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Erster Band.
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Fcderrrtten

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Feigen

und Geierfedern). Außerdem werden auch zu-teilen die Felle der wilden Gans, der Eidergans, ides Eisvogels und einiger anderen Arten auf dieseWeise zugerichtet und benutzt. Diese Felle müssen^sn frisch getödteten Thieren sein, nicht von solchen,die an einer Krankheit gestorben oder in der Mausergewesen sind; sie werden, nachdem sie abgezogen^hrden, auf der Fleischseite gereinigt, auf ein BretAbspannt und mit einer Mischung von Alaun und ander Luft zerfallenen Kalk bestreut, wodurch sie eineurt Gerbung erhalten.

, Federritten nennt man im südlichen Deutschlandeuien ordinairen blau gestreiften Bettzwillich, der be-sonders in Baiern in der Gegend von Nördlingen,^einpten, Kausbeuren sc. verfertigt wird. Er istAeist von ungebleichtem Garne gewebt und derdrund daher grau, selten weiß.

Federthaler Iverden zuweilen die Laubthaler

genannt.

Federweiß, s. Asbest.

Feh, Fehwanueu, s. Eichhornfelle.Feigbohne, s. Lupilie.

...Feigen sind die fleischigen Früchte oder Samen-hüllen des im südlichen Asien einheimischen, aber imLanzen südlichen Europa, in Kleinasien, Persien, imUordlichen Afrika rc. häufig wachsenden gemeinenFeigenbaumes, llous Oarica. In nicht zunrengen Wintern kommt er, gehörig bedeckt und ge-schützt, auch bei uns im freien Lande fort, wo er abernur strauchartig wächst und 6—8 Fuß hoch°dird; im Orient dagegen wird er ein 25 — 30 Fußhoher Baum mit vielästiger, aber nicht dichter Krone,besonders am mittelländischen Meere wird er ineiner großen Menge von Varietäten gezogen, diesich jedoch in 2 Hauptclassen bringen lassen, nämlichIN solche mit hellfarbigen sweißen, gelblichen undgrünlichen) und mit dunkelfarbigen (cöthtichen,violetten und bräunlichen) Früchten. Die Feige istledvch eigentlich nicht die Frucht des Baumes, son-^rn das Behältniß, in dessen Innern sich zuerst die'Olüte und dann der Same ausbildet. Sie kommenomzeln in den Blattwinkeln hervor, werden, nach-vem die Blüte vorüber ist, weich und fleischig, ver-ludern ihre grüne Farbe und der scharfe, bittrechnlchsast, mit dem die ganzePflanze erfüllt ist, wird'U thuen zuckersüß und angenehm schmeckend. Sie«ehören zu den angenehmsten und gesundesten Obst-sioten, obgleich sie wegen ihrer zu großen SüßigkeitManchem Gaumen nicht behagen. In den südlichenAndern, wo sie häufig wachsen, sind sie ein gutes,wsi unentbehrliches Nahrungsmittel des Volks; in-sUlgen Ländern, namentlich in Marokko, auf denKanarischen Inseln rc. brennt man BranntweinUrans und die verdorbenen aber noch nicht versaul-ou geben einen guten Essig. In der Medizin wer-.^u sie als ein erweichendes, Eiterung beförderndes,.mhüllendes und mild nährendes Mittel benutzt undu Spanien und Portugal wird der sogenannte F ei-^ukäse (f. d.) daraus verfertigt. Der wilde Fü-ll, um setzt jährlich dreimal, der kultivirte zwei-da ^ Frühjahr und gegen Johannis Feigen au;u sie aber nicht zu gleicher Zeit zum Vorschein kom-reü ' c Hut der Baum fast den ganzen Sommer überbau und unreife Früchte. Die meisten Feigen ent-^u^u männliche und weibliche Blüten vereint; einert wilder Feigenbaum von kleinem unansehnlichemi,„uchss, dessen Früchte auch nicht eßbar werden, aber^ur männliche Blüten. Dieser wird nicht kultivirt,oer m der Levante, auf ©teilten, in Portugal rc.

