Feuerversicherung
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Feuerwerk
Hütchen fast gar nicht mehr gebraucht werden. Außerin Frankreich findet man nur an einigen Orten inTirol und Galizien Feuersteine, die sich ebenso wiedie französischen spalten lassen und selbst noch härtersein sollen. Sie wurden unter Kaiser Joseph II. auf-gefunden, der eine Belohnung von 300 Dukaten ausdie Entdeckung geeigneter Steine in seinem Landeausgesetzt hatte, um nicht nöthig zu haben, fie denFranzosen abzukaufen. Diese bewahrten das Ver-fahren bei der Bereitung als ein großes Geheimniß,und vor der ersten Revolution stand sogar Todes-strafe darauf, wenn ein Fremder die Brüche betrat.— Gute Flintensteine müssen gleichmäßig von Farbe,regelmäßig geformt, nicht zu dünn und besondersnicht hohl oder krumm sein, weil fie sonst beim Auf-schrauben leicht springen; sie müssen an einem feuchtenOrte aufbewahrt werden. — Außer zu Flintensteinenverarbeitet man den Feuerstein auch zu Glättsteinen,Reibschalen und dgl.; geglüht und gepulvert wird erals Zusatz bei der Verfertigung des Glases, Por-zellans und Steinguts, zu Glasuren, zum Schleifenund Poliren des Glases und harter Metalle rc. benutzt.
Feuerversicherung, s. Versicherung.
Feuerwerk oder Feuerwerkskörper, werdenvon Kunstfeuerwerkern, die es in den meisten großenStädten gibt, verfertigt und verkauft; auch handelnzuweilen die Kaufleute damit. Ein noch wichtigererArtikel als in Europa sind sie aber in Asien und be-sonders in China, wo sie zuerst verfertigt wurdenund von wo noch jetzt alljährlich eine bedeutendeQuantität davon ausgeführt wird. — Gegenstanddes Handels sind hauptsächlich eine Anzahl einfacher,nicht zu umfänglicher und leicht transportablerFeuerwerkskörper; größere und zusammengesetzteStücke werden in der Regel nur auf Bestellung ver-fertigt. Sie bestehen mit wenig Ausnahmen haupt-sächlich aus einer Hülse oder Röhre von mehrfach zu-sammengerolltem Papier, welche mit einer Mischung(dem Satze) von zu Staub gemahlenem Schieß-pulver, Salpeter und Schwefel gefüllt ist, der zuverschiedenen Zwecken, besonders zu buntem odersehr funkenreichem Feuer noch andere Ingredienzen,wie chlorsaures Kali, verschiedene Salze, Eisenfeile,Glaspulver und dgl. zugesetzt werden. Der Knallwird durch gewöhnliches gekörntes Schießpulver her-vorgebracht, das bei der Entzündung die Papierhülsemit Gewalt zersprengt. Die zuerst erwähnte Mi-schung aber gibt nur ein sprühendes Feuer, das auseiner engen Oefinung am Ende oder auch an derSeite der Röhre mit bedeutender Gewalt herausfährtund wenn diese feststeht, eine Feuersontaine bildet,außerdem aber sie in entgegengesetzter Richtung fort-treibt oder sie in eine schnelle drehende Bewegungversetzt. Auf diese Weise steigen die Raketen, welchean einen langen hölzernen Stab gebunden und dannlose aus einen Nagel oder Haken gehängt werden, indie Höhe; die Schwärmer, die, wenn sie entzündetsind, mit der Hand geworfen oder auch aus einemGewehr geschossen werden, fliegen schlängelnd durchdie Luft; die Feuerräder, laufenden Sonnen undStäbe, welche in der Mitte durchbohrt und drehbaran einen Pfahl und dgl. befestigt sind, drehen sich imKreise rc. Die Größe der Feuerwerkskörper wird ge-wöhnlich wie die der Feuerwaffen, nach dem Kaliberangegeben, nämlich nach der inneren Weite der Hülse,und diese wird nach dem Gewicht einer eisernen Kugelbestimmt, welche mit derselben gleichen Durchmesserhat. Man nennt sie daher V-löthig, V-löthig, 1, 2,4, 8,16löthig rc. — Die in den Handel kommenden
