Band 
Erster Band.
Seite
467
JPEG-Download
 

Feldthymian 467 Ferngläser

finbet sich am schönsten und in großen Stücken undGeschieben aus der Küste von Labrador und der be-nachbarten St. Paulsinsel ; serner in Finnland undJ5 manchem Syenit in illorwegen und Grönland.Sein Werth als Schmuckstein richtet sich nach derSchönheit des FarbenspielS; man verwendet ihn zuRing. und Nadelsteinen. Petschaften, Dosen, Stock-snvpsen rc. und auch zu größeren Stücken, da er sichUt ziemlich großen Massen sindet.

Feldthymran, s Feldkümmel.

. Felle nennt man im Handel im Allgemeineneigentlich jede ungegerbte, nur getrocknete oder ge-salzene Thierhaut, welche noch die Haare hat; ge-wöhnlich aber bezeichnet man mit diesem Namen nurder kleine» und mittelgroßen Thiere , wahrendAan die Bedeckungen größerer Thiere, wie Ochsen,Vfetbe jc. Häute nennt. Man beobachtet übrigensbterbei keine genaue Grenze und nennt auch gegerbteHäute mit den Haaren und selbst als Leder bearbei-te Felle, z. B. Kalbselle. Zuweilen beobachtet’’Jan auch den Unterschied, daß man Thierselle mitMatt anliegendem HaarHLute und die mit wolligem,Haar, welche hauptsächlich zuPelzwcrk bestimmt sind,Felle nennt. Die Häute kleiner Thiere, welche amhauche nicht aufgeschnitten, sondern von den Hinter-beinen nach dem Kopse zu im Ganzen abgestreiftUnd dann getrocknet sind, nennt man gewöhnlichBalge. — Die verschiedenen im Handel vorkommen-den Tbierfelle sind in unserem Werke unter besonderen«rrikeln aufgeführt.

FgI meszely oder Rimpel, ein ungarisches-üiaß für Flüfstgkeilcn und Getreide.

0t weis, tn der Mehrzahl F'luS, Kupfermünze inMarokko.

Feine, Felukke, ein Fluß- und kleineres See-schiff mit Rudern und zwei Masten, da» namentlichm Spanien und Portugal, auch aus dem mittellän-drschen Meere angetroffen wirdFsl tauri, f. Ochsengalle. — F. Vitri, s.Glasgalle.

wench oder Fennich, s. Hirse.

Fenchel, Focniculum okkicinale oder?.,ulseare, oder Anethumfoeniculum, ein imsüdlichen Europa einheimisches, in nördlicheren Län-dern angebaute« DoldcngewächS, 2—4' hoch, mitrÜ 1 ?Efiedertcn Blättern, das im Ansehen viel Aehn-Uchkeit mit dem Dill hat und sich hauptsächlich nurUurch den Samen, Kamen Foeniculi, von diesenunterscheidet, dessentwegen die Pflanze auch hauptsäch-angebaut wird. Dieser ist 2 —3 Linien lang,Linie breit, länglich oval, an beiden Seiten abge-knipst, mit einer scharfen Furche, glatt, aus dernuhcren Seite gewölbt, mit 5 Rippen; der beste istö^.un, geringerer braun von Farbe und der ersterewird Traubenfenchel, der letztere Stroh-"uchel genannt. Er hat einen stark gewürzhasten,??'^artigen Geruch und ähnlichen, süßen, etwasMarsen Geschmack. Er wird besonders in Thüringen,itii* ®egenb von WeißenselS und Halle, und sonstfüfcvl n Mehreren anderen Orten angebaut. Der inais!. . ^ Ländern angebaute Fenchelsamen ist süßera»s " uns. Man benutzt ihn in der Medizin alsuswnrfbeförderndeS, blähungtreibende» und die2 ,,^'eln stärkendes Mittel, überzieht ihn auch mitD "üb verfertigt einen Likör davon. Durchestillation gewinnt man daraus, sowie aus denlilr n unreifen, mit Stielen vermischten Samen-ätk gewöhnlich Fenchelspreu genannt, einarisches Oel, Oloum FoonicuIi, welches gelb-