zur Befruchtung <Caprification, da der BaumOaprlüvus heißt) benutzt. In die jungen Früchtedesselben legt nämlich die Feigengallwespe,Cynips psenes, häufig ihre Eier, und wenn aus die-sen das geflügelte Insekt entstanden ist, verläßt esdie Frucht durch die mit Schuppen bedeckte kleineOeffnung, welche den Nabel jeder Feige bildet, undkriecht dann auch in die unreifen Früchte des kulti-virten Feigenbaumes, wenn es diese in der Nahefindet. Dabei überträgt es den Blütenstaub ausden männlichen Feigen in die weiblichen, befruchtetdiese und macht sie zum Reifen fähig. Man hängtdaher Zweige mit Früchten jenes wilden Feigen-baumes über den kultivirten auf und erhält dadurchoft viermal so viel Feigen und in viel kürzerer Zeit,als man ohne die Caprification erhalten haben würde.Den nämlichen Zweck soll man jedoch auch erreichen,wenn man alle 4—5 Tage einen Tropfen Oel in dieOeffnung der weiblichen Feigen bringt. Uebrigenssind die caprificirten Feigen weniger haltbar undvon weniger angenehmem Geschmack als die anderen.— In den Handel kommen die Feigen nur in ge-trocknetem Zustande, und da sie fast aus allen Er-zeugungsländern ausgeführt werden, so gibt es eineMenge Sorten, die in der Qualität mehr oder weni-ger verschieden sind. Die wichtigsten derselben sindfolgende: Smyrnaische, aus Kleinasien und vonden meisten Inseln des Archipelagus, die aber vonSmhrna aus verschickt werden. Sie find die bestenund beliebtesten, sind groß, rund, gelb von Farbeund sehr süß. Man unterscheidet daselbst drei «or-ten, Torba-, Tabet- und Tabau-Jnjiri,von denen die erste die beste, die letzte die geringsteist. Sie kommen theils in Kistcheu von ca. 70 Psd.und in runden Schachteln von 10 Psd., die geringe-ren auch in Fässern. Die Feigen von der InselCypern und aus Aleppo werden ebenfalls gewöhn-lich für Slnhrnaische verkauft. In Smhrna werdendie Preise aller 3 Sorten pr. Kantaro in türkischenPiastern notirt und Netto-Tara darauf gegeben, inTrieft 6% auf Kisten und Schachteln und 10»/„ aufFässer. Kranzfeigen von Kalamata auf Mo-rea sind ebenfalls groß, haben aber eine sehr dickeSchale und weniger angenehmen Geschmack als dieSinyrnaischen. Sie sind zu 100 Stück auf Schnu-ren von Schilf gereiht und deshalb in der Mittedurchbohrt, so daß sie in Folge des Zusammen-drückens die Form runder Scheiben haben; die bei-den Enden der Schnur sind zusammengebunden, sodaß sie einen Kranz (resto) bilden. In Morea ver-kauft man sie nach 1000 Kränzen. Auf Malta gibtes mehrere Arten von Feigen; die früheste Sorte,Laitra. äa Lau luau genannt, reift zu Johanni uudist eine der größten die es gibt, aber von wenigerangenehmem Geschmack, als 3 andere kleinere Sor-ten , welche gegen Ende Juli reif werden; eine derletzteren ist weiß, die beiden anderen schwarz oderdunkelroth. Die calabreser und puglieserFeigen, welche in Körben kommen und daher Korb-sei g e n genannt werden, sind von mittler Größe,aber haltbar und von gutem Geschmack. Die G e-nueser sind eine der besten Sorten, groß, gelb,länglich und nicht so flach gedrückt wie die smyrnar-fchen, von angenehmem, süßem Geschmack; die soge-nannten schwarzen von dunkel purpurrother Farbeund oben sehr dick, mit hochgelbem, herbem Fleische,schmecken dagegen weniger gut. S i c i l i a n e r sindklein und au Gestalt und Geschmack den calabresernähnlich. Sehr viel Feigen kommen aus Dalma-