Flinten
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Florentinerlack
Flinten, s. Waffen.
Flintenkugekn, f. Schrot.
Flintensteine, s. Feuersteine.
, v'lintglas nennt man ein sehr dichtes, durch-sichtiges Glas, das das stärkste Lichtbrechungsvcr-^ögen besitzt und besonders zur Verfertigung achro-matischer Objectivgläser in Fernrohren gebrauchtwird (f. Ferngläser). Der Engländer Dollondbenutzte es zuerst dazu und es wurde lange Zeit nurm England verfertigt, bis es von FrauenhoferM München nachgeahmt wurde, der in der Verser-«gung desselben die Engländer noch übertrifft, indemm dessen Anstalt die größten und schönsten achro-matischen Gläser in der Welt verfertigt werden. Esbesteht hauptsächlich aus weißem Sande, Mennige,mlzinirter Potasche und Salpeter, nebst einem kleinenZusatz von Manganoxyd, weißem Arsenik oder«chwefelantimon.
„ Flittergold, Knistergold, Rauschgold,s-uggold oder Lahngold sind ganz dünne Blättervon Messing, das zwischen Leder geschlagen und vonAmen Flitrergoldschlägern, zuweilen auch auf den-biessingwerken verfertigt wird. Man verwendet esD gllerhand unächtem Schmuck, Verzierungen und^pielwerk und sabrizirt es besonders in NürnbergM Blättern von 30 Zoll Länge, 7 Zoll Breite undberschiedener Stärke, von denen 15 eine Karte heißen.
Flittern, Flinkern oder Pailletten, kleineMüde, zuweilen auch anders geformte Scheibchenvon Messing, Tomback, weißem oder vergoldetem«tlber, daher man ächte und unächte unterscheidet.^ie runden sind ein breitgeschlageiies DrahtriugelchenUnd haben in der Mitte ein Loch, durch welches sieangenäht werden. Die anders geformten stellenkleine Blätter, Blumen, Sterne, Sonnen und dgl.dar und werden mit einem Stempel aus dünnemBleche oder Folie geschlagen, weshalb man sie auchFolieflittern nennt. Beide Arten werden beson-ders in Nürnberg verfertigt, die letzteren auch vonden Foliefabriken in anderen Städten. Man benutztV Zu Stickereien, Hochzeit- und Todtenkränzen,^beawr-^und Maskeradenschmuck, Kirchenornaten
^ Flittersand nennt man Streusand, der mit^lmimertheilchen vermischt ist.
Flittersilber wird wie das Flittergold aus ächtemunächtem Silber geschlagen und ebenso wieverwendet.
.. Flixcourts heißt eine Art französischer Leinen,^^besvnders in der Gegend von Amiens verfertigt
Hsocken, f. Wolle.
^ Flockenleinwand oder FockenleinwandMan zuweilen die ganz ordinaire, aus Werg-garn verfertigte Packleinwand oder Barras (s. d.).tz,Fbvckenroth nennt man theils die rothe Farbe,aus der Scheerwolle des Scharlachtnchs ge-wird, theils auch ganz kurze, rothgefärbte Zie-
^.^vckcntuch nannte man früher ein starkes, grobesdas aus den Wollabgängen bei der SpinnereiF""gt wurde.
Flockseide, s. Seide.
x "^hsamen oder Flöhkrantsamen, SeinenJens sckd die kleinen, glatten, länglichen, glän-j_ tn > dunkelbraunen Samenkörner des Flöh-k-ij 1 e 8 , Plantago Psyllium, eine Pflanze von pigi,?/' Mit kopssönnigen Aehren, die besonders im"chen Frankreich und Italien wächst. Wegen des
in der Schale enthaltenen Schleimes, der sich imWasser aufweicht, wird er in der Medizin als erwei-chendes, einhüllendes und heilendes Mittel äußerlichund bei Augenentzündnngen angewendet und zudiesem Zweck auch zuweilen die davon bereitete schlei-mige Flüssigkeit, Mucilago Seminis Psyllii, in denApotheken gesührt. Ferner benutzt man ihn in denSeidensabriken und Seidenfärbereien zum Appre»tiren der Zeuge und Strümpfe, besonders von dunklerFarbe, welche davon nicht so leicht brechen, als vonder Appretur mit Gummi; desgleichen zum Steifender Hüte, der Wäsche rc. Auch von einigen anderenArten Plantago oderWegtritt wird er gesammelt.Man bezieht ihn besonders von Cette in Ballen von2 Ctr.
Flöten, s. Instrumente, musikalische.
Flor oder F l o h r nennt man ein leichtes, dünnes,lockeres, silberartiges Gewebe, meist ganz von Seide,zuweilen auch mit Baumwolle gemischt, oder ausBaumwolle, Leinen oder Wolle. Er wird auf sehrverschiedene Art und in allen Farben, glatt, gestreift,gemustert, broschirt rc. verfertigt, auch zuweilen ge-stickt rc. Man bedient sich übrigens öfter des NamensGaze sf. d.) dafür, welche nichts anderes ist, als derfrüher so genannte Flor; den baumwollenen undwollenen nennt man auch lockeren Musselin.Der schwarze wird jedoch noch häufig Flor genannt,und man hat daher Trauerflor und Kreppslor(s. Krepp); auch Florband sagt man noch oft.Früher nannte man einige Sorten Milchflor,aus gestärkter Seide, Putzflor, Flordamast,Gold- und Silberflorrc. und verwendete ihn zuHalstüchern, Shawls, Schleiern, Hauben, Kleidern,Handschuhen, zu Besetzungen, zu den in Apothekenund Fabriken geführten Sieben rc. — Beim Sammt,Belpel und Manchester nennt man die senkrechtstehenden, ausgeschnittenen Fäden zuweilen Flor(franz. Polte).
Floren, s. Gulden.
Florence heißt ein glatter, leinwandartig ge-webter Seidenstoff, der sich von dem Tafit dadurchunterscheidet, daß er viel weicher ist und mehr Glanzhat. Den Namen hat er von der Stadt Florenz, woer zuerst versertigt wurde und von wo ihn ausge-wanderte Seidenweber nach Frankreich brachten.Jetzt wird er in allen Seidenmanufakturen Frank-reichs, Italiens, der Schweiz, Deutschlands rc. insehr verschiedenen Gattungen, einfarbig und bunt,auch zuweilen brochirt, von 3 /s bis 1 Stab breit,versertigt. Die stärkeren Sorten nennt man DoubleFlorence, die ganz leichten, welche meist nur zuUntersutter gebraucht werden, Mi florence oderHalbflorence. Ein schwerer, dichter, meist schwar-zer, glänzend appretirter Tafit kommt unter demNamen Llros äe Florence vor, und eine andereschwere, dicht geschlagene Sorte wird Marcellinegenannt.
Florentine nannte man früher eine Art gemuster-ten Atlas, der ursprünglich in Florenz versertigtwurde, jetzt aber unter diesem Namen nicht mehrvorkommt. — S. auch ® eil inte 8.
Florentincrlack,Karminlack,Pariser- oderWiener lack nennt man verschiedene rothe Maler-farben, die aus einer Verbindung des Farbstoffs derCochenille mit Thonerde bestehen. Man verfertigtsie in den Farbenfabriken in vielen blässeren oderdunkleren und lebhafteren Nuancen und in verschie-denen Formen, theils als Tafeln, Würfel, Kugeln,theils in kleinen, trichtersörmigen Körnern, die man