Flaschrnsuttrr
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Fleisch
andere Art, zum Theil mit Weidenruthen oder Schilfüberflochten, die man besonders auf den Schiffengebraucht, werden in Frankreich und England undauch in Deutschland Dames Jeannes und JDemijohnsgenannt. Medizinslaschen sind von verschie-dener Größe, die nach dem Gewicht des Inhalts be-zeichnet wird, meist von dünnem grünem Glase,cylindrisch mit kurzem Halse, die kleineren auch kugel-förmig mit langem Halse; oft aber bedient man sichdazu auch cvlindrischer Flaschen von starkem weißemGlase. Zu den Taschenapotheken der homöopathischenAerzte werden ganz kleine weiße Fläschchen verfertigt.Die Parsümeriesabriken brauchen meist starke weißeFläschchen von der verschiedensten Form, die sie oftbesonders anfertigen und mit erhabenem Namen,Wappen und dgl. versehen lassen. — ThönerneFlaschen von besonders fester Thonmasse, meist mitHenkeln, werden hauptsächlich zur Aufbewahrungdes Biers und zur Versendung von Mineralwässerngebraucht, und zu dem letzteren Zweck verfertigt mansie auch ohne Henkel, viereckig rc. Sie halten in derRegel ohngefähr 1 Berl. Quart und man hat sieauch von der halben Größe. Sie werden vonTöpfereien an Orten, in deren Nähe sich die dazugeeignete Thonart findet, die Mineralwasserflaschenmeist in der Nähe der Mineralquellen verfertigt. —In kupfernen Flaschen werden manche, besondersin Italien versertigte ätherische Oele versandt.
Flaschenfutter nennt man Kistchen, meist vonpolirtem Holz, inwendig mit Fächern, die mit Tuch,Leder und dgl. ausgefüttert sind und in die starkeFlaschen von weißem Glase passen, in denen manWein oder Likör auf weiten Reisen mitnehmen kann.Zuweilen sind sie auch so eingerichtet, daß ein odermehrere Trinkgläser darin Platz finden. Sie werdenin vielen großen Städten, in Berlin, Wien, Augs-burg, Paris rc. verfertigt und sind besonders in denSeestädten und in den außereuropäischen Ländern,wo man sich für weite Reisen mit allen Bedürfnissenversehen muß, ein häufig gebrauchter Artikel.
Flaschenkürbis, s. Kürbis.
Flau sagt man in der kaufmännischen Spracheoft für: ohne Absatz, ohne Nachfrage, ausgebotcn rc.Man bedient sich dann des Ausdrucks: „es geht flaumit einer Waare," oder: „die Preise sind flau,"d. h. sie neigen sich zum Fallen. Der Ausdruckflauen ist nicht zu empfehlen.
Flaumen oder Flaumfedern, s. Federn.
Flaveanwasserstoffs äure, Cyanschwefel-wasserstosfsäure entsteht, wenn Cyangas undSchwefelwasserstofsgas in Verbindung zusammen inAlkohol geleitet, oder über Quecksilber aufge-fangen werden. Es bilden sich gelbe Krystall-nadeln, die sich in Wasser und Alkohol leicht lösen,stechend schmecken und sehr bitter sind. Sie wirdverwendet, um edle Metalllösungen zu fällen. DieFlaveanmetalle zersetzen sich sehr leicht.
Flavedo Corticum Aurantiorum, s. Po-meranzenschalen.
Flaveguisitin, s. Schachtelhalm.
Flavette oder Lingette heißt eine Art dünnerfranzösischer Serge.
Flavinschwefelsaure, s. Indigo.
Flechten, l-iollonos, heißt eine Classe derkryptogamischen Gewächse, die meist aus einem dün-nen leder-, rinden- oder laubartigen Körper bestehenund aus trocknen Steinen und Felsen, altem Ge-mäuer und Holzwerk, Baumstämmen, dürrem Erd-boden rc. wachsen. Mehrere derselben werden als
Färbematerial benutzt, besonders zur Bereitung derOrseille und des Lackmus (s. beides); die is-ländische Flechte, gewöhnlich isländischesMoos (s. d.) genannt, ist ein Arzneimittel und dientin ihrem Vaterlande auch zuweilen zur Nahrung,und manche Flechten geben ein Surrogat des Gum-mis , besonders zur Weberschlichte.
