Filzschuhe
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Finnland
Fabrikation desselben schon seit langer Zeit bekanntund man verfertigt es dort auf sehr verschiedene Art,auch mit künstlichen Blumen.
Filzschuhe werden von den Hutmachern, beson-ders in vielen kleinen Städten verfertigt, sowohl weißals schwarz undfürFrauen auch bunt bedruckt. Ebensoverfertigt man lange und halblange schwarze Filz-stieseln, welche gewöhnlich noch mitdünnem weißemFilz gefüttert sind; ferner Filzsocken, Filz-sohlen mit und ohne Zehenkappen zum Einlegen inSchuhe und Stiefeln, ebenfalls von dünnem Filz.Diese Artikel werden von den Berfertigern, die Filz-schuhe mit und ohne aufgenähte Filzsohlen, aus dieMessen und Jahrmärkte gebracht.
Fimeswein, s. Vin de fimes.
Fimm, in Stettin 100 Bund Deckstroh.
Fimmel, s. Hans.
Finastro heißt eine Art geringer Ardassinseideaus Persien und Kleinasien.
Finette nennt man in Frankreich eine Art Serge,die besonders zu Kleidungen der Ordensgeistlichenverwendet wird; auch eine Art seinen Flanell.
Fingcrhüte, die bekannten kleinen Kapseln mitkleinen Grübchen, zur Bedeckung einer Fingerspitzebeim Nähen, um die Nähnadel durch das Zeugdrücken zu können, ohne sich zu verletzen. Diemeisten verfertigt man von Messing und Eisen inden Fabriken, welche kleine Artikel aus diesen Me-tallen liefern, in Aachen, Jserlohn, Alten«, Köln,Steher, Wien, Gablonz, Nürnberg rc. Die eisernen,welche oben keinen Boden haben und nur einenbreiten Ring bilden, und deren sich besonders dieSchneider bedienen, werden auch Nähr in ge oderStepp ringe genannt. Zierlichere Fingerhüte fürDamen verfertigt man von Gold, Silber, Neusilber,Elsenbein, Knochen, Porzellan rc.; den silbernen gibtman zuweilen einen Boden von Achat oder einenandern Halbedelstein, der sich in keinem Fall durch-sticht, was bei den metallenen oft geschieht.
Fingerhutkraut, Herba Digitalis pur-pur eae, die Blatter des im südlichen und mittlenEuropa auf sonnigen Anhöhen wild wachsenden undauch häufig in Gärten gezogenen ro then Finger-huts, mit schönen glockenförmigen, röthlichen, in-wendig dunkelroth und braun gefleckten Blumen.Die ziemlich großen, länglichten, spitzigen, gekerbten,oben braun grünen, unten weißlichen Blätter, werdennur von der wildwachsenden Pflanze gesammelt undgetrocknet in den Handel gebracht; sie haben frischeinen widrigen Geruch, schmecken getrocknet unange-nehm bitter und verursachen im Munde und Magenein heftiges und gefährliches Kratzen. Man verwen-det sie in der Medizin gegen die fallende Sucht,Skropheln, Wassersucht und mehrere andere Krank-heiten; auch wird ein Exrract von grüner Farbe,dritter Consisteuz davon bereitet, wie Salbe, Tinkturund ein Essig; letzterer von röthlicher Farbe. DiePflanze enthält ein starkes, narkotisches Gift, dasunter dem Namen Digitalin, eine gelblich weißekrhstallinische, sehr bittere und gistige Masse, als einbesonderer Stoff daraus gezogen wird. Auch enthältdie Pflanze noch die Digitaleinsäure, welche ingrünen, sternförmig gelagerten Nadeln krystallisirt,und das D i g i t a s o l i n, eine gelblich weiße amorpheMaße. Die Digitaleinsäure gibt gelbe oder grünlichgelbe Salze. Verschieden davon ist die gleichfalls indieser Pflanze vorkommende Digitalsäure, welchein farblosen, sauren Nadeln krystallisirt, deren Lösungsich durch Licht und Wärme leicht färbt.
