Feigen
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Feilen
tien und Jstrien, die im Handel auch Triesterund Beneti au er genannt werden, weil man siemeist von diesen Platzen aus versendet. Man unter-scheidet davon gelbe und graue; beide sind bedeutendkleiner als die Smyrnaischen, länglich rund und vongutem Geschmack, aber wenig haltbar. Die bestenkommen von der Insel Lesina, wo sie am südlichenAbhänge der Berge wachsen. Sie kommen in klei-nen Fäßchen von 10—50 Pfd. und werden in Triestund Fiume mit 10% Tara verlaust. Wenigerhäufig, aber sehr gut und süß von Geschmack sind dieFeigen von der Insel Korfu, von denen die besteSorte unter dem Namen Fraccazini in den Han-del kommt. In Neapel, dem Kirchenstaate undToscana wachsen sehr gute Feigen, die aber nurselten ins Ausland gehen. — Im südlichen Frank-reich werden viel Feigen erbaut, unter denen sich dieMars eitler oderProvencefeigen durch äußerstsüßen Geschmack auszeichnen. Sie sind klein, rundund von gelber Farbe, aber kaum ein Jahr haltbar;eine längliche Art, welche außen weiß und inwendigröthlich ist, wird ihnen noch vorgezogen. Eine andere,sehr gute Sorte heißt Figues royales. Aus derGegend von Toulon, Roquevaire, Salexnes rc.kommen die Peloises, Salernes und Figues de Cuers;sie sind weiß, rund, größer als die Marseiller, aberweniger gut von Geschmack. Aus der Gegend vonGraste, Draguignan rc. kommen Feigen von violet-ter, inwendig rother Farbe, mit dünner, gewöhnlichanfgeborstener Haut, Noissounes, Bellues, Barni-sottes und Blavettes genannt. Geringer sind dievon Antibes, Cannes, Frejus und Ciotat, welche inBellounes, Mestisses und Montdgasses getheilt wer-den; sie sind klein, weiß von Farbe und denen vonMalaga ähnlich, haben aber keine so harte und zäheHaut. Sehr häufig kommen die Com tatschenoder Landatfeigen aus der Gegend von Avignonund Nenaissin über Amsterdam,' Hamburg, Bre-men rc. nach Deuschland; sie haben Aehnlichkeit mitden gelben Marseiller, sind aber weniger gut, habeneine dicke, zähe Haut und kommen leicht in Gährung.Sie sind entweder in Fäßchen von ca. 140 Pfd. obermKörbe von ca. 30 Pfd. verpackt. S p a n i s ch e Feigen,von denen die meisten aus Malaga, doch auch ausSevilla, Alicante und Valencia m den Handel kom-men, sind klein, länglich rund von angenehmem Ge-schmack , haben aber eine dicke, zähe Haut und sinddeshalb wenig beliebt. Die au« Valencia sind bläu-lich und von sehr angenehmem Geschmack; dieübrigensind meist gelb. Eine sehr gute, zarte Sorte wirdBredas genannt. Die spanischen Feigen kommentheils in Fäßchen von 80—100 Pfd., theils in Kör-ben von ca. 30 Pfd. — Portugiesische Feigenkommen aus der Provinz Algarbien von Faro undLagos in Körben von Palmblättern von ca. 25 Pfd.Es gibt daselbst rothe und weiße, von denen dieersteren die besten sind. Auf den KanarischenInseln werden sehr viel Feigen von vorzüglicherQualität erbaut, welche theils in Kisten von ca.30 Pfd-, theils in Fässern von 100—150 Pfd. auchzuweilen nach Deutschland kommen; auf die ersterenwerden in Hamburg2%, auf die letzteren 10% Taragegeben. Um sie nicht verderben zu lassen, wird,wie schon oben erwähnt, ein sehr guter Branntweindaraus verfertigt, den man gewöhnlich mit dem ausWein bereiteten vermischt. — Die Feigen haben, wiedie meisten anderen getrockneten Früchte, die nach-theilige Eigenschaft, daß sie sich nicht lange halten,in der Regel, wenn sie gut und fest verpackt sind,
nur ohngefähr ein Jahr. Man muß daher beim Eui-kauf daraus sehen, daß sie frisch, möglichst trocken,aber doch weich und fleischig sind und keinen säuer-lich stechenden Geruch und Geschmack haben, der einZeichen von begonnener Gährung ist; man muß siean einem kühlen trocknen Orte aufbewahren und inihrer festen Verpackung lassen. Manche Sorten sind,um sie haltbarer zu machen, mit Lorbeerblättern oderRosmarin verpackt, wovon sie aber allerdings einenfremdartigen Geschmack annehmen. Zuweilen be-streut man sie auch, besonders in der Levante und imNeapolitanischen, mit Kastanienmehl, welches dieFeuchtigkeit anziehen soll, aber den Geschmack ver-schlechtert und die Haltbarkeit vermindert. Der. weißeBeschlag aber, den die meisten Feigensorten habenund der aus Zucker besteht, welcher aus dein Innernhervorgedrungen ist, ist kein Fehler, nur darf er keineMilben enthalten, welche man leicht unterscheidenkann, wenn man genau darauf sieht und eine Be-wegung der kleinen Staubkörner bemerkt.
