Flachsdotter
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Flagge
meisten wird in der ehemaligen Normandie undBretagne erbaut. In Nordamerika hat derFlachsbau in der neueren Zeit ebenfalls große Fort-schritte gemacht. — Der ägyptische Flachs ist röth-lich von Farbe und ungewöhnlich — 8 bis 4 Fuß —lang, aber meist sehr stark, so daß er nur zu ordi-nairer Leinwand brauchbar ist. Die beste Sorte istder Alexandriner, Ben Suaid genannt, wel-cher dem Rigaer Rackitzer gleich geachtet wird; etwasgeringer und stärker ist der Sqninante, dannfolgen der Forsette und Olepp und die grobenSorten A f i u m e und M a n o u f. In Italien nenntman die beiden ersteren Sorten Lino di Levanterosa fme, die mittleren Rosoni und die beiden ordi-nairen Seinria. Man sendet viel nach Livorno undMarseille; das Uebrige nach den türkischen Provinzen.— Ueber Neuseeländischen Flachs s. Flachs-lilie. — Als eine besonders fein zubereitete Sorteist noch der sogenannte Oelflachs zu erwähnen, wel-cher auf sehr feinen Hecheln zertheilt, dann in sehrdünnen Strängen durch die mit einer Mischung vonOel, Talg und Wasser befeuchtete Hand gezogen unddann nochmal durch die feinste Hechel gereinigt wird.
Flachsdotter, s. Leindotter.
Flachsgarn, s. Leinengarn.
Flachslilie, Phormium tenax, eine auf Neu-seeland und anderen Südseeinseln wachsende peren-nirende Pflanze, deren Anbau man auch an einigenOrten in England, Frankreich rc., jedoch ohne loh-nenden Erfolg, versucht hat. Sie treibt aus denKnollen einen mannshohen Stengel mit mehrereneben so langen und 4 Zoll breiten Blättern, welchesehr feste Längsfasern haben, die man in der Querenicht zerreißen, aber leicht in der Länge spalten kann.Getrocknet sind sie glänzend strohgelb, werden aberdurch die Zubereitung silberweiß und seidenartig.Eine 3 Jahr alte Pflanze hat gegen 30 Stamm-blätter, ohne die Seitenschößlinge; 6 derselben geben2 Loth ganz gereinigte Fasern, so daß man auf jedePflanze gegen 12 Loth Flachs rechnen kann. Manschneidet dre Blätter grün ab, was in Neuseelandjährlich 3mal geschehen kann, weicht sie einige Tagein Wasser und zieht sie dann unter schweren Walzendurch. Diese Fasern geben den n eu se el ändi s ch enFlachs oder Hanf, auch Silberhanf, ameri-kanischer Hanf, genannt. In den Gebirgen Süd-amerikas und Ostindiens hat man schon seit langerZeit starke Seile zu Brücken und dgl. daraus ver-fertigt, und in neuerer Zeit hat man ihn auch inEngland und Frankreich besonders zu Schissstauenverarbeitet, welche ohne getheert zu werden, im Wassernicht verderben, viel fester sind als Hanftaue undwozu 400 Kilogramme neuseeländischer Flachs ebenso viel Dienste leisten als 2000 Kilogr. Hanf; auchist er wohlfeiler als der Hanf. Die Neuseeländerversertigen nach einer rohen Zubereitung brauneMatten daraus. In Deutschland verarbeitet manihn ebenfalls zu Gurten, Klingelzügen, Seilerwaaren,und in Verbindung mit anderen Faserstoffen, selbst zuschönen glänzenden Geweben. Er wird übrigenshäufig mit dem von einer ganz anderen Pflanzekommenden Manillahaus (s. d.) verwechselt, mitdem er auch viel Aehnlichkeit hat.
Fladerholz ist s. v. a. gemasertes Holz oder Maser.
