie gewöhnlich zieht, oder daß man sie inheißem Wasser erweicht, in welchem Potasche, Alaunoder Kochsalz ausgelöst ist. Auch verfertigt mandurchsichtige Federn mit einer undurchsichtigen gitter-förmigen Zeichnung, oder mit anderen Verzierungen,mit Namen rc. Zuweilen werden sie gelb gefärbt,was entweder vermittelst Kurkume oder Safran, oderdurch verdünnte Salzsäure geschieht. Auch blau undroth färbt man sie zuweilen. — Das Sortiren derFedern geschieht zuerst nach den Flügeln; dannwerden die Eck-, Schlacht- und Breitposen von ein-ander gesondert und jede dieser Hauptclassen gewöhn-lich nach dem Gewicht in mehrere Untersorten vonverschiedener Stärke und Qualität getheilt. DieFedern werden dann mit farbiger baumwollenerSchnüre in Bunde von 25 Stück zusammengebunden,was in den Fabriken vermittelst einer Maschine ge-schieht; 4 solcher Bunde, 2 aus dem rechten und 2aus dem linken Flügel, werden zu einem Hundertund 10 Hundert zu einem Tausend zusammenge-bunden. Meist sind die 5 obersten Federn in jedemBunde bedeutelid besser als die übrigen, weshalbman beim Einkauf immer die inneren besehen muß.Die schlechten, unreifen Federn Platzen beim Ziehenoft an der Spitze des Kiels auf; diese Spitze wirddann abgeschnitten und sie werden unter dem Namenoffene Federn verkauft. Diese, sowie auch dieEckposen werden gewöhnlich zu 100 Stück und we-niger sorgfältig als die übrigen zusammengebunden.Die Farbe der Schnur, mit welcher die Federn ge-bunden sind, und die Art des Bindens soll eigentlichihre Qualität anzeigen, doch herrscht darin, sowieauch in den Benennungen der L-orten viel Willkür-lichkeit, so daß man sich nicht darauf verlassen kann.— Die besten Schreibfedern werden noch immer inHamburg und dessen Umgegend bereitet, was theils ausder Art und der Fütterung der Gänse, theils auf derZurichtung beruht. Wegen des hohen Preises derHamburger Federn werden jedoch die meisten vonBremen bezogen, welche jenen in der Güte nur wenignachgeben, und unter dem Namen Hamburger ver-kauft. Auch die aus Riga sind sehr gut und beson-ders in England beliebst Uebrigens gibt es fast inallen größeren Städten Deutschlands, vorzüglich dernördlichen Länder, Federposenfabriken. Die rohenFedern kommen unsortirt in großen Quantitätenaus Ostpreußen, Polen, Rußland, Galizien, Ungarn,Böhmen, Westphalen, Niedersachsen, Mecklenburg rc.und sind besonders auf den Messen zu Frankfurt a.d. Oder ein bedeutender Handelsartikel, außerdemauch in Krakau, Warschau, Breslau rc. — Einegute Schreibfeder muß etwa Vs Zoll über der Spitzeso hart sein, daß sie beim Druck sehr wenig nachgibt,und sie muß vollkommen elastisch sein. Auf demRücken muß sie einen durchsichtigen Streisen undnirgends darf sie dunklere Flecken oder zusammenge-

schrumpfte Stellen haben. Beim Schneiden muß sieeinen geraden, reinen Spalt ohne Fasern und Zähnebilden. Man muß sie an einem ganz trocknen Orte,womöglich in einem Zimmer, das im Winter mäßiggeheizt wird, aufbewahren. Zum Gebrauch sind diebesten und theuersten Federn gewöhnlich die vortheil-haftesten, weil sie sich viel weniger abnutzen, als diegeringeren, und man auch das öftere Schneiden beiihnen erspart. Durch die bedeutenden Verbesserungenin der Fabrikation der Stahlschreibfedern und durchdie Immer größere Verbreitung derselben hat sichübrigens der Verbrauch der Gänsefedern jetzt außer-ordentlich vermindert. (S. denArt.Stahlsedern.)

Schmuck- oder Putzfedern kommen von ver-schiedenen Vögelarten und werden zu Federstützen,zum Kopfputz der Frauen und im Morgenlandeauch der Männer, zu Theaterschmuck, zu Federbesen,Federblumen und dgl. verarbeitet. Dies geschiehtvon den F e d e r s ch m ü ck e r n; nur die Federblumenwerden von den Fabriken künstlicher Blumen oderauch von eigenen Fabriken verfertigt. Die Arbeitder Federschmücker besteht hauptsächlich darin, daßsie die Federn bleichen, indem sie sie in Seife kochen,mit Wasser besprengen und an die Sonne hängen,sie dann schwefeln, färben, Federstütze und dgl. davonverfertigen, die Straußfedern appretiren rc. — Diewichtigsten zum Schmuck verwendeten Federn sindfolgende: Reiherfedern, von verschiedenen Artendes Reihers, namentlich schwarze vom gemeinenReiher, Aräoa yulgaris, die theuersten von allen;weiße vom kleinen und großen Silberreiher, A.garzetta und A. egretta, die letzteren daher auchAigretten genannt, und vom Nachtreiher, A. nye-ticorax; Espadonfedern vom brasilianischenrosenfarbenen Löffelreiher, klataloa ajaja; Marabu-oder Marabvutsed ern von dem Marabustorche,Ciconia argala; Straußfedern von dem gemei-nen afrikanischen Strauße, Ltratdio Camelus, welcheam häufigsten zum Damenputz gebraucht werdenund daher einen bedeutenden Handelsartikel bil-den; Paradiesvögelsedern, besonders vorngemeinen Paradiesvogel, ikaraäisea apoäa, und vornpapuensischen» P. papuensis, von denen jedoch nichtdie Federn allein, sondern die ganzen Böget in denHandel kommen; C omo c allifedern von einer ArtMöwe in Ostindien; G e i er - oder Vulturfedern,vom Federkragen der Geier; Falkenfedern, vonder Brust des Edelfalken; Hahnenfeder», wozuauch die Kapaunen- und Truthahnfedern gerechnetwerden; Pfauenfedern, vom zahmen und wildenPfau, werden besonders in Asien zu Fächern undKopfputz, in Europa aber nur selten benutzt. Vonallen diesen Arten werden wir in besonderen Artikelnausführlicher sprechen. Ferner benutzt man die Federndes Reiß Vogels in Ostindien zu Muffen undähnlichem Putz; getrocknete Kolibris trägt mandaselbst als Ohr- und Haarschmuck; aus Papaget-federn verfertigt man in Amerika ausgezeichnetschöne künstliche Blumen, und die Re b h uh n s ederngehen nach Afrika, wo die Neger sie zum Putz ver-wenden. Von manchen Vögeln werden die befieder-ten Häute zu Federpelz werk (s. d. folg. Art.)benutzt.

Federpelzwerk sind die mit den Flaumfedernbedeckten und wie Rauchwerk zugerichteten Hautmehrerer Wasservögel, von denen die des wilden undes zahmen Schwans, der Grebe oder destauchers und die Brustfelle des Geiers am häusiEvorkommen (s. Schwanenfelle, Grebenhanr