Feigenfreffer, s. Becfigues.
Feigenkäse wird in Spanien und Portugal ausden besten und reissten Feigen verfertigt, welche zer-schnitten, mit geschälten Mandeln, Haselnüssen, Pi-nien, Pistazien, verschiedenen Kräutern und Gewürzenvermischt und in Form eines Käses zusammengepreßtwerden. Er kommt, in Körbe verpackt, auch zu-weilen nach Deutschland.
Feilen und R a s p e l n, bekannte Werkzeuge ausgehärtetem Stahl mit rauher, scharfer Oberfläche,daß man damit kleine Theile von Metallen, Holzund anderen harten Körpern abreißen und sie dadurchebnen oder ihnen eine vorgeschriebene Form gebenkann. Der Unterschied zwischen Feilen und Raspelnbesteht darin, daß bei ersteren die Rauheit durch querüber die Oberfläche gehende Kerben (Hiebe) hervor-gebracht wird, während sie bei letzteren aus einzelnenemporstehenden Spitzen besteht, welche mit einemspitzigen Weisel herausgetrieben werden. Außerdemgilt in Bezug auf die verschiedenen Arten und For-men, sowie aus die Fabrikations- und Bezugsortevon beiden in der Hauptsache das Nämliche. Siewerden aus Roh- oder Cementstahl, die besten aberaus Gußstahl von den Feilenhauern verfertigt,deren es in den meisten größeren Städten gibt.In mehreren Gegenden Deutschlands, namentlichin Steiermark (wo die Fabrikation auch in ge-schlossenen Etablissements geschieht), Schmalkal-den, Westphalen, am Niederrhein (in Remscheid,Hagen, Solingen, Düsseldorf rc.), in Nürnberg rc.,werden sie im Großen verfertigt, ganz besonders aberin England, woher noch immer die besten Feilenkommen, obgleich man sie in der neueren Zeit auchin Deutschland sehr gut aus englischem Gußstahl ver-sertigt. Das Hauen geschieht meist mit der Handvermittelst eines stählernen, messerförmigen Weisels;in England wendet man auch Maschinen dazu an,die aber nur wenig Nutzen gewähren. Die Feile«sind, je nach den Arbeiten, zu denen sie gebrauchtwerden, von sehr verschiedener Größe, Form undArt des Hiebes. In der letzteren Beziehling theilensie sich besonders in solche mit einfachem Hiebe undmit Kreuzhieben; die Stärke des Hiebes ist sehr ver-schieden und bei kleinen Feilen ist er oft so fein, daßman ihn mit bloßen Augen kaum erkennen kann. DieForm ist flach und vierkantig, quadratisch, dreieckig,rund, halbrund, oval, auch gebogen, zum Befeilenrunder Körper rc.; die viereckigen sind entweder amallen 4 Seiten gehauen, oder auf einer schmale"