Flechtenblau wird zuweilen das Lackmus ge-nannt.
Flechten?oralle, s. Korallenmoos.
Flechtenstärkmeßl oder Lichenin ist das ausmehreren Flechtenarten, besonders dem isländischenMoos, gewonnene Satzmehl, welches dem Decoctderselben die Eigenschaft ertheilt, beim Erkalten eineArt Gallerte zu bilden. Es ist außerordentlich nahr-haft und kann zur Brodbereitung, sowie zur Verfer-tigung der in Rußland schon seit langer Zeit bekann-ten Moos- oder Lichenchokolade benutzt werden.
Flechtrohr nennt man das gespaltene und zurVerfertigung von Flechtwerk zubereitete Stuhlrohr.
Fleckbücklinge, s. H e ri n g e.
Fleckkugeln , F l e ck t a f e l n nennt man verschie-dene Compositionen, die zum Vertilgen von Fleckenbestimmt und zu Kugeln oder kleinen Täfelchen ge-formt sind. Obgleich die Verfertiger oft behaupten,daß alle möglichen Flecken damit vertilgt werdenkönnen, so ist dies doch ganz ungegrüudct, da dieverschiedenen Arten von Flecken auch verschiedeneMittel zu ihrer Entfernung erfordern. Gegen Fett-flecken bestehen die Fleckkugeln hauptsächlich ausWalkererde (s. d.), welche die Eigenschaft hat, dasFett einzusaugen, besonders wenn zugleich Wärmedabei angewendet wird, die das Fett flüssig macht-Auf Seidenzeuge sind besonders Fleckkugeln anzu-wenden, die aus gleichen Theilen sein gepulverterZiegelerde und römischen Bolus bestehen, welche M"Spiritus zu einem Teige geknetet worden. Die so-genannten Chaptalfchen Fleckkugeln wer-den verfertigt, indem man 8 Loth weiße Seife M>tder nöthigen Menge Spiritus zu einem dünnenBrei zusammenrührt, 4—6 Eidotter und etwa"Terpentinöl hinzufügt und es dann mit so viel Wm-kererde als nöthig ist, zu einem Teige macht, a»sdem man Kugeln formt. Eine andere Art bestehtaus V 2 Pfd. venetianischer Seife, 6 Loth Spickt1 Loth Ochsengalle und etwas Citronensaft.
Fleckleder nennt man ganz dickes Rindsledck,aus welchem die Stiefelabsätze oder Flecke geinEwerden.
f leckwasser, s. Benzin.
leecjr Hosiery, s. {ßelgseug. .
Fleisch , besonders von Rindern und Schwelnemist im gesalzenen (gepökelten) und geräucherten p?'stände ein wichtiger Handelsartikel, namentlich
Seestädten, da es in bedeutenden Quantitäten »ue
Berproviantirung der Schiffe gebraucht wird. J-,wird in allen den Ländern bereitet, in denen cRindvieh- und Schweinezucht in großer Ausdehnt« »betrieben wird, namentlich in Ungarn, Galizien, reMoldau und Wallachei, Holstein, Jütland, 'land, Holland, Irland, in mehreren Gegenden 9l° l .amerikas, besonders im Mississippithale, undBrasilien. Auch Hammelfleisch wird zuweilen, wzüglich in Irland, gepökelt und auf diese Weiss enutzt. Indem wir auf die Artikel Pökelfletiw'Rauchfleisch, Schinken, Speck rc. verwest ,erwähnen wir hier nur noch, daß auch frischeshäufig zur Aufbewahrung und weiten ^ersenozubereitet wird, indem man es in verschlosst«