Finnland
475
Fixant
Metalle, Tabak, Wein, Kaffee, Thee und pharma-ceutische Waaren. In der Regel übersteigt der Werthder aus Finnland versandten Waaren den der ein-gebrachten, so.daß die Handelsbilanz für Finnlandeine sehr Vortheilhafte ist. — Die finnischen Kauf-luannsschiffe sind in allen europäischen Häfen be-kannt. Im Jahre 1861 besaß Finnland 471 Han-delsschiffe mit 58,682 Last. Im Jahr 1851 wurdevon der russisch-amerikanischen Compagnie und der inAbo zusammengetretenen Gesellschaft zur Betreibungdes Wallfischfanges im stillen Ozean eine russisch-finnische Wallfischfangcompagnie mit einem Kapitalvon 200,000 Rubel in 200 Actien gegründet; dieLegierung unterstützte sie mit60,000Rub., wogegendie Gesellschaft verpflichtet ist, wenigstens 4 Schiffea 200 Last zum Wallfischfange auszurüsten. Finn-kand hat eine eigene Finanzverwaltung, auch besitztss außer der Staatsbank, eine im Jahre 1862Ms Leben getretene Privatbank ,,FöreningsbankFinnland" mit Namen, und einen Hypo-thek env er ein, der das ganze Großsiirstenthumvmfaßt und dessen Obligationen meistens auf 5000,1000 und 500 Mark lauten. — Seit einigen Jahrentfi eine Zollgrenze zwischen Finnland und RußlandZesetzlich festgestellt, und es sind Ein - und Ausfuhrw beiden Ländern bestimmten Tarifen unterworfen.Die wichtigsten Städte sind folgende: Helsing-Ivrs, Hauptstadt der Provinz (s. d.). — Die ehe-malige Hauptstadt des Landes und noch jetzt diebedeutendste Handelsstadt ist Abo (s. d.). —Björnebvrg, Hafenstadt mit 6500 Einw., starkerHolzhandel. — Tamm erfors, an einem See,bedeutendste Manufakturstadt Finnlands, mit3300 Einw., wichtige Leinwand-,. Baumwollen-waaren-, Papier- und Eisenwaarenfabriken. —U l e a b o r g, am Ausflusse desUlea in den bottnischenMeerbusen, mit 6300 Einw., Hafen und Schiffs-werften. — Was«, 4500 Einw., Seehandel. —Wiborg (f. d.). — Friedrichsham am finni-schen Meerbusen, 4000 Einw., dabei der befestigteHafen R o t h s ch e n s a I m i mit 1000 Einw., großenMagazinen und Kasernen.— Torneä aus einerPinsel in der Mündung des gleichnamigen Flussesm der nördlichsten Spitze des bottnischen Meerbusens,mit 800 Einw., Hasen und Handel mit Bretern,«.Heer, Rennthierfellen und Fischen. — Zu Finn-wtb gehören die am Eingänge des bottnischen Meer-vusens liegenden Alandsinseln, eine Gruppe°vn mehr als 80 felsigen, unfruchtbaren und wenigewaldeten Inseln und Klippen, auf denen 15,000Achweden eingewauderte Einw. hauptsächlich°n Schifffahrt und Fischfang leben. Die größte>tnsel, Aland oder Barmosund, ist 5 Meilen^»g und breit und hat 10,000 Einw.
