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Erster Band.
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Fcldknmillc 466 Fridspath

seldcrn und in Weinbergen wachsenden Pflanze, wel-ches aus den Urin und die Gebärmutter wirkt undauch gegen Gelbsucht, gichtische Afsectionen undSchlagflüsse angewendet wird. Der liegende röth-liche Stengel ist eckig. Die unteren Blätter sindgestielt, lanzettsörmig, stumpf, die kleinen Blumengegenüberstehend, gelb, roth punktirt. Das getrock-nete Kraul verliert viel von seinem Geruch und Ge-schmack. Es ist klebrig und hat einen harzigen Ge-ruch , der aber beim Trocknen vergeht, einen bitteren,etwa« balsamischen Geschmack.

Feldkamille oder unächte Kamille, ^ntb«-misarrensis, eine als Unkraut aus den Aeckernwachsende Pflanze, welche Aehnlichkeit mit der ächtenKamille hat und zuweilen mit dieser verwechselt wird;sie unterscheidet sich jedoch wesentlich von ihr durchgrößere Blüten von schwachem, unangenehmemGeruch.

Feldkümmel, Feldpolei, Quendel, wil-der, Rain» oder Feldthymian, Herb» 8er-pylli, bie blühenden Stengel von Thymus Scrpyl-luin, einem aus trocknen, sandigen Wiesen, an Wegenund Berge» wachsenden Pflänzchen mit kurzgestielten,rundlichen, gewimperten, immergrünen, stumpfenBlättern und kleinen dunkelrothen Blüten. BeideTheile haben einen angenehmen starken, gewürzhas-ten, citronenähnlichen Geruch und bitterlichen aro-matischen Geschmack. Sie werden zu Bädern, gegenLähmungen, Brustkrankheitcn, Nervenschwäche rc.angewendet und eben so auch da« durch Destillationdaraus gewonnene ätherische Quendelöl, Oloum8vrpylli.

Feldmaß oder Flächenmaß nennt man da«Quadratinaß, mit welchem man Felder und andereErdflächen mißt. Es hat in den verschiedenen deut-schen Ländern sehr verschiedene Benennungen, dieman, so wie die Größe derselben in den betreffendenLänderartikeln angegeben findet.

Feldmannstreu oder Brachdistel, Eryn-gium campestrc, wächst aus trockenen Feldernund Bergen, an Waldrändern und Wegen, und hatgraulich grüne, steife, stechende Blätter und Hüllen.Die Blätter und Wurzeln, Ilerba unb Radix Eryngiicampestris, werden als eröffnendes, harntreibendesMittel in der Medizin gebraucht; die letztere ist finger-dick, lang, mit Fasern besetzt, außen schwarz, innengelblichwciß und hat einen süßen, angenehmen, ge-würzhasten Geschmack. In Holland, England undItalien macht man sie auch in Zucker ein.

Feldmohn, s. Mohn.

Feldplatterbse, s. Wicke.

Feldpolei, s. Feldkümmel,eldraute, s. Erdrauch,cldrittersporn , s. R i t t e r s p o r n.eldrose, Hainrosc, Hundsrose, Hage-butte, Hainbutte, Rosa eauiua, ein an un-bebauten Orten, auf Feldrainen, an Waldrändernhäufig wachsender Dornenstrauch, von dem es meh-rere Arten gibt. Er blüht im Mai und trägt dannlänglicht runde, säst walzenförmige, glatte, scharlach-rothe Früchte, welche Hagebutten, Hain-butten, Hanbutten, Kructus Cynobastigenannt werden und einen süß-säuerlichen, etwasherben Geschmack haben Alan schneidet sie auf,nimmt die Kerne und die steifen Haare, mit denendiese umgeben sind, heraus, trocknet sie dann undbraucht sie in der Küche zn Saucen und dgl. Nachdem Trocknen behalten sie ihre schöne hellrotheFarbe, werden aber mit der Zeit braunroth. In der

Medizin werden sie init den Kernen als urintreiben-des Mittel und gegen Steinbeschwerden angewendet,und ebenso auch die Kerne, Semen Cynobasti,die man außerdem zu Thee, als Kaffcesurrogat undals Wurmmittel benutzt. Zu dem letzten Zweckmüffen die Haare daran bleiben. Sie haben einensehr angenehme», vanilleartigen, süßen Geschmackund aromatischen Geruch.

