Fil »EEpreure
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Fil d’Epreuve oder Toile fil d’^preuvenennt man tu Frankreich eine Gattung blau, rothoder mit anderen Farben und weih gestreifter odergewürfelter mitlelfeiner Leinen, die besonders im De-partement der oberen Seine verfertigt und in buch-förmig, in der ganzen Breite gelegten und gepreßtenStücken verkauft werden.
Fil äs Forez heißt in Frankreich ein weißge-bleichtes Leinengarn, das in der Gegend von St.Ouentin verfertigt wird.
Fil äs 8-tZtsrts, f. Sayegarn.
Fii en. grelot, f. Grelot.
Filet nennt man ein mit einer besonderen Nadelund mit der Hand verfertigtes netzartiges GewebeMit weiten Maschen, das oft weiß oder auch bunt mitallerhand Plustern ausgenäht wird und von demman aus diese Art Frauenhalstücher, Tischdecken,Vorhänge und dgl. verfertigt.
Filetnadeln sind 4 —6 Zoll lange, etwas starkeNadeln von Messing, Silber oder festem Holze, diean beiden Enden gabelförmig gespalten sind und aufwelche der Faden beim Filetstricken gewunden wird.
Filialbank, s. Bank.
Filialhandlung , Filialgeschäft, s. Han-delsgesellschaft und Handlung.
Filigran oder Filigranarbeit nennt maneine eigene Art Schmucksachen, die aus ganz feinemSilberdraht außerordentlich mühsam durch Biegen,Winden. Kräuseln, Zusammenlöthen rc. verfertigtwerden und sehr schön und zierlich aussehen. Manverfertigt aus diese Weise allerhand Hals- und Arm-bänder, Diademe, Ohrgehänge, Brochen und ähnlicheGegenstände zu Preisen, welche im Berhältniß zu derArbeit, da Alles mit der Hand gemacht werden muß,sehr billig zu nennen sind. 'Der Hauptsitz dieserFabrikation ist in Italien und namentlich in Genuaund Rom; in Frankreich, England und Deutschlandwerden zwar zuweilen ähnliche Artikel verfertigt, dieaber den italienischen bei weitem nicht gleichkommen.
FlUns heißt eine Art geköperter wollener Sergen,die früher in Frankreich verfertigt wurden.
Filippo, eine frühere Silbermünze in M a i-land.
Filo ad un dente nennt man in Italien einenleichten und locker gewebten Lasst, der AehnlichkeitUNt einem Schleier hat und daher auch zuweilen Velogenannt wird.
Filo d’Angora heißt in Italien und auch inOesterreich das feine Garn von Angorawolle.
Fikoselbe nennt man in Frankreich eine ArtFloretsetde, welche ein Gemisch vom Ausschuß guter^>eide mit der von schlechten Cocons ist.
, Fikotti heißt in Livorno eine Art der größtenKorallen. ,
Filouche oder Fil mich heißt eine Art locker ge- swebter Musseline oder Gaze, meist weiß, aber auchbunten Streifen oder Gittern, der in FrankreichHrf! ^"Ü'nnd, und in Deutschland besonders im säch-mchen Boigtlande verfertigt wird. Man macht auch^Ä^dalstücher, Filusch tücher, davon,plat, s. Plattgarn.
^ilretors, s. Zwirn.
b o'wimafdjtnett für Liköre. Um das Filtriren
j Branntweins für Sprit und Liköre zu beschleu-mgen, da bei dem gewöhnlichen Verfahren entweder,8i>tral nicht klar wird, oder zu viel Alkohol ver-o "" geht, hat man eine Maschine construirt, die aus
botzernen Gesäßen besteht, in deren oberes der zunttrirende Stoff eingegossen wird. Es ist mit einem
doppelten durchlöcherten Boden versehen, auf welchemdie Filzfiltrirdecken ausgebreitet sind. Das untereGefäß, in welches das Filtrat abläuft, ist mit einerLustpumpe in Verbindung gesetzt, welche die Luft fastgänzlich aus jenem herauszieht. Es entsteht dadurchein Luftdruck von oben, welcher den Branntweinschnell durch den Filter treibt. Zugleich entleert dieMaschine das untere Gefäß in eiii Drittes. Diefiltrirten Liköre sind sehr klar und rein. Je nach derGröße der Maschine können in 6—8 Minuten 50 bis200 Maß filtrirt werden. Erfunden ist sie vonO. K r o p f in Rordhauseu.
