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Ganze oder werde» einzelne Theile den Stempel der Hudeleitragen. Und wie sehen erst französische Bauern und derenHäuser/ wie ihre Felder und ihr Vieh ausl WelcherDeutsche hat einmal ein ächt französisches Fuhrwerk gesehenund nicht darüber gelacht oder sich geärgert? ES kann nichtsSchmutzigeres/ nichts Liederlicheres/ nichts Lumpigeres undauch nichts PferdeplagendereS geben/ als ein gallisches Fuhr,werk und seinen Treiber. Alles wird vom Staub undSchmutz zerfressen und der reinigende Gebrauch des Wassersfür Menschen und Vieh scheint gänzlich unbekannt zu sein.
Noch ließe sich über diesen Punkt manche Angabe mache«/die übel im Einklang stünde mit der Prahlerei französischerScriblrr und Schwätzer/ daß ihre Nation an der Spitzeder Zivilisation marschire/ daß ihre Einrichtungen die vor.trefflichsten in der Welt/ daß Frankreich daS schönste Landder Erde sei; kommen wir aber wieder auf unsere Germa-nen zurück.
Wenn wir dieselben durchschnittlich für die reinlichstenMenschen Europa'S halten dürfen/ so kann dieses Lob nichtallen Stämmen dieses Volkes gleichmäßig ertheilt werden.Holländer und Engländer nehmen unstreitig in dieser Be.ziehung den obersten Rang ein. In dem jetzigen Germanienselbst trifft man leider nur zu häufige Ausnahmen von derRegel und gibt eS Theile/ wo man sich der deutschen Cardi.naltugend keinesweges besonders befleißigt. Wie schmutzigsieht es noch in einer großen Anzahl süddeutscher Dörferund Städtchen aus und wie häufig leben deren Bewohnerin der unmittelbaren Umgebung von Pfützen und Dünger-haufen ; wie wenig sehen sie auf Wohnlichkeit und Nettig-keit ihrer Häuser/ wie sehr vcrnachläßige» sie ihre eigenen