Feuerzeuge
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Fichte
Feuerzeuge von Blech, mit Stahl, Stein, Zun-der und Schweselsaden, sind jetzt durch die verschie-^nen Arten von Zündhölzern (f. d.) ganz außergebrauch gekommen. Außerdem hat man besondersdu Platinafeuerzeuge, die in mehr oder we-dsger eleganter Form, von Glas, Porzellan, lackirtem^lech und dgl. in eigenen Fabriken an mehreren^Orten verfertigt werden. Diese von DöbereinerErfundenen Feuerzeuge beruhen darauf, daß einkeiner Strom Wasserstoffgas auf ein kleines Stück-chen Platinaschwamm geleitet wird; der letztere ent-ölt in seinen Poren viel Sauerstoff und es entstehtdaher beim Zutritt des Wasserstoffgases so starke-evärme, daß der Platinaschwamm glühend wird unddas Gas entzündet. Wir unterlassen die nähere Be-schreibung des Apparats, glauben aber, daß man-chem unserer Leser, die sich desselben bedienen, eineAnleitung, ihn zu füllen, willkommen sein wird.sMenn ein solches Feuerzeug den Dienst versagt, unter-suche rnan zuerst, ob die feine Oeffnung im Mund-nuck vielleicht verstopft ist, indem man dasselbe ab-schraubt und hindurchsieht; ist es ganz oder zum Theilverstopft, so fahre man mit einer Schweinsborstevmdurch, nicht mit einer Nadel, denn diese würdedie Ocffnuüg nach und nach erweitern. Ferner sehellsan nach, ob das Platinaschwämmcheu vielleicht zer-stört ist, in welchem Falle dasselbe erneuert werdenvipß. Auch zündet dieses zuweilen nur deshalb nicht,weites durch L>taub und dgl. verunreinigt ist; indiesem Falle lasse man den Gasstrom darauf gehen,zünde diesen mit einem Papiere an und lasse denschwamm eine Weile ausglühen. Sollte das Zinkverzehrt sein, so muß natürlich ein neues Stück ein-gehängt werden. Wenn jedoch die Säure des Was-sers abgestumpft ist, was man daran erkennt, daßsich, wenn dasselbe den Zink berührt, keine BläschenMehr bilden, so inuß das Feuerzeug neu gefüllt wer-den. Zu dem Ende gieße man das gläserne Gesäß«was über die Hälfte voll Wasser, vermische damitdurch Umrühren mit einem Glasstabe 6—7 Lothgelbe rauchende Schwefelsäure und lasse die Mischung,die sich erwärmt hat, bis zum Erkalten stehen. Hier-auf setze man den Deckel mit dem unten offenenFläschchen, in welchem das Zinkstück hängt, darauf,vfsne den Hahn, indem man den Drücker niederdrückt,msse den letzteren dann wieder los, bis die Flüssig-st durch das sich entwickelnde Gas wieder aus demuläschcheu getrieben ist, und wiederhole dieses Oeff-ven und Schließen des Hahnes noch 3 bis 4 mal,vamit alle atmosphärische Luft aus dem Fläschchenausgetrieben wird. Sollte das Feuerzeug dann noch'.fcht zünden, was gewöhnlich der Fall ist, so ent-zünde man den Gasstrom das erstemal mit einemKennenden Papier. — Diese Feuerzeuge, welche na-chschlich in Berlin, Wien, Gera, Arnstadt rc. ver-ftchigt werden, haben zwar vor anderen manche Vor-We, sind aber doch durch die viel bequemeren Reib-^"bhölzchen ziemlich verdrängt worden; noch mehraver ist dies der Fall mit den chemischen Feuer-^chchgen, die aus einem Fläschchen mit Asbest, deru>lt Schwefelsäure getränkt ist, bestehen, in welchesfi* chu Schweselhvlzchen taucht, an dessen SpitzeIA ein wenig Zündmasse aus chlorsaurem Kali,Achweselblumen, Colophonium, Gummi rc. befin-, Zündhölzchen). Außerdem hat man auchZektrischc Feuerzeuge, die ein Elektrophor enthal-ch uud £,et denen durch Umdrehen eines Hahnes einwktnscher Funke erzeugt wird, der einen Stromwasserstoffgas entzündet. Sie sind aber sehr coni-
plicirt, versagen leicht, schon bei feuchter Lust, denDienst und sind deshalb ganz unpraktisch.
