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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
Entstehung
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36
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friedlicheres/ wohlhäbigereö - ich möchte sage»/ pastoralereSAussehen zu denken/ als dasjenige was ein holländischesDorf hat. Selbst das kleinste Häuschen trägt den Karakterhoher Ordnungsliebe und vollendeter Reinlichkeit und nichtswird daran bemerkt/ waö daö verwöhnteste Auge beleidigenkönnte. Ich konnte mich nicht enthalten/ in eine kleineWohnung einzutreten und wie natürlich fand ich das Innereim vollkommensten Einklang mit dem Aeußeren. Wie Haus-thüre und Schloß/ Fenster und Vorhänge/ geleckt/ glänzend/krystallhell und schneeweiß von Außen dem Auge sich dar-stellen/ so durchaus reinlich erweist sich daö Innere. Alleszeigt eine Frische/ eine Staub- und Fleckenlosigkeit/ alsob es in Holland dasjenige gar nicht gäbe/ waö man inandern Ländern Schmutz nennt und selbst Dinge/ die täglichfür sehr gewöhnliche Zwecke gebraucht werden/ sehen auS/als ob sie nie eine Hand berührte/ als ob sie zur bloßenSchau/ zur Zierde aufgestellt wären. Die Küche nament-lich/ die bisweilen auch als Wohnstube zu dienen scheint/gewährte mir einen sehr vergnüglichen Anblick; wie stehtalles in Parade da/ wie glitzerten und funkelten auf denSchäften herum die Pfannen und Kannen und was sonst vonMetall an diesem Orte gebraucht wird.

Leute/ die so sehr darauf bedacht sind/ in ihrem Haus-wescn und unmittelbaren Umgebung Reinlichkeit und Pünkt-lichkeit auf daö Höchste zu treiben/ können unmöglich nach-läßt und schmutzig in Bezug auf ihren eigenen Körper sein.In der That sind mir auch an Niemand ein ungewaschenesAussehe»/ unreine Wäsche oder schmutzige Kleider aufge-fallen. Selbst das Vieh scheint in Holland zierlicher und