Fichtenharz
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l'il de paquet
einen Durchmesser von 2—3 Fuß. Von den anderndeutschen Nadelhölzern unterscheidet er sich durch fastvierseitige, etwaZoll lange Nadeln , welche ein«zeln rings um die Zweige stehen und eine fast wal-zenrunde Form bilden, mit der Zeit aber sich mehrin 2 Reihen theilen, und durch herabhängende, 5—7Zoll lange walzenförmige Samenzapsen, die im Vor-sommer des zweiten Jahres reifen und die Samen-körner ausstreuen. Die mehr oder weniger dunkel-braune Rinde ist in der Jugend glatt, wird aberspäter rissig. Das weiße oder röthliche, feinjährige,zuweilen etwas harzige Holz ist leichter und wenigerfest als das Kiefernholz, verträgt auch die Nässe we-niger, läßt sich aber gut verarbeiten und ist daher imrößten Theile Deutschlands das gebräuchlichste Ban-olz. Plan verarbeitet es zu Balken, Bretern,Schindel», Siebrändern, Fässern, zu Resonanzbödenfür Klaviere und andere Saiteninstrumente, wozues jedem anderen Holze vorgezogen wird, und zuvielen Tischlerarbeiten; auch gibt es gute Masten undSchiffszimmerhol; und wird häufig als Brennholzund zu Kohlen benutzt. Dünne Stämme gebenLatten, Hopfenstangen und dgl., die Rinde und dieZapfen dienen als Gerbematerial, aus den Wurzel-stöcken und aus dem durch Einschnitte gewonnenenHarze wird Pech, Theer und Ruß gebrannt. InSchweden und Rußland benutzt man die Rinde alsDachbedeckung und verfertigt leichte Kähne daraus,und in Böhmen wird aus Fichten- und Tannenriudeund Zapfen ein harziger Extract zum Gerben ver-fertigt, den die Fabrik zu Wittiugau Neu-Katechunennt. Die Lappländer verfertigen aus den langendünnen Nebenwurzeln, die sie in einer Aschenlaugekochen, Stricke und zierliche Körbe, die sie häufignach Schweden absetzen. Die kleinen einzelnen Harz-körner, welche die Ameisen zusammentragen, werdenals wilder Weihrauch gesammelt. Die jungenKnospen, in denen sich die Blätter noch nicht ent-wickelt haben und die viel Harz enthalten, werdenunter dem Namen Turiones Pini in der Medi-zin gebraucht, indem man das Decoct derselben gegenHautkrankheiten und als urintreibendes Mittel an-wendet. Auch wird aus ihnen eine Tinctnr bereitet:Mnctura pini oomposita, zu der noch Gnajak-,Sassafras- und Wachholderholz genommen wird. InNordamerika versertigt man aus den jungen Sprossen 1und Zäpfchen Sprossenbier (Spruce beer),Sprosse II wein (Spruce wine) und Sprossen -es seit z (Spruce essence), ein süßer, terpentinähn«licher Säst, den man mit Bier und Wein versetzt.Aus den Samen läßt sich ein zum Brennen brauch-bares Oel pressen.
