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Mittheilungen aus dem Reisetagebuche eines deutschen Naturforschers : England / [Ch.F. Schönbein]
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niedrigsten Kreisen geübt werden kann, so bin ich überzeugt,daß ein solches Beispiel bald Nacheiserung erwecken und denwohlthätigsten Einfluß auf das Dorf ausüben würde. Aberwoher solche Musterfamilien nehme»?

Die meisten süddeutschen Landleute hegen die Meinung,sie seien zu sehr mit Arbeiten überhäuft, als daß sie vielZeit auf die Reinhaltung ihrer Kleidung, Häuser, Ställe rc.verwenden könnten. Würde man diese Leute auf einmal,ich will nicht sagen, nach Holland oder England versetzen,sondern nur nach dem Emmenthal in der Schweiz und siedort ein Bauernhaus mit allem was dazu gehört besichtigenlassen, so müßten sie wohl von ihrem Irrthume zurückkommenund überzeugt werden, daß die Bauern in ihrer Weise ebenso reinlich und geordnet leben können, als die vornch.mern Leute.

Schon gegen vier Nachmittags langte unser Dampfschiffin Rotterdam an, nachdem wir an dem einladenden Nim-wegen und andern freundlichen Orten vorübergcfahren waren.Gar stattlich, ja wirklich großartig nimmt sich die Stadt vonder Wasserseite aus und herrlich ist der Kai, an welchemdie Schiffe landen. Eine Allee der schönsten Bäume läuftan demselben hin, hinter welcher eine Reihe hoher und rein-licher Häuser sich erhebt, unter denen sich die ersten Gast-höfe der Stadt befinden. Nachdem ich in einem derselben,ich glaube im Hüte! <i«s ps^s-bas, mein Zimmer bezogenund die Bedürfnisse meines Magens durch ein saftiges lieekSteak und eine Flasche ächten Porters befriedigt hatte, tratich mit einem alten Engländer und Reisegenossen, der dasPflaster genau kannte, eine Wanderung durch die Straßender Stadt an. Ob ich gleich kein Neuling im Reise» mehr