lich von Farbe, rectificirt aber farblos ist, wie derSame schmeckt und riecht und bei 3—4° unter Nulljn einer festen Masse gerinnt, welche Eigenschaft c«jedoch durch das Alter verliert. Au« dem Oele wirdder Fenchelkampher gewonnen, eine weiße krystal-linische Maffe von der Härte des Zuckers, der mitdem Aniskamphcr identisch ist. Der Eentner Samengiebt ohngesähr 3 Psd. Oel, da« besonders au«Ersurt, Gotba und Halle zu beziehen ist. DurchZusammenreiben von 1 Theil Oel mit 12 Th. Zucker,erhält man den Fenchelölzucker, Oleosac-charum Foeniculi, und wenn man Wasserüber Fenchelsamen abzieht, das nach Fenchel riechende,häufig angewendete Fenchelwasser, Aqua Foe-niculi, da« den Hauptbestandtheil mancher theuerverkauften Augenwäffer bildet. — Eine Abart des ge-meinen Fenchels ist der Same des im südlichenEuropa gebauten Foenioulum äuloe, der unter demNamen kretischer oder römischer Fenchel inden Handel kommt. Er ist doppelt so groß als dervorige, blässer von Farbe, gekrümmt und etwasmilder von Geschmack. — Auch die Blätter der Fen-chelpflanze und die weißliche, holzartige Wurzel,Herba und Radix Foeniculi, werden zuweilen alsHeilmittel gebraucht. Zu Fenchellikör wird beson-ders in Böhmen, Schlesien und Polen, wo derselbesehr beliebt ist, viel Fenchel verbraucht; auch inMontpellier und Cette verfertigt man ihn unter demNamen FenouilleUc und versendet viel davon.

Fenchelholz, s. SassasraSholz.

Fenchelsitge, s. Seselsame.

Fennich, s. Hirse.

Fsnonillslts, s. Fenchel.

Ferandine, s. Ferrandine.

Ferlino, ein in mehreren italienischen Städtennoch gebräuchliches Gewicht.

Ferment, s. Hese.

Fermentöl, Fermcntoleuin werden diejenigenätherischen Oele genannt, die bei dein Gährnngspro-zeß mancher Pflanzen sich entwickeln und gewonnenwerden. Sie haben gewöhnlich einen angenehmen,aromatischen Geruch. Man hat solches Oel z. B.von den Blättern der Steineiche, Quercus Robur:Fermentoleum querci, daS grünlich ist, von brennen-dem Geschmack; von den Blättern der Brennesselmit betäubendem Geruch. Diese Oele haben eineeigenthümliche Beschaffenheit und sind wesentlich vonden durch Destillation gewonnenen verschieden. Umdie Oele zu gewinnen, läßt man die Blätter längereZeit im Wasser bei mäßiger Wärme, destillirt diesesab und fährt damit fort, bis sich das Oel ausscheidet.

Fernambuco, s. Pernambuco.

Fernambuk, s. Rothhol;.

Fernambuklack, s. Florentinerlack undKugellack.

Ferngläser, Fernröhre, Perspektive,Te-leskope oder Tubus nennt man metallene, höl-zerne oder pappenc Rohre, in denen in abgemessenerEntfernung mehrere geschliffene Linsengläser befestigtsind und welche dazu dienen,• entfernte Gegenständedem Auge scheinbar näher zu rücken und deutlichererkennen zu lassen. Gewöhnlich besteht ein Fernrohraus 2 oder 3 in einander verschiebbaren Röhren, da-mit man die Gläser nach Willkür mehr oder wenigervon einander entsernen kann, weil, um möglichstdeutlich zu sehen, ihre Entsernung je nach der Be-schaffenheit des Auges und der Entsernung der Gegen-stäude verschieden ist. Jede« Fernrohr hat ein Oku-larglas, an welches das Auge gelegt wird, und am

so»