Fichtenharz ist die gewöhnliche allgemeine Be-nennung des nicht allein aus den Fichten, sondernauch aus anderen Nadelholzbänmen durch Einschnittein die Rinde oder durch andere Verletzungen der-selben gewonnenen Harzes. Wenn es frisch gesam-melt wird, während es noch flüssig ist, heißt esTerpentin; geschieht dies aber nicht, so erhärtet esam Baume, indem das darin enthaltene ätherischeOel, Terpentinöl, verfliegt und das Harz alleinzurückbleibt. Dieses wird von den Bäumen abge-kratzt und kommt je nach seiner Oualilät, Farbe undUrsprnngsorte unter verschiedenen Namen in denHandel. In Frankreich und auch zuweilen in Deutsch-land nennt man es G alip 0 t. Wenn es geschmolzenund durch Stroh filtrirt wird, um es zu reinigen, wo-durch es eine hellere Farbe erhält, wird es w e i ß e soder gelbes Pech genannt. Wird es mit Wasser
gereinigt, wobei es gewöhnlich 4 — 0 °/ 0 Wasser inBlasen enthält, so heißt es ein weißes Fichten-harz oder auch Blasen harz, ttosina alba s-flava. Es ist ein Gemisch von Sylvin- und Pinin-säure mit Spuren von ätherischem Oele. Burgun-der Pech nennt man das gereinigte weiße oder hell-braune Harz des Lerchenbaumes, das wie Terpentinriecht und schmeckt, und meist aus dem östlichen Frank-reich und aus dem Schweizerkanton Neufchatel inFässern oder in Körben von Lindenrinde in denHandel kommt. Der bei der Destillation des Ter-pentinöls aus dem Terpentin bleibende harzige Rück-stand, den man gewöhnlich mit Wasser zusaminen-rührt, um ihm eine hellere Farbe zu geben, wird ge-kochter Terpentin genannt (s. Terpentin)/und wenn man diesen über Feuer schmilzt, bis,erallen Terpentingeruch verloren hat und alles Wasserdaraus verdunstet ist, erhält man das Eoloph»-nium (s. d.). Das beste weiße Galipot, das mauauch vorzugsweis mit diesem Namen bezeichnet,kommt aus dem südlichen Frankreich und wird vottder Meerkieser gewonnen. In der Provence nenntman es Perrine vierge, die feinste gereinigte SortePijon. — Man braucht das Fichtenharz zu einemzwar sehr langsam trocknenden, aber aus hölzerne»Gefäßen selbst dem kochenden Wasser widerstehendenFirnis, zu verschiedenen Kitten und in der Apothekezu Pflastern. Bei trockner Destillation desselben gehtzuerst ein ätherisches dünnes Oel, das Harzöl, derH a r; g e i st, P i n 0 l i u, welches durch neue Destilla-tion gereinigt werden muß, über, welches als Terpen-tinöl oder Zusatz dazu verwendet wird, auch zur Be-leuchtung dient. Die fortgesetzte Destillation liefertdann nachher ein dickes, grünes Produkt, das sogen-Patentöl, Schmieröl, welches mit Paraffinoder andern fetten Stoffen gemischt, die Schmierseifebildet, die als Wagen - und Maschincnschmiere ver-kauft wird. Aus der Destillation des Fichtenharzesgewinnt man noch das Resinetn, ein gelbes dicketOel, das bei 250° siedet, sich leicht in Alkohol, wenigin Acther und gar nicht in Wasser löst.
Fichu's ist die französische, aber auch in Deutsch"land häufig gebrauchte Benennung kleiner Frauen-halstücher aller Art.
Fido (veralteter Ausdruck), der Kredit, das Ber-i trauen; fidiren, anvertrauen, creditiren.
Fieberklee, s. B i t t e r k l e e.
Fieberrinde, s. Ehinarinde.
Fieberrinde, graue, s. Cascarille.Fieberrinde von Neuandalusien, s. C 0 n 0 hriarinde.
Fieberwurzel wird die rothe Enzianwurzel zü-weilen genannt.
Fierant oder Firant (vom italienischen Pier?,die Messe), nennt man einen Kaufmann, Fabrt-kanten rc., der eine Messe besucht, um Waaren )»verkaufen.
Figures de Chimay heißt eine Art niederlän-discher Spitzen, die besonders in der belgischen Sta°Chimah verfertigt werden.
Figurirte Zeuge sagt man zuweilen für 8 e 'musterte Zeuge.
f ikatinbolz, s. Königsholz.
il ä la Religieuse, s. ßeligieuae.Filatrice nennt man in Frankreich die Floretsechund früher auch eine Art Papeline (s. d.) mKette von Seide und Einschlag von Floretseide.l'il de Paimpont, s. Paimpont.
Fil de paquet, s. Paketgarn.