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reinlicher als anderwärts zu sein und sich einer höchst rcgel-mäßigen und geordneten Aufführung zu befleißigen.
Unter den abendländischen Völkern gilt das germanischewohl nicht mit Unrecht alö dasjenige, welches am meistenWerth auf Ordnung im Allgemeinen und im Besondern ausBehaglichkeit und Heimlichkeit seiner häuslichen Einrichtungensetzt. Jedenfalls können die Gallier, welche die bescheideneMeinung von sich hegen: in jeder Beziehung die erste Nationder Erde, das Mustervolk für die ganze Welt zu sein, aufdiesen Vorzug keinen Anspruch machen; denn wer einmalihr Land, ihre Städte und Dörfer und daS unvergleichlicheParis gesehen hat, der wird kaum mit gutem Gewissen denFranzosen großen Reinlichkeitssinn nachrühmen dürfen. Mangehe nur einmal auf den Kaien der Hauptstadt spazieren,und werfe einen Blick hinab an die Ufer der Seine; mangehe entlang das Louvre, wo der Pallast dem Fluße znge.kehrt ist; man besichtige die unmittelbare Umgebung desPantheons und der Magdalenen.Kirche, von gewissen Ortendes Inneren von Privathäusern gar nicht zu reden und manwird die triftigsten und sprechendsten Beweise für die Rich-tigkeit der Behauptung antreffen, daß das gebildetste undzierlichste Volk Europa'S von den allerersten Vorschriften desnatürlichen AnstandeS entweder gar keine Ahnung hat oderderen Verbindlichkeit nicht anerkennt.
Eben so wenig haben die Lehrmeister der Welt einenSinn für dasjenige, was der Engländer Nni«!. nennt. Anden prachtvollsten öffentlichen Gebäuden wie an Privathäusernund Anlagen wird immer irgend Etwas noch nicht fertigsein, irgend etwas noch fehlen, wird man die deutlichstenSpuren von Fahr. und Naehläßigkcit bemerken, wird daS