Feuerwerkskörper sind besonders folgende: 1) Ra-keten, als die wichtigsten, deren richtige Anfertigungdie größte Kunst des Feuerwerkers ist. Man ver-fertigt sie gewöhnlich 2löthig bis 16löthig. Zu jederRakete gehört ein besonders geschnitzter Raketenstab,dessen Länge, Stärke rc. der Größe der Rakete an-gemessen sein muß und an deren oberes dickes Endesie festgebunden werden. Man unterscheidet ei n fach eund versetzte Raketen; die ersteren geben, wennsie aufgestiegen sind, nur einen Knall, die letzterenwerfen Leuchtkugeln, Schwärmer, Goldregen unddgl. aus, die rn einer besonderen, am oberen Ende derRakete befestigten Hülfe enthalten sind. 2) Schwär-mer sind kleine einfache Raketen von 1 / 4 bis 1 Loth,die mit der Hand geworfen werden. 3 ) Triangelund Quadrate, eine Verbindung von 3 oder 4mit verschiedenartigem Satze gefüllten Röhren, dieauf der Kante eines Bretchens befestigt sind und sich,wenn sie angezündet worden, drehen, wodurch sie einsich veränderndes Feuerrad bilden. 4) Umlau-fe n d e S t ä b e, zwei an den Enden zu einen, Stäbeverbundene Röhre», die sich an den beiden entgegen-gesetzten Enden zu gleicher Zeit entzünden und indemsie sich ebenfalls drehen, ein starkes Feuerrad bilden.5) Kaskaden, ein umlaufender Stab, in dessenMitte unter einem rechten Winkel eine dritte Hülsebefestigt ist; sie werden so aus einen Slift gesteckt, derin die Spitze eines Pfahls geschlagen ist, daß die letz-tere senkrecht steht und sie sich horizontal drehen, waseine schöne Feuerkaskade gibt. 6)Tourbillons,ein mit mehreren Seitenlöchern versehenes Rohr, dasauf ein aufwärts gekrümmtes Holzstäbchen befestigtist und frei auf ein Bret gelegt wird ; angezündet,steigt es unter vielem Geräusch zu einer mäßige»Höhe empor und bildet eine kuppelförmige Kaskade,die mit einem starken Knalle endigt. 7) Land-patronen oder Mäusetöpfe, cylindrische Büch-sen von Pappe, welche mit kleinen Schwärmern oderLeuchtkugeln gefüllt sind, die sie, wenn sie angezün-det sind, zu gleicher Zeit auswerfen. 8) B o m b e n-röhren, lange Hülsen von Pappe, die mau in dieErde steckt und welche mehrere Leuchtkugeln nach undnach auswerfen. 9) Frösche, eine lange dünne,mehreremale zusammengebogene und in der Mittefestgeschnürte Papierhülse, mit Kornpulver gefüllt,welche angezündet knallt und hüpft, so ost als sieWindungen hat. 10) Schneckeurädchen bestehenaus einer dünnen, spiralförmig gewundenen Hülsevon mit Salpeter getränktem Papier, so daß sie mitverbrennt, und die mit verschiedenartigem Satze ge-füllt ist; sie werden in der Mitte auf eine starkeNadel gesteckt, so daß sie sich drehen, und bilden dannsehr hübsche kleine Sonnen, Rofen u. dgl. 11) Ste-hende Sonnen, die sich nicht drehen und aufverschiedene Art eingerichtet sein können. 12 ) Ka-nonenfchläge, kleine Würfel von Holz oder Pappe,fest mit Bindfaden uniwickelt und mit einer kleinenZündröhre versehen, die nur einen starken Knallgeben. 13) Zündbrändchen, lange, dünne Pa-pierröhrchen, mit einem langsam und weiß brennen-den Satze gefüllt, mit denen man die Fenerwerks-körper anzündet und die in Stucke geschnitten, zutDarstellung von Brillantlichtern aus stehenden Son-nen und größeren Dekorationsstücken dienen-14) Wasserfeuerwerk: Wasserkegel, Wass^schwärmer, Irrlichter, Schnarcher und dgl., welchein der Hand angezündet und dann ins Wasser 8 e "warfen werden, wo sie aus verschiedene Art sort-brennen.