- Ar c ch n u n g s a r t und Münzen. Durchi^Manifest vom 4. April 1860 ist eine neue Münze" Finnland eingeführt worden, die den Namenlivi finnisch: „Marka" führt und sich inein "Penni" theilt. Vier Mark find gleich, nach dem jetzt geltenden Münzgesetze aus-ein-^n Silberrubel, es gehen also 52 Slück aufgg^Mark feines Silber. Eine am 11. December1 » ,.^k"fiene Verordnung bestimmt, daß vomnj V u “ 1863 an alle öffentlichen Rechnungen nichtfühl! ,n Rubeln, sondern in Mark und Penni ge-sollen. Die Vorliebe des Publikumsder? & ?cue Münze ist so groß, daß im Privat-• ^°n jetzt häufig nach ihr gerechnet wird.ch einer früheren Verordnung (Juni 1860) über
die Prägung des neuen Geldes sollen Ein- undZwei-Markstücke zum vollen Nennwerthe, und zwaraus einer Mischung von 82Va Theilen feinen Sil-bers und 12% Theilen Kupfers, sowie Scheide-münze aus 72 Theilen feinen Silbers und 24 Thei-len Kupfer bestehend, geprägt werden; außerdemwurde dadurch noch die Prägung von Kupfermünzenbis zu 20 Penni per Stück angeordnet. — Wegender noch zum Nominalwerth im Lande gesetzlich cour-sirenden russischen Papiermüuze, hat die Festsetzungder metallischen Valuta, als einzigem legalen Zah-lungsmittel noch nicht durchgeführt werden können.
Staatspapiere. Die finnische Staatsschuldist wegen der darauf basirenden Werthpapiere fürden Verkehr im Allgemeinen von großer Wichtigkeit.Wie bekannt, sind die Finanzen Finnlands als einesbesonderen Staates, stets von denen Rußlands ge-trennt gehalten worden. Bis zum Jahre 1840war Finnland gänzlich ohne Staatsschulden, underst im Jahre 1840 und 1841 wurden die ersten auf900, 300 und 100 R. S. lautenden Obligationen,die 4"/» Zins auf Zins trugen, und drei Tage nachKündigung seitens des Inhabers von der Bank ein-gelöst werden mußten, im Betrage von nur 700,000R. S. ausgegeben. Die zweite Schuld entstand durchdie Ausgabe von 600,000 R. S. in Schuldscheinenvon 50 R. S. und wurde mit 3% % verzinst. Diedritte Schuld ist eine Folge der Kriegskosten in 1854und 1855, die zunächst alle Ersparnisse Finnlands imBetrage von ca. 2 Millionen R. S. absorbirte; in-deß mußte, da diese noch nicht genügten, zu einerEmission von Staatsschuldscheiuen im Betrage von650,000 R. S. geschritten werden, und, als dieseauch noch nicht hinreichten, um die Kriegskosten zudecken, schritt man zu einer neuen Ausgabe von1,200,000 R. S. in 3% % Zinsen tragenden Schei-nen, sowie außerdem noch zu einer Anleihe bei derPetersburger Commerzbapk von 2,500,000 R. S.welche letztere indeß znm Theil zur Erbauung deswichtigen Saima-Kanals verwandt wurde, der 3%Millionen R. S. kostet. Die jetzt folgende fünftevierprocentige Schuld von 5,000,000 R. S. wurde1859 in Rußland zur Rückerstattung des Vorschussesder Petersburger Commerzbauk, sowie zum Zweckedes Baues einer Eisenbahn aufgenommen. Vondieser Anleihe sind bis jetzt 4,000,000 R. S. emit-tirt; der Rest wird 1860 und 1864 in Umlauf gesetztwerden. Am Schluß des Jahres 1861 belief sich diegesammte finnländische Staatsschuld, die Abzahlun-gen abgerechnet, auf 6,145,041 R. von denenca. 2% Millionen jeden Augenblick kündbar waren.Um diesen letzten Betrag nun in unkündbares Papierzu convertiren, sowie auch noch zu andern Zwecken,wurde am 11. November 1862 die sechste Staats-schuld, und mit dieser die erste auswärtige desGroß-fürstenthums in Form einer Anleihe von 4,400,060Thaler bei M. v. Rothschild & Söhne in Frank-furt a. M. abgeschlossen. Der Zinsfuß derselben ist4V- % und lauten die Obligationen auf 1000, 500,200 und 100 Thaler.
Maße und Gewichte in Finnland sind nochdie vor der letzten Abänderung in Schweden gülti-gen; nur in dem Wegcmaß wechselt der russischeWerst mit der alten schwedischen Meile ab.
Fin trait ist eine Art französisches Segeltuch, dasin und um Abbeville verfertigt wird. p
Fior di Francia nennt man in Italien fran-zösische brochirte Atlasse.
Firant, s. Fierant.