Feuillette, ein ehemaliges und noch jetzt an man-chen Orten gebräuchliches Weinmaß in Frank-reich; s. d.
Fez (ausgespr. F e ß), t ür k i s ch e K a p P en, 8 o n-nets de Turquie, Estamets, sind runde, mehroder weniger hohe Mützen ohne Schirm, meist roth,zuweilen aber auch weiß von Farbe und aus feinerSchafwolle, mit Tram- oder Floretseide gemischt,gewirkt oder gestrickt und dann stark gewalkt, so daßsie sehr dick und dicht sind. Sie sind das Hauptstückder Kopfbedeckung in der Türkei, wo man zuweileneinen weißen Shawl darum wickelt und dadurch einenTurban bildet; jetzt aber trägt man sie meist ohnediesen, was auch in Griechenland geschieht. DieFrauen tragen weiße, zuweilen niit Gold und Silbergestickt, mit Flittern, Perlen und dgl. besetzt undmeist mit Schleiern, Tüchern, Fransen rc. verziert.Bei dem großen Verbrauch dieser Mützen sind sie einwichtiger Artikel für den Handel in der Levante. Siewurden zuerst hauptsächlich in der marokkanischenStadt Fez verfertigt, von welcher sie auch den Namenhaben; jetzt sind die von Tunis und nach diesen dievon Konstantinopel die berühmtesten, und besondersin diesen beiden Städten werden die meisten sabrizirtund in der ganzen Levante versendet. In der neue-ren Zeit aber versertigt man auch sehr viele in denitalienischen Städten, namentlich in Genua, Livornound Neapel, und noch mehr in Frankreich, vorzüg-lich in Marseille, Orleans, Beauce (wo 600 Stricke-rinnen und gegen 2000 Scheerer, Appretirer und
t ärber damit beschäftigt sind), und in der Fabrik vonrotry Latouche in Chatou bei Paris, welche diebesten in Frankreich liefern soll. Die Preise sind hierfür große türkische 84 Franken, für kleinere ägyp-tische 48 Fr. und für die kleinsten 30 Fr. pr. Dtzd.Auch in Oesterreich befinden sich viele Fabriken diesesArtikels, namentlich in Wien, Venedig und haupt-sächlich an einigen Orten in Böhmen. Das Erzeug-niß Oesterreichs beträgt jährlich 336,000 Dutzend imWerthe von IV- Mill. Fl. Im Zollverein verfertigtman sie besonders in Bautzen und Apolda. Die Formder rothen ist einander zienilich gleich und die Ver-schiedenheit liegt meist nur in der Größe; die weißendagegen haben sehr verschiedene Formen, je nach demGeschmacke der orientalischen Frauen und der Modein den verschiedenen Gegenden. Auf mehreren In-seln des Archipels tragen auch die Frauen rotheMützen von bedeutender Größe und mit goldenenTressen und Fransen verziert. — Man verpackt siegewöhnlich in Packeten von Vs Dtzd. mit türkischenoder arabischen Etiketten und in Kisten von 25,50-100 Dtzd.
Fezzan, s. Sahara.
Fiammette nennt man in Frankreich zuweilenden feinen violetten Indigo mit kupferrothem Strich.
Fiascho (Flasche), ein Maß sür Wein undOelin Toscaua.
Fichte, Rothtanne, Harztanne, Pech-baum, Tannensöhre, Pinus Abies, Pinuspicea oder Abies excelsa, ein ansehnlicher, immittlen und nördlichen Europa große Waldungenbildender Nadelholzbaum, der bis zu 3000 Fuß überdem Meere, im südlichen Deutschland noch höher,fortkommt. Er verlangt sogar eine hohe, rauhe Lagemit trockenem, steinigem, etwas Lehm oder Damm-erde enthaltendem Boden, wächst etwa 100 Jahrelang und erreicht eine Höhe von 80—100 Fuß und