Filtrirpapiere sind ungeleimte, meist weiße Pa-piere, die rein sein müssen. Die besten kommen ausSchweden, aus Fahluu und Lessebo, deren Güte vondem dortigen reinen Wasser bedingt ist, welchesdeni destillirten fast gleichkommt. Diese Papiere bietendaher keine Stoffe, welche durch Säuren oder sonstigescharfe Substanzen aufgelöst werden und das Filtratwieder verunreinigen. ~
Fiktrirsandstein heißt eine Art weißer Land steinmit feinen sehr locker zusammenhängenden Körnern,so daß Wasser hiudnrchlänft und man ihn zum Fil-triren anwenden kann. Er findet sich besonders inBöhmen. In England hat man zum Filtriren desWassers eigene Filtrirmaschinen, die aus magerm,roth gebranntem Thon bestehen.
Filtrirtrichter nennt man kegelförmige oder auchin ein Rohr auslausende Trichter, in welche man einFiltrum von ungeleimtem Papiere, Leinwand,Filz, Tuch und dgl. legen kaun, um Flüssigkeitendurch dasselbe zu filtriren. Die bekannten gewöhn-lichen Filtrirtrichter zum Kaffee von weißem Blechwerden besonders im sächsischen Erzgebirge verfertigt;i zu chemischen Arbeiten und namentlich zum Filtriren\ von Säuren und dgl. hat man Filtrirtrichter voni Glas, Porzellan, Steingut rc.. welche gewöhnlichl längs der inneren Seite hinab Rippen haben , damit1 das Filtrum sich nicht ganz dicht anlegen kaun, wasdas Durchstießen sehr erschweren würde.
Filusch, s. Filouche.
Filz itennt man eine Art dicken Zeug, der ausdicht zusammen verworrener Wolle oder anderenThierhaaren besteht. Dies geschieht durch Erwärmen,Einweichen, Pressen und Walken, welche Operationman filzen nennt und wodurch sich die Haare der-gestalt in einander verschlingen, daß ein fest zusam-menhängendes , unzerreißbares, und zuweilen sogarwasserdichtes Ganzes entsteht. Mau formt ihn ent-weder in Platten von verschiedener Größe und Dicke,aus denen man dann Pferdedecken, Regenmäntel,Filzsohlen, Unterlagen beim Buchdruck und bei derPapiersabrikation und dgl. versertigt, oder man bildetunmittelbar Hüte, Pfützen, Filzschuhe, Filtrirbeutelund dgl. daraus. Auch verfertigt matt an einigenOrten bunte Fußteppiche von Filz und in neuererZeit bedient man sich auch einer Art dieses Stoffszum Ueberziehen der Hämmerchen in den Pianofortesss. Hammercloth). Aus zerrissenen Wollen-lumpen verfertigt man eine Art Wolle, Lumpen-wolle (s. d.), auch K u n st w o l l e genannt, aus derman an einigen Orten, namentlich in Ruhla beiEisenach «Ziegler und Reiße) durch Verfilzenbunte Teppiche, Pferdedecken, Filzschuhe und dgl. ver-fertigt. Dünner und weicher Fitz, der zu grobenKleidungsstücken verarbeitet werden kaun, wird auchFilztuch genannt; es wurde zuerst in England,jetzt aber auch in Berlin find an einigen anderenOrten in Deutschland versertigt. In China ist die