Fingerkraut,, s. P o t e n t i l l e.
Fingirte Münzen, s. Rechnungsmünzen.Fingirte Rechnung , s. Rechnung.
Finkensame, s. Leindotter.
Finkenwein heißt einsehrguter weißer Wein, derin der Gegend von Molsheim im unteren Elsaß erbautund zu den Rheinweinen zweiter Klasse gezählt wird.
Finnland (finnisch: Suomaa, Sumpfland),früher zu Schweden gehörig, ist ein dem russischenReiche unirtes, nicht incorporirtes GroßfnrsteuthuM,niit einer eigenen, abgesonderten Constitution undRepräsentativverfassung, besondern Gesetzen rc., undgrenzt westlich an Schweden und den bottnischenMeerbusen, nördlich an Norwegen, östlich an dierussischen Gouvernements Archangel und Petrosa-wodsk, südlich an das Gouvernement Petersburgund den finnischen Meerbusen. Sein Flächeninhaltbeträgt 6870 sZ Meilen mit 1,725,000 Einw., meistFinnen, außerdem Schweden und Russen welchemeist in den Städten, besonders des östlichen Theiles,leben, und im Norden meist nomadisirende Lappen.Das Land ist größtentheils bergig, hat aber keineeigentlichen Bergketten, sondern nur zahlreiche zer-streute Felfenmassen, die jedoch nicht über 8600 Fußhoch sind. Es hat viel Flüsse, die eine Menge Seenbilden, welche meist unter sich zusammenhängen undden dritten Theil des Bodens bedecken. Auch gibtes sehr viele Moräste. Unter den Flüssen, welchesämmtlich wegen der vielen Felsenblöcke und Wasser-fälle wenig oder gar nicht beschifft werden können,find die bedeutendsten der Woxen oder Wo kfchu,welcher den 30 Meilen langen Saimasee bildetund in den der, die südöstliche Landesgrenze bildendenLadogasee fließt; der Kymmene bildet die SeenPaijäne und Pew ender und fließt in den finni-schen Meerbusen; der Kemi, der Uleä mit demgleichnamigen See und der Torneä, welcher dieGrenze gegen Schweden bildet, fließen ebenfalls inden bottnischen Meerbusen. Außer den genannten>L>een find noch zu bemerken: der Oro w esi und derR e s s i im südlichen Theile und der E n a r a ganz imNorden. Das Klima ist ziemlich rauh, au den Küstenjedoch milder. Der Bodtn ist im südlichen Theilezum Ackerbau geeignet und sehr ergiebig; auch gibtes bedeutende Waldungen, welche gutes Schiffsbau-holz liefern. Die Hauptbeschäftigungen der Ein-wohner sind Ackerbau, Viehzucht und Fischfang;die Urbarmachung der Moraste wird in neuerer Zeitmit großem Eifer betrieben. Außer Getreide wirdim Innern auch Flachs gebaut; im Norden gibt esRennthiere. Die Finnen sind auch tüchtige Seeleuteund die besten Matrosen der russischen Marine undder Handelsschiffe. Die Wälder enthalten viel Wild:Bären, Wölfe, Luchse, Vielfraße, Füchse und mehrereandere Pelzthiere. Bon Mineralien findet sich be-sonders Eisen, zu dessen Gewinnung in der neuerenZeit mehrere Werke angelegt worden sind, ferneretwas Kupfer und Blei; auch gibt es bedeutendeSteinbrüche, aber kein Salz. Fabriken gibt es nurwenige in den größeren Städten, dagegen ist derHandel Finnlands im blühendsten Zustande, nament-lich findet eine bedeutende Ausfuhr von Bretern statt-
Die Hauptartikel des finnischen Ausfuhr*Handels sind außerdem: Alle Arten Balken, Pd*tasche, Theer, Hornvieh, Butter, Felle, Fische, Lein-wand und baumwollne Zeuge, welche in gwß erMenge nach Rußland und den ausländischen Häfenverschickt werden. Die Einfuhrartikel sind'Salz, welches größtentheils aus Spanien kommt-