Feldspath, ein sehr verbreitetes Mineral, dasbald krystallisirt, als schiefe vierseitige Säule mit ver-schiedenen Nebensormen, bald derb ut großen Massenund häufig eingesprengt, als Bestandthell des Granits,Porphyrs und des Gneus vorkommt. Er ist meistfleischrolh, zuweilen farblos, gelb, grau , grün, rothund von gemischter Farbe und opalisirend, w>tblätterig strahliger Textur, Glasglanz bis Perlmutter-glanz. Wenn er durchsichtig und rissig ist, heißt erglasiger Feldspath. Grüner, der besonders inSibirien vorkommt, wird auch Amazonenstei»genannt und in Ekatherinenburg zu Nadelstcinen,Petschaften, Dosen, Basen und dgl. verarbeitet.

Mit perlmutterartigem Scheine und zarbenwechselndfindet er sich in Norwegen und Schweden, wo manihn zu Ring- und Nadelsteinen, meist v» oaboobonschleift. Der gemeine Feldspath findet sich fast ausder ganzen Erde, in großen Massen besonders inNorwegen, Schwede», Finnland, Grönland, Nord-amerika, im Erzgebirge, Fichtelgcbirge, aus denAlpen rc. Nach und nach verwittert er und ver-wandelt sich in Porzellanerde oder K a o l i n. Manbenutzt ihn bei der Fabrikation der meisten feinenTöpsergeschirre, die weißesten und reinsten Stückezum Porzellan, besonders in Ehina, wo man ihuPenuntse nennt, die unreineren zuin Steingut;ferner bei der Bereitung undurchsichtiger Glas- undEmailmaffen und Glasuren, deren Masse er in leich- !teren und egaleren Fluß bringt. Bon den viele« |Abarten sind außer den schon erwähnten besonders .folgende zu bcinerken. Adu lar oder opali siren-der Feldspath, auch Wolssauge, Fisch^äuge, Wasseropal, ceylonischer Opal undGirasol genannt, ist meist farblos, säst wasserhellund glasglanzend, kommt jedoch auch mit verschie-denen Farben vor. Oft bat er einen eigenthüm-lichen opalisirenden Lichtschein oder er ist irisirend.

Der weiße, durchsichtige, mit perlinulterariigeiNScheine und starkem Glasglanz wird Mondsteingenannt; wenn er ins Grünliche und Grauliche fällt,mit goldgelbem Schimmer und glänzenden, röth-lichen Punkten, nennt man ihn Sonnenstein oderKupserstein. Man findet ihn am schönsten krystal-lisirtodcr i» krystallinischen Massen am St. Gottharllsowie auch aus anderen schweizerischen, süddeutschesund französischen Alpen, in Körnern und.als Ge-schiebe auch in Grönland und auf Ceylon. ScheueStücke, die man zuweilen au» der übrigen Malleherausschneidet, werden zu Ring- und Nadelstcinenmuglig geschliffen und stehen in ziemlichem Werthe!besonders der ächte und schöne Sonnenstein istgesucht und theuer. — Labrador oderLabradol-stein ist durchscheinend und glasglänzend, von hell-grauer bis schwärzlicher Farbe. I» gewisse» Rich-tungen gegen das Auge gehalten zeigt er ein schauesFarbenspiel in Blau, Grün, Roth, Gelb und Metall-glanz, zuweilen mit Pfauenangcnringen und anderenFiguren. Er läßt sich leicht spalten und hat auf beuSpaltungsflächen Perlmutlerglanz. Bon dem 3**meinen Feldspath unterscheidet er sich besonders da-durch, daß er sich in kochender Salzsäure auflöst.