Flächenmaße sind diejenigen Maße, nach denendie Größe einer Fläche bestimmt wird und die beson-ders znm Ausmessen von Feldern u. a. Landstrecken(daher auch Feldmaße genannt), aber auch klei-nerer Oberflächen gebraucht werden. Die Einheit
derselben ist in der Regel ein Quadrat, z. B. Quad-ratsuß,Quadratruthe, Quadratmeile (s.Qua brat),zuweilen aber auch eine andere Fläche, deren Größejedoch nach Quadratsuß oder Qnadratrnthen bestimmtist, wie Hufe, Morgen, Tagwerk u. dgl.
Flämisch oder vlämisch, eigentlich slamän-disch, nannte man eine alte, aus Flandern stani-mende Rechnungswährung oder Valuta,' die sichfrüher über die ganzen Niederlande verbreitet hatteund auch in Hamburg bei mehreren Waarenpreisenangewendet wurde. Jetzt ist sie fast gänzlich abg^schafft, nur dicZuckerpreise werden in Hamburg »ochznm Theil in derselben notirt (s. Hamburg). DasPfund vlämisch hatte 20 Schillinge ä 12 Pfennigeoder Groot vlämisch und in Holland waren 40Pfen»>— 1 Gulden, in Hamburg 32 Pf. = 1 Mark Banco.
Flämische Leinwand , vlämische Linnen,Flamski Polotno, nennt man in Rußland eineGattung dicht gewebte, feste, ungebleichte Leinen,welche in den südlichen Theilen des Landes verfertigtund besonders über die nördlichen Häfen nach Holland,England, Nordamerika rc. ausgeführt werden. DieStücke sind meist 50 Arschinen lang und IV- 2fr'schinen breit, doch hat man sie auch von 57 A. Längeund 1% A. Breite. In Hamburg, Bremen undAmsterdam werden sie Blaamsch Linnen, inEngland Flems genannt.
Flämische Messer oder flandrische Messer,eine Art lange, starke Messer mit messingener Zwingeam Hefte, welche in der belgischen Provinz Lüttich?der preußischen Rheinprovinz, Westphalen und auchin England verfertigt werden und in großer Mengenach der westlichen Küste von Afrika gehen, wo sieden Eingeborenen als Dolche dienen.
Flagge nennt man eine meist viereckige, 18 —13Ellen lange und 12 Ellen breite Fahne von dünnemwollenen Zeuge, die entweder an einer besondere»Stange, dem Flagge »stocke, aus dem Hintcrtbefleines Seeschiffes neben der großen Laterne, oder auchauf einem Mäste aufgesteckt wird und bestimmt %theils die Nation zu bezeichnen, welcher das Schiffangehört, theils verschiedene Signale damit zu gebe»-Nur die Dänen und Schweden führen zuweilen ei»eFlagge mit 2 oder auch mit 3 Spitzen. Eine zweckef kleinere Flagge, Gruß oder G ö s ch g e n genannt,führen alle Schiffe auf dem Bugspriet und auf de»übrigen Masten meist lange schmale Fahnen, welcheWimpel heißen. Jede seefahrende Nation hat eiMbestimmte Flagge angenommen, die indessen, jedochin der Regel mit Beibehaltung gewisser National'färben, meist für die Kriegsschiffe und Handelsschiffeverschieden ist. Zuweilen haben auch einzelne Ps§'vinzen eines Landes und selbst einzelne Seestädte ei«ebesondere Flagge. Außerdem hat jedes Schiffeine Menge kleiner Flaggen, theils um Signale 1»*mit zu geben, theils um bei festlichen Gelegenheit»seine Masten und Haupttaue damit zu schmücke»,man sagt dann das Schiff flaggt. Bei den Kriegs'flotten hat jeder Admiral oder Commandant ein"besonderen Schiffsabtheilnng seine eigene Flagge,die er aus dem großen Mäste des Schiffes, aus d"»er sich befindet, aufziehen läßt. Wenn dieNat.ls'nal- oder Kampanjeflagge aufgezogen wird,nennt man dies die Flagge aufhissen', dasGege»ftheil heißt die Flagge streichen; das letztere gfsschieht theils zum Zeichen, daß ein Schiff >» ein"Seetreffen sich ergeben will, theils als Ehrenbezeigungvon Schiffen niedrigeren Ranges gegen höhere »»zuweilen auch, besonders früher, von Schiffe» e!»e